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Die Hand auf seiner Schulter. Ein mulmiges Gefühl. Ich führte ihn vor mir. Joseph Seed. Der Mann, der für all das Leid in Hope County verantwortlich war. Die Hitze seiner Haut konnte ich selbst durch den dicken Stoff meines Handschuhes fühlen. Hitze. Sie breitete sich auch in mir aus. Ließ mich schwer atmen. Etwas würde passieren. Ich spürte es. Doch ich konnte mich nicht davon ablenken lassen. Ich war ein Mann des Gesetzes und es war meine Aufgabe, ihn zu dem Hubschrauber zu bringen und wenn wir im Gefängnis angekommen wären, in seine Zelle zu führen.Wir stiegen ein. Hinter uns und dem Sherrif wurde geschubst und gedrängt. Die verdammten Peggys wollten ihren Vater zurück. Der Vater. Für Joseph Seed war es nicht nur die Bezeichnung seiner Stellung, die er in der Sekte, die er selbst gegründet hatte innehatte. Es war mehr. Für die Menschen die ihm folgten, seine Kinder, seine Herde, war er eine Art Vaterfigur. Ein Famielenoberhaupt zu dem man aufblickte.Ich drängte den schlanken Mann mit dem Vollbart und dem Manbun in den Sitz des Helikopters und setzte mich ihm gegenüber.Dann ein Schuss. Blut. Chaos. Der Heli hob ab, schwankte in der Luft. Seine Stimme. Sie war plötzlich überall in meinem Kopf. Amazing Grace. How sweet ... Schmerz. Ich konnte mich nicht bewegen. Mein Kopf dröhnte. Hatte mich etwas getroffen? Der Heli schwankte immer stärker. Es war laut. Wir stürzten ab! Alles wackelte beim Aufprall. Ich löste mich von meinem Gurt.Seine Augen. Sie wollten mich gefangen nehmen. Gefahr. Er war Gefahr! Ich musste hier weg! Schnell! Bevor sie mich kriegten.Der Moment, in dem ich in einem Bunker erwachte, war der Anfang und zugleich das Ende. Auch, wenn ich das zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. Drei Tage waren vergangen, seit meiner Flucht. Ich konnte mich an nichts mehr erinnern.Der alte etwas schrullige Mann, dem der Bunker gehörte, hatte mich wohl gefunden und mitgenommen. Er hatte mich gerettet. Seiner Aussage nach in letzter Sekunde. Dutch war wirklich okay. Ich meine, er war grobschlächtig und hielt offenbar nicht viel von Ordnung, gutem Essen oder Körperpflege, aber er hatte mich vor den Peggys gerettet und war nett zu mir gewesen. Ich war ihm dankbar und ich schuldete ihm etwas. Er hatte sich für mich in Gefahr gebracht und ich habe, als Gegenleistung seine Insel von den Peggys befreit, doch das war nicht genug. Ich musste den Menschen von Hope County helfen. Was hatte ich schon zu verlieren? Ich hatte keine Familie, die zuhause auf mich wartete. Keinen Partner. Nur die Einsamkeit. Außerdem war ich nicht der Typ, der einfach abhaute, wenn es brenzlig wurde und andere im Stich ließ. Ich war Gabriel Zane, verdammt nochmal. Also ging ich los mit ein paar Vorräten und einer Liste mit Personen, die mir helfen könnten, meine Kollegen und den Sherif zu finden. Doch eigentlich, und das war das, was mich antrieb, brauchten sie meine Hilfe.
----- CHAPTER BREAK -----
Es war ein heißer Tag in Hope County. Zu heiß für Johns Geschmack. Die Sonne brannte erbarmungslos vom Himmel und die Luft flimmerte. Jedes Staubkorn, welches durch die Schritte des jungen Mannes aufgewirbelt wurden, glitzerte in ihrem Licht. Auf der Plantage war es ruhig. Ungewöhnlich ruhig für einen Dienstagnachmittag. Die Peggys waren unterwegs, um den jungen Deputy zu suchen, der die Region unsicher machte. John gab es nicht gerne zu, aber der Kerl machte ihm Sorgen. Bereitete ihm Übelkeit. Sie hatten schon einige gute Männer an ihn verloren. Dieser vermaledeite, schießwütige Bogenschütze. Warum dies seine bevorzugte Waffe zu sein schien, war John ein Rätsel. Kopfschüttelnd begab er sich zu seinem Truck und stieg ein. Ein Bogen. Eine Waffe für Feiglinge. Dieser Scheißkerl versteckte sich im hohen Gras und schoss ihren Männern in die Köpfe. Es machte ihn wütend, dass er damit auch noch Erfolg hatte. Ein Schuss, ein Treffer. Jeder wusste, wie er aussah. Blondes, an den Seiten kurzgeschorenes Haar. Ein schwarzes Tanktop, dazu eine Tarnhose. Seinen blöden Köter hatte er immer mit dabei. Das Problem bestand viel mehr darin, ihn zu erspähen. Er musste sich abseits der Straßen bewegen. John schlug mit der flachen Hand gegen das Lenkrad des Wagens. Verflucht! Er könnte sich überall verstecken. John hasste Feiglinge, die nicht offen kämpften. Und er hasste sich selbst dafür, dass er Angst hatte. Nicht mal Angst um sich selbst, sonder viel mehr um seinen Bruder. Joseph war das eigentliche Ziel der Anschläge, das war ihm bewusst. Doch Joseph war stark und klug und er hatte seine Leute. Treue Männer, die nie von seiner Seite wichen. Er wurde beschützt. Gott beschützte ihn. Er musste nur Vertrauen haben. John startete den Motor und bog auf die Straße ein. Er sollte nicht so viel über seinen Bruder nachdenken. Schließlich machten sich Jacob und Faith auch keine Sorgen. Alles würde gut werden. Sie würden ihn kriegen. Er würde ihn kriegen. Und dann würde er ihn zu Joseph bringen. Sie würden ihn gemeinsam Taufen und seine Sünden in sein Fleisch schneiden. Und dann könnten sie ihn mit reinem Gewissen töten. Am besten mit seinem Bogen. John lachte heiser. Ja, das würde gut werden. Sie würden es gemeinsam tun, so wie sie früher alles gemeinsam getan hatten. Früher, als sie noch Kinder waren. Teenager und ihre Eltern noch gelebt hatten. Joseph hatte ihn immer beschützt. Vor ihrem Vater. Vor seinen Schlägen. Er hatte ihn in den Arm genommen, wenn er geweint hatte, und hatte gesungen. So lange, bis alle Tränen versiegt waren. Heute weinte John nicht mehr. Und er wurde auch nicht mehr von Joseph in die Arme geschlossen. Alles, was ihm geblieben war, war die sanfte Berührung seiner Hände, auf seiner Wange und die Stirn, die sich gegen seine lehnte. Liebevoll, zärtlich, bestärkend. Zu wenig. Viel zu wenig. Er wollte von ihm gehalten werden, an sich gedrückt. Er wollte seinen Duft nach herben Aftershave und Schweiß einatmen und seine warme Stimme nah an seinem Ohr hören. Wispernd. Erschaudernd unter seinen Worten. Sünde! Diese Gedanken waren Sünde! „Vergib mir, Vater“, flüsterte er und trat auf das Gaspedal. Er würde noch zu spät kommen. Er war niemals zu spät. Es wäre falsch zu spät zum Abendessen zu erscheinen. Familie war das Allerwichtigste. Man kam nicht zu spät zu einem Abendessen mit der Familie.Für wenige Sekunden schloss John die Augen. Als er sie öffnete, musste er auf die Bremse drücken. Die Reifen quietschten, der Wagen schlitterte auf dem dampfenden Asphalt.
„Scheiße!“, fluchte er und bekreuzigte sich sogleich.
Schnell stieg er aus dem Wagen aus. Als er die Autotür zuschlug und sah, wen er eben mit seiner Stoßstange erwischt hatte, brach er in Gelächter aus. Es war dieser dumme Köter, den der Deputy immer bei sich hatte. Von Rook war weit und breit nichts zu sehen. Nur diese Töle lag jaulend vor dem Wagen. Kurz überlegte John, was er mit dem Tier tun sollte. Dann entschloss er sich, es mitzunehmen. Sollte Joseph entscheiden, was mit ihm geschah. Das Tier schien nicht sehr stark verletzt zu sein. Aufstehen wollte es offenbar trotzdem nicht, weswegen John es hochhob und in den Truck lud. Er stieg ein, ließ einen prüfenden Blick über den Hund gleiten und fuhr weiter. Jetzt würde er definitiv zu spät kommen. Joseph würde den Grund dafür hoffentlich verstehen. Etwa zwanzig Minuten später fuhr John auf den sandigen Vorplatz der Seed-Ranch und parkte sein Fahrzeug neben denen von seinen Geschwistern. Er warf noch einen kurzen Blick auf den Hund, welcher gerade dabei war seine Wunden zu lecken und stieg aus dem Wagen. Der Kies knirschte unter seinen Stiefeln, als er den schmalen Weg zum Haupthaus entlanglief. Als er die Veranda betrat, hörte er die Stimme Faith und das Klirren von Gläsern. Sie hatten bereits ohne ihn mit dem Abendessen begonnen. Das war wohl Josephs Art von Strafe für Johns Zu-spät-Kommen. Er betrat das Haus und ging hinüber zu der langen Tafel, um die seine Geschwister saßen. Natürlich hatte sich der Vater ans hohe Ende gesetzt und sah ihn jetzt strafend an. „Du bist zu spät, John“, nannte er das Offensichtliche.
„Verzeiht, aber ich habe einen sehr guten Grund dafür“, antwortete er.
Jacob schüttelte verächtlich den Kopf und wand sich seiner Schwester zu.
„Hab ich's dir nicht gesagt? Er findet irgendeine bescheuerte Begründung, warum er uns warten lässt“, sagte er leise, aber so deutlich, dass John es ohne Probleme hören konnte.
Für Jacob war er immer schon der dumme Bruder gewesen, dessen Sünden ihn immer wieder einholten.
„Welcher Grund wäre das?“, wurde er von Joseph gefragt.
John wand den Blick von Jacob und Faith ab und sah dem Vater ins Gesicht.
„Wenn du mir folgen würdest“, antwortete er und bewegte sich wieder Richtung Tür, sicher, dass sein Bruder ihm folgen würde. Am Truck angekommen öffnete er die Beifahrertür und gab den Blick auf den Köter des Deputy frei, der sich auf die Hinterbeine gesetzt hatte und ihn mit schief gelegtem Kopf ansah. „Was willst du damit?“, fragte der Vater, wenig beeindruckt. „Ich...“, kurz wusste John nicht, was er sagen sollte, hatte er doch geglaubt, Joseph hätte sofort einen genialen Einfall. Er schaute ihn fragend an, dann kam ihm eine Idee. „Wir könnten ihn als Druckmittel verwenden“, schlug er vor. „Wenn sich der Bursche nicht stellt und Gottes Gnade überlässt, dann töten wir seinen kleinen Freund hier.“
Joseph schien zuerst nicht sehr überzeugt. Dann jedoch kam er näher, zog John mit einer Hand in dessen Nacken zu sich, lehnte seine Stirn, gegen die des Bruders und sagte: „Gute Arbeit. Bring ihn in den Bunker und komm danach zum Essen.“Als John den Hund in den Bunker gebracht und ihm sein verletztes Bein verarztet hatte, er war ja kein Unmensch, fuhr er zurück zur Ranch und begab sich wieder ins Hauptgebäude. Es hatte länger gedauert als erwartete, und anstatt alle seine Geschwister beim Abendessen vorzufinden, fand er nur Joseph, der mit gefalteten Händen auf seinem Stuhl saß und auf ihn wartete. Ein gefüllter Teller auf der anderen Seite des Tisches und ein Glas Rotwein waren wohl für John bestimmt. Auch der Vater hatte sein Glas vor sich stehen und nahm nun einen Schluck des roten Getränks. „Setzt dich, Bruder. Du hast sicherlich Hunger. Und erzähl mir doch, wie du dieses Tier eingefangen hast. Hast du es überfahren?“ John lächelte und setzte sich.
„Du kennst mich zu gut, Vater. Ich habe den dummen Köter tatsächlich angefahren. Es war allerdings purer Zufall. Ich war auf dem Weg hierher und war einen Moment in Gedanken. Da hab ich ihn erwischt“, gab er zu.
Er widmete sich dem lecker aussehenden Mahl vor sich und sah zu seinem Bruder rüber. Insgeheim hoffte er, dass dieser ihm nicht böse war, dass er ihn nicht absichtlich eingefangen hatte. Statt einer Rüge folgte allerdings nur eine Frage.
„An was hast du gedacht?“ John stellte das Glas, aus dem er eben noch getrunken hatte, wieder auf den Tisch. Er schluckte trocken, als er sich an seine Gedanken erinnerte.
„Ich“, stotterte er beinahe. „Ich habe lediglich an unsere Kindheit gedacht. Daran, wie nahe wir uns standen.“
„Tun wir das denn nicht mehr?“, fragte Joseph.
„Natürlich tun wir das“, sagte John schnell. „Es ist nur anders als früher.“
Der Vater stand auf, ging um den Tisch herum und setzte sich neben John auf die Tischkante.
„Was ist anders, kleiner Bruder?“, fragte er ehrlich interessiert.
John sah zu ihm auf.
„Wir...wir umarmen uns nicht mehr. Warum umarmst du mich nicht mehr?“
Ein Lächeln huschte über Josephs Gesicht, als er sprach.
„Du brauchtest mich nicht mehr. Du hattest zu Gott gefunden.“
John stand auf. Wütend ballte er die Hände zu Fäusten. Wie konnte sein Bruder denken, er würde ihn nicht mehr brauchen?
„Das heißt nicht, dass ich dich nicht mehr brauche, Joseph!“, erwiderte er.
Sein Bruder stand auf, kam näher an ihn heran, so nahe, dass John seinen ganz eigenen Duft wahrnehmen konnte, und strich ihm mit dem Handrücken über die rechte Wange.
„Du bist stark, John. Du brauchst keine Umarmungen mehr.“
John sah weg. Er konnte seinem Bruder nicht in die Augen sehen. Sich in die sanfte Berührung lehnend sagte er: „Aber ich sehne mich nach deiner Umarmung.“ Der Vater zwang ihn mit sanfter Gewalt, ihn an zu sehen. Sein Gesicht war ihm jetzt so nahe. Fast berührten sich ihre Lippen. Sein Atem strich über Johns erhitzte Haut. Das Herz schlug laut in seiner Brust. „Sehnsucht kann auch eine Sünde sein“, sprach der Vater und brachte wieder Abstand zwischen sie.
John brauchte einen Moment, um sich zu fassen. Dann griff er nach der Hand des Vaters. Hielt ihn zurück, als dieser sich gerade abwenden wollte.
„Verlass mich jetzt nicht, Bruder“, sprach er leise.
Ein weiteres Lächeln huschte über Josephs Gesicht. Er drehte sich zu seinem Bruder um, verschränkte ihre Finger miteinander und sah ihn eindringlich an.
„Ich sehe, dass deine Gedanken sündig sind, John. Wenn du sie mir beichtest, dann werden sie vergeben werden.“
John schüttelte leicht den Kopf.
„Ich kann nicht. Du würdest mich hassen.“
Joseph sah ihn immer noch an, legte nun sogar wieder seine Hand an Johns Wange.
„Ich könnte dich niemals hassen, geliebter Bruder“, flüsterte er.
John sank vor dem Vater auf die Knie. Er faltete seine Hände vor seinem Schoß, senke den Blick und sprach: „Ich begehre meinen Bruder. Dies ist meine Sünde. Bitte vergib mir, Vater. Wasche die Sünde von meiner Seele und schreibe sie in meine Haut. Begehren.“ Eine Weile geschah nichts. Johns Herz schlug ihm bis zum Hals. Würde er ihn aus Edens Gate verstoßen?
„Welchen Bruder begehrst du, John?“
Die Stimme des jüngeren Bruders zitterte, als er antwortete: „Dich. Ich begehre dich, Vater. Ich...“
Er wurde jäh unterbrochen, indem er hochgezogen und hart geküsst wurde.Völlig überrumpelt erwiderte er den Kuss. Doch leider lösten sich die fremden Lippen nur allzu schnell von seinen eigenen. Joseph sah ihn an, mit einem Blick aus Erregung und Furcht. John konnte nur erahnen, was in dem älteren Mann vor sich ging. Er musste sich schuldig fühlen. Schuldig weil er seinen Bruder geküsst hatte. Dieser Kuss. Er brannte auf Johns Lippen wie Feuer. Seine Jeans wurde enger. Verdammt! Das hier durfte nicht passieren. Sünde! Schrie eine Stimme in ihm. Sünde! Doch sollte man nicht seinen Nächsten lieben? Sein Bruder war sein Nächster und wie diese Art von Liebe ausgelegt wurde, wurde nicht gesagt. Zweifel kamen in ihm auf. Zweifel, ob dieses Begehren wirklich so falsch war. So falsch sein konnte. „Hilf mir, Vater“, flüsterte er.
„Hilf mir, denn ich habe gesündigt“, vervollständigte Joseph seinen Satz. John sah ihn an und wusste nicht, was er tun sollte. Er konnte nicht fassen, was gerade geschehen war. „Lass uns gemeinsam sündigen, Bruder“, flüsterte der Vater ihm in sein Ohr.John erschauderte. Eine Gänsehaut breitete sich auf seinem Körper aus und gleichzeitig begann er innerlich zu brennen, stand in den Flammen seiner Lust. Sünde! Schrie erneut seine innere Stimme. Sünde! Doch er ignorierte sie. Verlangend zog er den Vater an sich und presste seine Lippen auf dessen Mund. Schob seine Zunge durch die schmalen Lippen, tastete die Zahnreihen ab. Als Joseph seinen Mund öffnete und ihn willkommen hieß, stöhnte John heiser auf. Seine Finger krallten sich in Josephs Hemd und er spürte, wie der Vater ihn näher an sich zog. Der Jüngere wurde gierig, als er spürte wie sich Josephs hartes Glied durch ihre Hosen an sein eigenes, mindestens ebenso hartes, drückte. Einen kurzen Moment noch schrie seine innere Stimme auf. Sünde! Dann wurde sie leiser und verstummte schließlich fast gänzlich. Wurde zu einem dumpfen Brummton im Hintergrund, während John leise in den Kuss stöhnte, der zunehmend leidenschaftlicher wurde. Josephs Hände lagen auf Johns Hüfte, streichelten leicht die Stelle freie Haut, welche durch Johns hochgerutschtes Hemd zum Vorschein gekommen war. Er löste den Kuss sanft, legte eine seiner Hände nun an Johns Wange und sah ihn lächelnd an. „Mein liebster John“, flüsterte er an dessen Lippen. „Dich habe ich immer am meisten geliebt.“
John wusste nicht, was er darauf antworten sollte. Verlegen biss er sich auf die Unterlippe.
„Joseph“, flüsterte er nur. Seine Hände glitten fast von allein über Josephs Arme. Fuhren an ihnen hinauf und hinunter. Unruhig. Wartend. Die streichelnde Hand an seiner Hüfte fuhr über seinen Bauch, kitzelte ihn. John konnte ein leises Lachen nicht unterdrücken. Der Vater lächelte. Dieses Mal schien das Lächeln strahlend, freudig fast. „Ich vermisse dieses Lachen, John“, sagte er leise. „Wann ist es verloren gegangen?“
John sah ihn an und sah für einen Moment nicht mehr nur den Vater vor sich. Er sah wieder den großen Bruder, der ihn beschützt und zum Lachen gebracht hatte. Der all die Stellen seines Körpers kannte, an denen er kitzlig war.
Voller Liebe sah er ihn an und antwortet: „Erinnerst du dich an die Zeit, in der unsere Eltern plötzlich nicht mehr da waren? An die Zeit, in der ich nur noch dich und Jacob hatte?“ Joseph nickte. „Ab da hast du aufgehört, mein Bruder zu sein. Ab da hast du mich nicht mehr zum Lachen gebracht und ich hatte keinen Grund mehr, zu lachen. Und dann warst du plötzlich nur noch der Vater.“
Joseph sah einen Moment zu Boden. Die perfekte Fassade des Vaters bekam kleine Risse. Dann sah er hoch in Johns Gesicht und für den Bruchteil einer Sekunde sah dieser wieder seinen Bruder vor sich. „Wo ist mein Bruder hin, Vater?“, fragte John. „Wo ist Joseph? Wo ist der Bruder, der mich in den Armen hielt, wenn ich Trost brauchte?“
„Er ist fort“, bekam John die Antwort, vor der er sich am meisten gefürchtet hatte. Enttäuscht biss er sich auf die Zunge. Die Erregung des Augenblicks, die Lust, das Prickeln, welches vor Minuten noch im Raum gehangen hatte wie der Nebel des Bliss, welcher am Rande der Flüsse hing, war mit einem Mal fort. Er drängte Joseph von sich, wand sich ab und verließ das Anwesen. Er konnte jetzt nicht einfach da bleiben. Bei ihm.
----- CHAPTER BREAK -----
Ich möchte euch nur kurz darüber informieren, wie es bei der Fanfiktion weiter geht. Ich bin hauptberuflich Autorin und habe daher wenig Zeit für Fanfiktions. Trotzdem soll diese Geschichte fertig werden, weil ich sehr an ihr hänge und sie eine gute Abwechslung zu dem darstellt, was ich beruflich schreibe. Ich habe deshalb vor, immer wenn ich Zeit finde weiter zu schreiben und nun auch zu überarbeiten. Ich habe bei dieser Fanfiktions Szenen, die mir heute nicht mehr gefallen und die ich teilweise sehr kritisch sehe. Wenn ich ein Kapitel stark abgeändert habe, lasse ich es euch im Vorwort dessen wissen. Damit ihr nicht verwirrt seid. Den Prolog habe ich bereits angehängt und bald hoffe ich, es zu schaffen, in Kapitel 5 eine starke Änderung durchzuführen. Eine Vergewaltigungsszene mag in gewisser Weise Sinn ergeben, um Rook zu brechen, doch ich finde es gibt bessere Wege. Keine Angst, der Sex zwischen John und Rook bleibt. Es wird nur keine Vergewaltigung mehr sein. Das konnte ich einfach nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbaren. Daher habe ich alle Kapitel, die noch nicht final sind, also auch nicht vorläufig, entfernt. Soweit zu meinem Plan. Es kommen viele kleine Änderungen und ein paar neue Kapitel zwischen den alten. Wenn das erledigt ist, geht es weiter. Bis dahin hoffe ich, dass ihr dran bleibt. Liebe Grüße Luna
