Work Text
Dean kam in die Küche geschlurft, ein verschlafenes guten Morgen murmelnd und sah seinen Bruder fragend an, der bereits hochkonzentriert am Tisch saß und in den Laptop starrte. Während der ältere Jäger sich eine Tasse Kaffee machte, wurde er von Sam über den neuesten Fall unterrichtet.Nach einer kurzen Pause und den Worten, dass das auch Jody und Donna erledigen konnten, klappte er plötzlich den Laptop zu.„Warum?“, fragte Dean mit einem Kopfschütteln.„Weißt du was heute für ein Datum ist?“„Der 18. September …“Dean überlegte, ob irgendetwas Besonderes anstand, sah aber seinen Bruder mit einem Schulterzucken fragend an. Aber dieses breite Grinsen, das sich auf dem Gesicht des jüngeren Mannes bildete, war nur noch mysteriöser.„Sagst du es mir, oder soll ich raten?“, fragte Dean genervt.„Am Tag genau vor zehn Jahren hast du deinen Engel gefunden. Oder, besser gesagt, er hat dich gefunden.“„Ja. Und?“„Was und? Das ist ein Tag zum Feiern!“„Feiern mit Cas ...“Mit einem etwas spöttischen Lachen stellte er sich gerade bildlich vor, mit dem starren, unschuldigen Engel einen drauf zu machen. Nur zu gut war ihm der Besuch mit ihm im Bordell in Erinnerung, der alles andere als gut ausgegangen war.Okay, zugegeben …Die beiden hatten es fertiggebracht, den Engel ein wenig aufzulockern, aber unter Feiern verstand Dean etwas anderes – Mädels, Schnaps und jede Menge Spaß. „Du hast mich gerufen?“Ein plötzlicher Windstoß riss Dean aus seinen Gedanken. Verwundert starrte er Cas an.„N-nein … eigentlich nicht …“Schnell band er den Bademantel ganz fest zu. Warum er das gemacht hatte, wusste er selbst nicht so genau. Aber irgendetwas an der Art wie sein Bruder ihn ansah war komisch … und bei Cas sowieso. Nervös leckte Dean sich über die trockenen Lippen, denn die Nähe des Engels führte seit längerem dazu, dass sein Herzschlag sich erhöhte und die Hände zu schwitzen anfingen.„Gut. Ich habe ohnehin noch etwas zu erledigen.“Bevor Castiel wieder verschwinden konnte, wurde er von Sam am Abend eingeladen.…„Warum hast du das gemacht?!“„Ist ja nicht so, dass er noch nie da war ...“Ja. Schon. Aber nicht einfach nur so, sondern nur dann, wenn irgendein Fall anstand, bei dem Hilfe benötigt wurde. Und außerdem hatte dieser Tag nun eine Bedeutung bekommen. Mit einem Seufzen machte sich Dean eine Flasche Bier auf.„Im Ernst?“, fragte Sam kopfschüttelnd, erntete aber nur ein Schulterzucken von seinem Bruder. Plötzlich ein erneuter Windstoß und der kleinere Engel ging zielstrebig auf Sam zu, um einen Kuss zu stehlen.„Ich denke, wir müssen unseren Bunker wieder gegen Engel schützen. Wer hat dich denn jetzt gerufen?!“Abschätzig betrachtete er Gabriel.„Keiner“, grinste dieser verschmitzt, während er es sich auf Sams Schoß bequem machte und die Arme um dessen Nacken legte, „by the way, Sweetie. Wann haben wir eigentlich unseren Jahrestag?“„Woher weißt ...“Dean seufzte und ersparte sich jedes weitere Wort, denn seitdem Gabriel mit seinem Bruder liiert war, wusste dieser kleine Quälgeist ohnehin viel mehr als er selbst. Dann aber kam die Erkenntnis, dass Gabe am Abend bestimmt auch bei Sam sein würde und die beiden kaum die Finger voneinander lassen konnten, wäre er mit Cas allein. Sei Herz begann erneut zu rasen. Es war ja nicht so, dass sie noch nie allein in einem Raum gewesen waren ... Deans Gedanken wurden erneut unterbrochen, als Gabriels Hand vor seinem Gesicht hin und her wedelte. Da der Engel sich ohnehin kein Blatt vor dem Mund nahm, sprach er es auch direkt aus.„Was ist nun mit euch beiden? Zehn Jahre sind eine verdammt lange Zeit. Geht es irgendwann einmal zur Sache? Werde ich und Sammy das noch erleben?“Dean öffnete den Mund, schloss ihn aber gleich darauf wieder. Unglaublich, was sich der kleine Witzbold erlaubte.„Da wird überhaupt nichts zur Sache gehen. Cas und ich sind Freunde, Familie!“„Klar Dean-o. Rede dir das nur weiterhin ein. Ich sehe es in deinen Augen und ich kann es auch spüren. Diese Sehnsucht. Dieses Begehren. Diese Leidenschaft, wenn ihr beide ...“Weiter kam Gabriel nicht, denn Dean war bereits aufgestanden und verschwand in sein Zimmer, wo er die Türe hinter sich zuschlug, nachdem er ihm noch einen wütenden Blick zugeworfen hatte.„Wo waren wir stehengeblieben?“, säuselte der kleine Engel und küsste Sam erneut.„Du bist unmöglich. Gib ihnen doch etwas Zeit.“„Willst du mich verarschen? Die beiden hatten zehn Jahre Zeit. Jahre ... Sambo!“ Dean war eingeschlafen und erst am Abend wieder aufgewacht, nachdem ein lautstarkes Hämmern an der Zimmertüre zu hören war. Nach einer ausgiebigen Dusche und einem kurzen Quickie mit sich selbst, stand der ältere Jäger seufzend vor dem Spiegel.Natürlich freute er sich auf Cas, hatte aber ein komisches Gefühl. Das ganze Gerede mit dem Jahrestag und dass ihm anscheinend anzusehen war, Gefühle für diesen Engel zu haben, die über Freundschaft hinausgingen, hatten ihn ziemlich verunsichert.…Die vier beschlossen, in eine Bar zu gehen; neutraler Boden. Ein erleichtertes Durchatmen, da er doch nicht mit Castiel allein war.Im Laufe des Abends hatten es sich Sam und Gabriel zur Aufgabe gemacht, den anderen beiden zu zeigen, wie schön die Liebe sein konnte. Immer wieder klebten ihre Lippen aneinander, sie fütterten sich gegenseitig mit Kuchen oder flüsterten sich irgendwelche Sachen zu und kicherten wie verliebte Teenager.Dean warf seinem Engel immer wieder heimliche Seitenblicke zu, aber da Cas so gut wie keinerlei Emotionen zeigte, wurde schnell klar, dass ihm diese Gefühle mehr als fremd zu sein schienen.Ein leises Seufzen und traurig senkte Dean den Blick, denn jetzt hatte er noch mehr Angst seine Gefühle preiszugeben. Angst davor, dass diese Freundschaft zwischen ihnen zerstören werden würde und davor, dass Cas sich abwandte, da er diese Gefühle nicht erwidern konnte.Also wurden diese Gefühle im hintersten Teil seines Kopfes und im tiefsten Platz seines Herzens vergraben. Deans Herz schmerzte, aber es war okay. Es war ohnehin an einer Hand abzuzählen, wie oft das Schicksal es schon gut mit ihm gemeint hatte.
Zehn Jahre
Innerlich schüttelte Cas den Kopf, denn so lange kam es ihm gar nicht vor.Womöglich lag das daran, dass für ihn die Zeit eine andere Bedeutung hatte. Er konnte sich noch ganz genau an den Tag erinnern, als er in die Hölle geflogen war, um den Mann zu retten, der anschließend mit dessen Bruder die Welt gerettet hatte.Daran, dass Dean in der Scheune auf ihn geschossen und eingestochen hatte und wie lange es gedauert hatte, ihn davon zu überzeugen, dass nicht alle Engel schlecht waren. In Gedanken schwelgend, erinnerte er sich an die Zeit im Fegefeuer und daran, wie oft die drei schon gestorben waren. Ein leichtes Schmunzeln entkam. Unzählige Kämpfe wurden gemeinsam ausgetragen; aufzugeben war nie eine Option gewesen.Aber bei diesem Lebenswandel konnte nichts für ewig bestehen und irgendwann würde es vorbei sein – für immer.Cas war schon lange auf der Erde und hatte sich an dieses Leben gewöhnt. Dean zu verlieren, würde er nicht ertragen, denn der ältere Jäger bedeutete ihm alles. Dieses Gefühlsding war für ihn als Engel schwierig. Zwar hatte er in der Zeit als Mensch einiges gelernt, hatte aber das Bedürfnis noch mehr erfahren zu wollen. Das Gefühl der Eifersucht war fremd, aber er fühlte sich irgendwie nicht wohl.Auch wenn er sich nicht wirklich darüber im Klaren war, was das bedeutete, aber er wollte auch so etwas haben – jemanden zum Anfassen, mit dem er über andere Sachen als nur die Jagd reden konnte. Denn, die anderen beiden so vertraut miteinander zu sehen, löste etwas aus.Auf der anderen Seite aber war er unerfahren und wollte nichts falsch machen. Jedoch nahm er sich fest vor mit dem Jäger darüber zu reden, wenn er wusste, was all das bedeutete. „Ich denke, das bringt nichts …“Ein leises Seufzen in Sams Ohr aber eine Sekunde später warf ihm der Engel einen verstohlenen Blick zu, nahm Sams Hand und legte diese in seinen Schritt.„… ich meine … es bringt schon was. Aber wir sollten das zu zweit fortsetzen.“…Die vier bezahlten und machten sich zu Fuß auf den Heimweg, wo sie an einer weiteren Bar vorbeikamen. Zwei betrunkene Männer riefen ihnen nach; kein Zweifel, dass sie auf Streit aus waren. Das Ziel dieser Gemeinheit war Cas, denn die beiden machten sich über seinen Trenchcoat lustig. Zwar verstand der dunkelhaarige Engel die Aufregung nicht, jedoch Dean sah rot.Einer schubste den anderen und dann passierte es. Mit dem Kopf schlug Dean unglücklich auf einem Stein auf und blieb regungslos liegen. Die anderen beiden Idioten suchten schnell das Weite, während sich Sam über seinen Bruder beugte.„Dean …“, rief er verzweifelt, während er ihn leicht schüttelte, „… Dean!“„Bin hier. Bin wach“, murmelte der ältere Jäger verwirrt und setzte sich auf.Cas reichte ihm seine Hand und zog ihn hoch. Auf die Frage, ob alles in Ordnung wäre, hielt Dean sich den schmerzenden Kopf und als er die Hand wieder nach vorne nahm, konnte war trotz der Dunkelheit im Licht der Straßenlaterne das Blut an seiner Hand zu sehen.Erschrocken legte Cas sofort seine Hand auf den Hinterkopf des Jägers, aber nichts passierte. So oft er es auch versuchte und sosehr er sich auch konzentrierte, es geschah nichts.„Gabriel!“, rief er leicht panisch und konnte Dean gerade noch stützen, bevor beide zu Boden gingen.Aber auch der Erzengel hatte kein Glück.„Es funktionier nicht. Warum funktioniert es nicht?!“Hatte jemand die Engel verflucht und ihnen ihre Kraft genommen? Wollte das Schicksal es so? „Sammy. Ich sterbe“, flüsterte Dean schwach. Alles drehte sich, der Atem ging schneller.„Ich bin hier.“Sam kniete sich zu ihm und nahm die kalte Hand. Als er das Entsetzen in den Augen seines Bruders sah, war klar, dass etwas ganz und gar nicht stimmte.„Nein Dean. Komm schon. Du hast gegen Dämonen und allerhand Übernatürliches gekämpft. Warst im Himmel, in der Hölle und im Fegefeuer. Wenn du denkst, du kannst jetzt sterben, nachdem du auf einen Stein gefallen bist?! Dean, verdammt mach die Augen auf! Das kann jetzt so nicht enden. Das darf ... Dean!“…Sam erinnerte sich an Billies letzten Worte; dass es für immer war, würde einer der beiden Jäger sterben. Das konnte er nicht akzeptieren. Tränen der Verzweiflung liefen seine Wangen herunter als er hilflos mitansehen musste, wie das Leben seines Bruders von Minute zu Minute mehr verblasste.Gemeinsam hatten sie so viel durchgemacht, die Apokalypse und Luzifer überlebt und jetzt sollte ihm dieser lächerliche Unfall zum Verhängnis werden?! Und warum konnten diese geflügelten Mistkerle nichts machen?! Dean versuchte seine Augen offenzuhalten, aber die Müdigkeit war so stark. Er war zu müde, um dagegen anzukämpfen. Wozu auch? Mittlerweile war wahrscheinlich sein halbes Gehirn auf der Straße verteilt. Außerdem stand ein Sensenmann neben ihm und Dean wusste, verloren zu haben. Sein letzter Blick galt seinem Engel, aber auch wenn er ihm seine Liebe gestehen wollte, so kam nur noch ein Krächzen zwischen bebenden Lippen heraus. Der Blick war starr, sein Herzschlag wurde ruhiger und hörte schließlich ganz auf.Von weitem war die Turmuhr zu hören. Es war Mitternacht. „Sam.“Gabriel versuchte seinen Freund zu trösten und war nicht böse die Schuld für Deans Tod zu bekommen. Auch nicht, als der junge Mann schrie, tobte und verzweifelt auf seine Brust einhämmerte. Die ganze Zeit über hielt er ihn fest, redete leise auf ihn ein und schluckte die aufsteigenden Tränen hinunter.…Cas kniete neben Dean, hielt noch immer dessen Hand und konnte nicht glauben, was in den letzten Minuten passiert war. Verdammt; er wollte ihm doch noch so viel sagen.Plötzlich spürte er einen Schmerz in seinem Herzen, der ihn nach Luft schnappen ließ. So etwas hatte er noch nie gespürt … nicht einmal, als die Engel gefallen waren oder sich herausgestellt hatte, dass sein Vater ein Arschloch war. Am ersten Tag nach Deans Tod hing jeder seinen Gedanken nach.Der kalte Körper lag mit einer Decke verhüllt auf seinem Bett.Aber bereits am zweiten Tag hatte jeder der drei beschlossen, alles daran zu setzen, ihn wieder zurückzuholen. Es gab immer einen Ausweg, das war schon immer so gewesen. Zuerst galt es den Verursacher zur Rede zu stellen. Es war nicht das erste Mal, dass einer der Winchesters den Tod beschworen hatte und so dauerte es auch nicht lange, bis dieses Wesen inmitten des Kreises stand.„Hat ja nicht lange gedauert.“„Spar dir deinen Sarkasmus, Billie. Warum?“„Die Zeit war reif“, antwortete sie ruhig und sah einen nach dem anderen an.Wenn er sich nicht der Tatsache bewusst gewesen wäre, dass es ohnehin keinen Sinn gehabt hätte, Sam hätte ihr mitten ins Gesicht geschlagen. Um sich wieder zu sammeln war etliche Male tiefes Luftholen nötig, denn er war so wütend.„Er war selbst schuld. Genauso wie dieser Engel dort“, schmunzelte sie und deutete auf Castiel, der ihr nur mit einem Stirnrunzeln einen fragenden Blick zurückwarf.…„Was soll das heißen?“, mischte sich Gabriel ein. Ein amüsiertes Lachen von Billie.„Das Universum war es so leid euch beiden Idioten zuzusehen; wie ihr euch gegenseitig mit Blicken auszieht und andauernd diese absichtlichen oder zufälligen Berührungen. Wir hatten alle Wetten darauf abgeschlossen. Nichts war passiert und ein Deal läuft nun Mal nach zehn Jahren aus. Das wisst ihr doch. Und da ihr zwei Dummköpfe euch nicht gegenseitig eure Liebe gestehen konntet, musste einer von euch sterben. Einfach und simpel.“„Bist du dann fertig mit den Beleidigungen, Weib?!“Gabriel schüttelte den Kopf, denn nur er hatte das Recht so spitzzüngig zu sein.„W... warte. Ihr habt Wetten abgeschlossen?!“Sam konnte nicht glauben, was der ehemalige Sensenmann von sich gab. Anscheinend war ein Menschenleben nichts wert. Wetten – nur so zum Spaß. Und das, wo die beiden unzählige Male die Welt gerettet hatten ...„Und wer zum Teufel sind alle?!“„Ihr habt mehr Feinde, als ihr denkt“, grinste Billie, während sie sich ihre Fingernägel betrachtete.„Du ...“, rief Cas wütend und ging zielstrebig auf sie zu, aber kaum hatte er den Kreis erreicht, wurde er von einer unsichtbaren Macht aufgehalten.„Ihr entschuldigt mich. Ich habe Besseres zu tun“, hörten die drei noch, bevor der Tod wieder verschwand. „So eine Bitch! Und ich hätte gedacht zu tricksen wäre meine Spezialität.“Gabriel legte die Hand auf die Schulter seines Freundes, zog sie aber schnell wieder zurück als hätte er sich verbrannt, als das wütende Funkeln in dessen Augen zu sehen war.Der ältere Jäger war also einer Laune des Universums zum Opfer gefallen. Das war auf so vielen Ebenen falsch.Die Kräfte der beiden Engel waren sofort nach Mitternacht, oder besser gesagt, nach Deans Tod zurückgekehrt. Fieberhaft überlegten und die drei den nächsten Schritt.„Okay, Gabe. Sieh im Himmel nach.“„Schon unterwegs“, erwiderte er und küsste Sam zum Abschied, bevor nur noch ein Flügelrauschen zu hören war. Nach ein paar Minuten stand der kleine Engel wieder neben seinem ungläubigen Freund.„Hallooo?! Ich halte den Laden dort oben am Laufen. Es wäre schneller gegangen, hätte ich mich nicht noch mit einem alten Freund bei Kaffee und Kuchen verquatscht.“„Und?“, wollte Cas ungeduldig wissen.Es folgte nur ein Schulterzucken.„Nichts. Dean ist nicht im Himmel.“„Hätte mich auch gewundert“, erwiderte Sam mit einem tiefen Seufzen, „wer hat eigentlich jetzt das Sagen in der Hölle? Crowley ist tot. Asmodeus ist tot. Luzifer ist tot …”Das war eine gute Frage.„Gute Gelegenheit wieder mal ein paar Dämonen zu foltern“, schmunzelte Gabe und ließ seine Finger krachen. Dämonen zu finden war nicht das Problem. Sie zu foltern und zu töten war ein noch geringeres Problem, aber keiner hatte eine Antwort auf ihre Fragen.„Das war der zehnte. Er ist nicht in der Hölle“, seufzte Cas und tötete ihn nur durch Handauflegen.„Wenn Dean nicht im Himmel ist und auch nicht in der Hölle. Was gibt es noch?“„Fegefeuer“, murmelte Cas, legte den Kopf schief und dachte an die Zeit zurück.„Da kommen doch nur Monster hin“, erwiderte Sam kopfschüttelnd und schloss die schwere Eisentüre zum Verhörraum. Aber Dean war schon einmal dort gewesen – wenn auch eher durch einen blöden Zufall.„Was gibt es noch? Wo kommen eigentlich Dämonen hin, wenn sie sterben?“, fragte Sam.„In die Leere. Genauso wie die Engel … schlafen dort einen endlosen friedlichen Schlaf“, erwiderte Cas, der auch schon dort war. Er hatte den Jägern nichts davon erzählt, weil er sich auch nicht daran erinnern konnte. Aber er wusste von diesem Ort aus Erzählungen.Aber Dean war weder Engel noch Dämon …Erschöpft sank Sam auf die Couch, lehnte den Kopf an die Rückenlehne und schloss die Augen. Mit einer Tasse Kaffee setzte Gabriel sich daneben und reichte ihm diese. „Sammy?“„Was?“Der kleinere Engel wartete geduldig an der Türe von Deans Zimmer bis Sam herauskam.„Sollten wir ihn nicht wegpacken, bevor er zu stinken anfängt?“„Du redest von meinem Bruder!“„Sollten wir Dean nicht wegpacken, bevor er zu stinken anfängt?“Mit einem Seufzen schüttelte der Jäger den Kopf, aber Gabriel hatte Recht. Dean konnte dort nicht liegenbleiben. Mittlerweile war der dritte Tag angebrochen und so wurde beschlossen, ihn in die Kühlkammer zu legen.
----- CHAPTER BREAK -----
„Seht mal, was ich gefunden habe“, schmunzelte Cas und drehte den Laptop, damit die anderen beiden einen Blick auf die Schlagzeile des Tages werfen konnten. „Das sieht ganz nach unserer Hexe aus“, murmelte Sam, scrollte weiter hinunter und las vor, was geschrieben stand.Erst das Flügelrauschen riss ihn aus den Gedanken und er bemerkte, dass die beiden Engel verschwunden waren. Es dauerte nur einen Wimpernschlag, bis die zwei mit Rowena wieder auftauchten.„Seid ihr verrückt?“, kreischte die rothaarige, zierliche Frau und wand sich aus den Griffen.„Schön, dass du kommen konntest“, schmunzelte Sam und bot ihr einen Stuhl an.„Ich bleibe lieber stehen. Was wollt ihr von mir? Hatten wir nicht ausgemacht, dass ihr mich in Ruhe lassen sollt?!“Skeptische Blicke von einem zum anderen, bevor ihr Deans Abwesenheit auffiel.Nachdem alle drei, in wildem Durcheinander, die Geschichte erzählt hatten, setzte sich Rowena doch denn der Kopf rauchte.…Es war kein Geheimnis, dass die Hexe nie ein Fan der Winchesters gewesen war, aber dass das Schicksal so übel mitgespielt hatte, machte sie nachdenklich.In der Welt des Übernatürlichen war viel möglich, aber jemanden mit dem Tod zu bestrafen, nur weil sich die anderen einen Spaß daraus machten, war fies.Doch dann brach sie ihre Gedankengänge ab, denn im Prinzip hatte sie das selbst des Öfteren gemacht. Zugegeben, manches davon hatte sie bereut. Eigentlich war es nicht ihr Ziel, als böse Hexe abgestempelt zu werden und vielleicht war das die Chance, etwas Buße zu tun. „Hört zu. Dieser Spruch funktioniert nur einmal … wenn er denn funktioniert. Entscheidet euch, wo ihr hinwollt.“Diese Entscheidung fiel nicht schwer, denn Dean war weder von einem Engel noch von einem Dämon besessen.…Der Plan war einfach. Nun hoffte Sam, dass es nicht doch noch an der Ausführung scheiterte.„Versprich mir, dass du vorsichtig bist. Sam. Ich will dich in einem Stück wiederhaben.“Der größere Mann nahm seinen Freund in die Arme und drückte einen lauten Kuss auf seinen Kopf.„Natürlich. Ich verspreche es und ich habe auch noch Cas.“„Ich töte dich, wenn du mir Sammy nicht wiederbringst“, flüsterte der kleine Engel seinem Bruder eindringlich zu und daran gab es keinen Zweifel, als seine Augen kurz blau aufblitzten. Als die vier im Auto saßen und nach Colorado fuhren, um einen Vampir zu töten herrschte Schweigen. Keiner wusste, ob das auch funktionieren würde. Für so etwas gab es keinen Präzedentsfall.„Okay Jungs. Sobald das Monster gefesselt ist, nehmt ihn du und Sam an der Hand. Ich spreche den Verbindungszauber und Gabriel schlägt ihm den Kopf ab. Nicht loslassen, egal was auch passiert!“ Das Herz schlug Sam bis zum Hals, als das Engelsschwert nur einige Millimeter an seinem eigenen Kopf vorbeizischte. Nervös warf er seinem Engel noch einen letzten Blick zu, bevor sich seine Augen schlossen. Rowenas Worte waren zu hören und dann krampfte sich sein Magen zusammen. Ein mächtiger Blitz schlug ein und dann wusste er nichts mehr.Nicht sicher, wie lange all das gedauert hatte, öffnete Sam irgendwann seine Augen wieder und fand sich auf dem Boden eines Waldes wieder.„Cas?“Suchend sah sich der Jäger um, aber der Engel war nirgends zu sehen.„Na toll ...“Er schnappte sich sein Messer und die Axt, die am Boden lag und es dauerte auch nicht lange, als ihm zwei Werwölfe Gesellschaft leisteten. Blutbespritzt von oben bis unten war Minuten später plötzlich eine Stimme hinter ihm zu hören. „Gut. Wie funktioniert das jetzt? Gibt es einen Treffpunkt dieser Kreaturen?“„Ich denke, wir müssen uns durchfragen“, erwiderte der dunkelhaarige Engel mit einem Schulterzucken.Die Befragungen dauerten lange; es rollten eine Menge Köpfe, aber niemand hatte etwas von einem Menschen gehört, der im Fegefeuer gelandet war.„Wir müssen das Portal suchen“, murmelte Sam und ließ sich erschöpft auf den Boden fallen, „nach einem kurzen Nickerchen.“ Nervös ging Gabriel auf und ab. Immer wieder ein Blick auf die Armbanduhr. Hoffentlich war nichts schiefgegangen.„Was für ein hirnrissiger Plan“, murmelte er, setzte sich auf einen Stein und starrte auf das Feld, wo die zwei, oder glücklicherweise die drei schon seit einer Stunde hätten auftauchen sollen.Gerade wollte er von einem Schokoriegel abbeißen, als ihn ein heller Blitz erschrak. Erleichtert atmete er durch, als er seinen großen Freund sah.Sams Arm pulsierte, leuchtete wie eine rote Ampel und unter Schmerzen stöhnend zückte er das Messer.„Eius Ad Mundum Nostrum. Nunc.“Kurzgesagt, er schnitt Cas frei. „Und wo ist Dean?“„Er ist nicht im Fegefeuer“, antwortete Cas kopfschüttelnd. Keiner der drei wusste weiter.Alle Möglichkeiten waren ausgeschöpft und enttäuscht machten sie sich auf den Heimweg. Als Dean die Augen aufschlug, konnte er nichts sehen. Durch jahrelange Erfahrung wusste er, dass sich nicht gleich bemerkbar zu machen am besten war, also rappelte er sich schweigend auf die Beine.Reflexartig griff er sich an den Hinterkopf, aber da war nichts mehr – keine Wunde, kein Blut, keine verklebten Haare oder Schmerzen. Aber ihm war bewusst, dass er gestorben war. Sein Verstand sagte, dass es nur zwei Orte gab, an denen er sein konnte.Aber um ehrlich zu sein, wollte er an keinem dieser Orte sein, sondern viel lieber im Bunker auf der Couch sitzen und mit Cas und Sam ein Bier trinken. Sogar den kleinen vorlauten Engel vermisste er ein wenig. Ob sie wohl nach ihm suchen würden? Bestimmt waren schon einige Minuten, wenn nicht sogar Stunden vergangen, in denen Dean herumirrte. Es war stockdunkel und da war nichts – nicht mal ein Kieselstein. Immer wieder fragte er sich, wo er gelandet war.Erschöpft sank der Jäger zu Boden und schloss die Augen. Seine Gedanken wanderten zu Cas. Wie gerne hätte er dem Engel gesagt, was er für ihn empfand. Auf der anderen Seite wäre das Loslassen für Cas vielleicht viel schlimmer gewesen …„Du hättest es ihm sagen sollen.“Plötzlich war eine leise Stimme zu hören. Irritiert richtete Dean sich auf.„Was?“Dann war wieder Stille. Also war noch jemand hier …Fest entschlossen, diese Person zu finden rief der Jäger immer wieder – so lange, bis er fast heiser war. Auf einmal blieb ihm aber die Stimme im Hals stecken blieb, denn ein kleines Licht, wie das von einer Straßenlaterne war zu sehen. „Sei leise, du weckst alle anderen!“Bei näherer Betrachtung stellte sich dieses Wesen als jemand heraus, den Dean besser kannte als irgendjemanden sonst.Nichts Ungewöhnliches – es war nicht das erste Mal, dass er sich selber gegenüberstand.„Wo bin ich?“„Im Nichts.“„Im Nichts ...“, wiederholte Dean trocken, machte fragende Handbewegungen und überlegte, denn irgendwo hatte er das schon einmal gehört, „… ich bin weder Engel noch Dämon. Warum zum Teufel bin ich hier?“ „Dean, Dean, Dean …“ Sein anderes ich lachte. „Du bist schon so oft gestorben und wieder zurückgekehrt. Für das Universum zählst du bereits zum Übernatürlichen.“„Ich bin also tot. Tot wie … tot tot? Oder gibt es ein Schlupfloch?“„Die bessere Frage wäre, warum du nicht schläfst?!“„Bin eben ein aufgewecktes Kerlchen …“, scherzte Dean, denn darauf wusste er nun wirklich keine Antwort, räusperte sich aber, denn sein Gegenüber fand das gar nicht witzig, „… hör zu. Ich will wieder zurück, denn hier gibt es ... nichts?!“„Du kannst nicht wieder zurück. Du hast deine Chance vermasselt.“
Ich habe meinen Engel verteidigt und dafür bin ich gestorben?
„Nicht nur dafür. Du hättest es ihm sagen sollen.“
Na toll, kannst du jetzt auch Gedanken lesen?
„Ja, kann ich ...“
Verdammt noch mal … lass das. Bist du drei?!
„Stopp!“Dean war mehr als verwirrt. Das war alles ziemlich unheimlich. Nachdem ihm erklärt worden war, was und warum er es vermasselt hatte, schnaubte der Jäger vor Wut.„Und dafür bin ich gestorben? Weil euch langweilig war? Wie kommt ihr dazu euch in das Leben anderer einzumischen! Seid ihr ...?!“„Schh. Sei doch leise, du weckst die anderen ...!“Aber Dean dachte nicht daran seine Stimme zu senken und schmetterte seinen Zorn mitten in das Gesicht des anderen.„Es gibt zwei Möglichkeiten, du verdammter Bastard. Entweder du lässt mich gehen, oder ich wecke alle auf und wir veranstalten eine Party!“„Ich werde dich nicht gehen lassen“, sagte das Wesen und einen Wimpernschlag später war Dean wieder allein, umhüllt von Dunkelheit.„Mistkerl!“, rief er, bekam aber keine Antwort.Dean schrie, er sang, er irrte herum und tobte vor Wut und Verzweiflung. Irgendwann war aber die Müdigkeit stärker und der ältere Jäger sank zu Boden und fiel in einen unruhigen Schlaf. Die nächsten Stunden, Tage oder möglicherweise waren es sogar Wochen, machte er genau dasselbe. Das Zeitgefühl war verloren gegangen; er konnte nichts sehen, war allein und verwirrt. Komischerweise hatte er weder Hunger noch Durst. Nur die Gedanken an seine Freunde hielten ihn davon ab, komplett dem Wahnsinn zu verfallen.Wissend, dass es laut Billie endgültig war, sollte einer der Brüdern noch einmal sterben, wollte er das aber nicht glauben. Nein, er gab sich nicht damit zufrieden, denn es gab immer ein Schlupfloch – es musste nur gefunden werden.Bei der Jagd ums Leben zu kommen, damit wurde immer gerechnet aber nicht so! Den Tod hatte er schon einmal getötet und schwor sich es wieder machen, sollte er jemals rauskommen. Zudem kam die Angst, die anderen hätten ihn womöglich aufgegeben. Was, wenn sie seinen Körper verbrannten? Würde er ... Dean schüttelte den Kopf, um diese Gedanken zu verbannen und versuchte sich auf etwas Schöneres zu konzentrieren – Cas.Sicher, dass es nicht klappen würde, versuchte er trotzdem zu seinem Engel zu beten. Aber der Gedanke daran, ließ ihn ein kleines bisschen hoffen.Plötzlich war ein Murmeln ganz in seiner Nähe zu hören und weitere Stimmen kamen dazu. Erschrocken drehte er sich in alle Richtungen, denn jemand klatschte langsam in die Hände. „Toll gemacht! Sie wachen auf.“Engel und Dämonen. Es gab zwei Möglichkeiten. Entweder Dankbarkeit – obwohl das Schwachsinn war, denn sie waren gefangen … oder aber sie trachteten nach seinem Leben, was aber auch Schwachsinn war, denn er war ja bereits tot.In jedem Fall würde das nichts Gutes bedeuten ...„Dann würde ich vorschlagen du singst dein Schlaflied, bevor sie dich zerfleischen, denn du bist es, der sie gefangen hält“, antwortete Dean mutiger als er sich fühlte.Durch den schwachen Lichteinfall bemerkte der Jäger, dass dieses Wesen überlegte.„Es schwächt mich“, kam die zögerliche Antwort und plötzlich kniete er sich neben Dean und fauchte, „ich kann deine Gedanken lesen und das wagst du nicht.“„Und ob ich das wage …“, erwiderte der Jäger trotzig und mit einem breiten Grinsen, denn sein Plan war es, die Engel und Dämonen immer und immer wieder aufzuwecken, „… und zwar so lange, bis nichts mehr von dir übrig ist.“„Also schön. Was willst du?“Der Hüter der Leere wusste, verloren zu haben und willigte zögerlich ein, Dean gehen zu lassen. Als Cas auf Deans Bett lag, wünschte er sich einschlafen zu können, um nicht immer an ihn denken zu müssen. Und vor allen Dingen nicht daran, dass Dean in einigen Stunden eine Jägerbestattung bekam. Es hatte lange gedauert, um sich darüber klar zu werden, wieviel dieser Mensch ihm wirklich bedeutete. Immer wieder musste ihm der persönliche Freiraum erklären werden und irgendwann hatte der Engel sich gedacht, dass er Dean nicht zu nahe kommen sollte und hatte aufgegeben.Wie hätte er auch wissen können, dass es nur ein Schutzmechanismus des dunkelblonden Jägers gewesen war, um sich seine eigenen Gefühle nicht eingestehen zu müssen.Mit einem schweren Seufzen drehte sich Castiel auf die Seite und drückte die Decke an seine Wange, atmete den Geruch seines Jägers tief ein und schloss die Augen. Jetzt, wo er mehr wollte, war es zu spät. Er wollte mit Dean auch so etwas wie das, was sein Bruder mit Sam hatte. Er wollt Dean berühren und schmecken.Eine Träne löste sich aus seinem Augenwinkel und ein Entschluss wurde gefasst. Leise schlich er den Gang entlang und öffnete die Tür der Kühlkammer. Als Engel machte ihm die Kälte nichts aus und so legte er sich zu Dean auf den Boden. Er wollte die letzten Stunden bei ihm sein, auch wenn der Körper kalt und steif war.Der dunkelhaarige Engel fragte sich, wann er das letzte Mal geweint hatte. Hatte er überhaupt schon jemals geweint? Dieser Schmerz im Herzen war wieder da, aber seine Kraft konnte ihn nicht davon heilen. Das war aber auch nicht wichtig, denn Cas hatte das Gefühl, er hätte es verdient.Schließlich war Dean auch seinetwegen tot. Hätte er sich nicht dazwischen gestellt ...Auf der anderen Seite war aber jetzt klar, dass andere Mächte mit im Spiel waren.„Dean“, flüsterte der Engel und streichelte über die kalte Wange. Er sah friedlich aus, so als würde er schlafen. Aber Cas‘ Herz war schwer, wusste er doch, dass der Jäger nicht schlief.„Ich muss dir etwas sagen und es tut mir leid, dass ich es erst jetzt begriffen habe. Dass ein Engel und ein Mensch keine Zukunft haben können, das haben uns tausende Jahre immer alle eingeredet. Und ich hatte auch nie das Bedürfnis nach körperlicher Nähe … bis ich dich traf. Dean, du bedeutest mir alles. Ich würde für dich sterben, aber viel mehr möchte ich für dich leben … mit dir leben. Ich liebe dich, Dean.“Seine Hand umklammerte die leblose Hand des Jägers und ließ sie auch nicht mehr los.Er wollte ihm sagen, dass sie sich vielleicht irgendwann wiedersehen würden, verkniff sich das aber, denn es war nicht klar, wo Dean war. Auch nicht, ob die Geschichten von diesem Nichts stimmten und auch wenn es wahr wäre und Dean dort war, würden sie allerhöchstens nebeneinander schlafen können – für die Ewigkeit.Mit einem lauten Seufzen legte er seinen Kopf auf die Brust des Jägers und während Tränen weiter seine Wangen entlangliefen, schlief Cas ein. Erschrocken fuhr der Engel hoch, da der Brustkorb sich hob und Dean mit einem erstickenden Schnauben seine Augen aufriss. Er hustete und keuchte und es dauerte einige Sekunden, in denen der Engel ihn nur anstarrte. Nach einigen Schrecksekunden und unfähig etwas zu sagen oder zu tun, besann er sich schließlich und half Dean hoch.„Wie ist das möglich?“, fragte Cas und musterte seinen Freund von Kopf bis Fuß.„Ich habe keine Ahnung“, erwiderte der Jäger und das stimmte auch, denn alle Erinnerungen waren ausgelöscht worden.Langsam kam das Funkeln in seine Augen zurück.„Aber eines weiß ich noch und das muss ich dir sagen, bevor einer von uns beiden wieder stirbt“, schmunzelte er und umklammerte das Gesicht des Engels.Blau traf auf grün und zart legten sich ihre Lippen aufeinander.„Ich liebe dich und es ist verdammt kalt“, flüsterte Dean und entfernte sich wieder ein Stück.Der Engel konnte sich nicht erklären, woher das Wasser kam, das erneut aus seinen Augen tropfte, aber erneut wurde der Abstand überbrückt und er murmelte an Deans Lippen, genauso zu fühlen. „Cas ...“Plötzlich spürte Gabriel Schwingungen, die er nicht wirklich einordnen konnte. Aber irgendetwas war passiert.Sam sah seinen Freund verwirrt an, der im Nu vom Bett aufgesprungen war und mit einem Fingerschnippen angezogen war.„Ich dachte nicht, dass ich das einmal sagen werde, aber ... beweg dich und zieh dich sofort an!“Der junge Jäger starrte ihn immer noch verwirrt an und da Gabe das alles viel zu langsam ging, folgte erst ein Augenrollen, dann ein Fingerschnippen und Sam wurde an der Hand Richtung Kühlhaus gezogen.Was die beiden dort sahen, als die Türe aufgemacht wurde, war wie ein Wunder. Nicht nur, dass Dean lebte, sondern auch, dass er sich in Cas‘ Armen so wohl fühlte.
