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Schon zum dritten Mal in dieser Nacht schreckte Dean hoch. Wieder ein Albtraum, oder ein Flashback ... für ihn machte das keinen Unterschied. Das, was er in den letzten Stunden und Tagen durchgemacht hatte, grenzte an einen Horrortrip.Tränen sammelten sich in seinen Augen als er seine Hände um seinen Körper schlang, die Knie an seine Brust zog und versuchte, sich so klein wie möglich in seinem Bett zusammenzurollen. Niemand war da. Er hatte alle enttäuscht. Nur weil er wieder einmal nur an andere gedacht hatte. Stimmte nicht ganz … weil er gar nicht nachgedacht hatte. Da der Jäger ohnehin nicht mehr einschlafen konnte und auch nicht wollte, wurde die kleine Nachttischlampe eingeschaltet und mit einem Seufzen lehnte er sich an den Bettrahmen. Was wohl die anderen gerade machten?Die letzte Erinnerung war das strahlende Gesicht seines Bruders, über dem toten Körper Luzifers gebeugt. Sie hatten ihn besiegt. Das war der Plan gewesen … und dann ging alles schief, weil er ... er, Dean Winchester, einem Engel vertraut hatte. Wie konnte er nur so dumm sein?! Wie konnte er nur denken, dass dieser Mistkerl die Wahrheit sagte; nach all dem, was er in den letzten Jahren über diese geflügelten Bastarde erfahren hatte. Es hatte viele, sehr viele Monate gedauert, Castiel zu vertrauen und nur eine Minute für Michael. Cas ...Mit einem erneuten tiefen Seufzen dachte Dean an seinen Engel, der versucht hatte, ihn von diesem irrsinnigen Plan abzubringen. Gemeinsam wäre früher oder später bestimmt auch eine andere Lösung gefunden worden, aber durch seine Sturheit, die Dinge allein zu regeln, hatte er alle in den größten Schlamassel der Geschichte der Menschheit gebracht.Der junge Mann war der festen Überzeugung, es verdient zu haben, wenn niemand nach ihm suchen und ihn befreien würde.…Plötzlich dröhnte eine laute, schreckliche Musik in seinen Ohren und Dean presste den schmerzenden Kopf zwischen seine Knie.„Verdammte Scheiße, Michael!“Am Fernseher tauchte das Bild des Engels auf und die beiden Männer starrten sich an. Das war Michaels Art der Kommunikation. Immer wieder – in jedem Spiegel, auf jeder glänzenden Fläche, sogar am Blickfenster der gottverdammten Mikrowelle. Wenn der Engel des Herrn es wollte, konnte er Dean beobachten. Und das war das Problem, denn dieses nervige Geflügel schlief nie. Mit einem amüsierten Schmunzeln deutete er um sich. Michael hatte an dieser Welt Gefallen gefunden – an den Lichtern der Stadt, den schönen Frauen und dem Alkohol. Vor allem genoss er, dass Dean es nicht genoss.So schnell wie das Bild aufgetaucht war, verschwand es auch wieder und der junge Mann war wieder allein.…Michael saß an der Bar und bestellte etwas zu Trinken. Während an dem Glas genippt wurde, dachte auch er über die vergangenen Tage nach. Niemals hätte er für möglich gehalten, dass es so einfach war. Viele Jahre lang hatte Dean sich ihm widersetzt; sich vehement dagegen gesträubt, das Schwert zu sein.Sam war eingeknickt und auch der verlorengegangene Bruder – aber nein, nicht der starke ältere Jäger …Dann aber, damals auf diesem gottverdammten Feld in Detroit wurde er ausgetrickst und war lange Zeit mit seinem verhassten Bruder Luzifer im Käfig gefangen. Wie oft hatte er zu seinem Vater gebetet, geschrien und geflucht …Irgendwann wurde diese Hülle aber zu schwach – zu schwach für seine Macht.So sehr er auch versuchte, die Puzzleteile zusammenzusetzen, diese Erinnerung war wie weggewischt, denn plötzlich fand er sich selbst in einem anderen Universum wieder. Hatte sein Vater ihn dorthin geschickt? Warum hatte er das gemacht? Wahrscheinlich wegen der unergründlichen Wege und bla bla bla …Mit einem tiefen Seufzen schüttelte er den Kopf und trank einen großen Schluck, deutete dem Barkeeper das Glas wieder aufzufüllen.Nur gut, dass gleich ein armer Idiot auf ihn zu warten schien und ihm alles versprochen hatte, nur damit seine Kinder vor dem Hungertod gerettet wurden. Bei diesem Gedanken musste er leicht grinsen, denn dieses Glück war nicht von großer Dauer gewesen. Aber das war ihm egal.Früher ... früher gehörte Michael zu den gerechtesten und loyalsten Soldaten. Auch wenn er schon damals nichts mit den schwachen Menschen anzufangen wusste, aber dieses neue Universum hatte ihn noch mehr verändert … vielleicht war es aber auch der Einfluss von Luzifer, der ihn im Käfig vergiftet hatte …Diese neue Welt war anders – dunkel, böse. Aber Michael versuchte mit seinen Anhängern das Beste daraus zu machen. Dass das nicht für alle Beteiligten das Beste war, war klar ... aber auch das war egal.Und jetzt saß er hier und dachte darüber nach, was er jetzt alles machen konnte, nun, nachdem sein Bruder tot war. Sein Plan war die Welt nach seinen Regeln umzuformen und noch dazu sah er verdammt gut aus in seinem neuen Anzug. „Cas!“Erschrocken fuhr der schwarzhaarige Engel herum und blickte in Sams entsetztes Gesicht. Erst einige Momente später realisierte er, dass seine Hand auf der Herdplatte lag und rauchte und stank.Versunken in Gedanken, wie so oft in den letzten Tagen, war es nicht das erste Mal, dass so etwas passierte. Erst am Tag zuvor hatte geistesabwesend Jacks Bein so fest gedrückt, dass erst durch die Schmerzensschreie wieder zur Besinnung gekommen war. Zwar wurde es sofort wieder repariert aber das schlechte Gewissen nagte noch immer an ihm.„Es tut mir leid“, murmelte er schuldbewusst, als der Rauchmelder zu piepsen anfing.„So kann es nicht weitergehen. Vier Tage ist Micheal jetzt schon in Dean. Wir brauchen endlich einen Plan!“ Jack fühlte sich hilflos, da er keine Power mehr hatte. Cas fühlte sich schuldig, weil er Dean nicht aufhalten konnte. Mary und Sam hatten sich in den vergangenen Stunden mit Bobby und Charlie zwischen den Büchern verschanzt, aber auch nichts herausgefunden und Rowena war unauffindbar.Am Abend saßen alle gemeinsam am Tisch. Schweigen; die Blicke gingen von einem zum anderen. Es war eine ausweglose Situation.Der Einzige, der Macht hatte, war Castiel aber gegen einen Erzengel hatte er keine Chance. Außerdem hatte er mit Jack gestritten, dem es anscheinend egal war, dass Dean starb, wenn Michael getötet wurde.…„Sam?“Der junge Jäger zuckte mit den Schultern. Natürlich wollte er seinen Bruder wiederhaben, wusste aber auch, dass Dean sein Leben dafür geben würde, würde die Welt dadurch gerettet.Man konnte es drehen und wenden, aber ihnen lief die Zeit davon, denn Michael hatte bereits begonnen. Am Waschbecken gelehnt, war Dean gerade dabei, sich die Zähne zu putzen, als vor Schreck die Zahnbürste hinunterfiel. Im Spiegel tauchte ein Bild auf, wo zwei Männer und drei Frauen blutüberströmt an deren Händen festgebunden an einem Balken hingen. Michael war dabei, die wenigen übrigen Engel zu foltern und zu töten und es war schrecklich und brutal.Es war nur ein Bruchteil eines Augenblickes, ehe der Spiegel wieder zu einem Spiegel wurde.Diese Erinnerung daran aber zwang den Jäger schluchzend in die Knie. Er fühlte sich so hilflos und die Tatsache, dass er es war – wenn auch nur sein Körper, der diese totbringenden Werkzeuge in den Händen hielt, erinnerte an die furchtbare Zeit in der Hölle, wo er selbst zum Foltermeister geworden war.Dean schrie, tobte, zerschlug alles, was ihm in die Quere kam. Er war so in Zorn und Ekstase. Das Blut, das er sich durch die Verletzungen zuzog, vermischte sich mit Schweiß und Tränen. Sein Herz klopfte wie wild in seinem Kopf und immer wieder hämmerte seine Faust gegen die Wand, bis die Fingerknöchel brachen.Erschöpft sank Dean zu Boden und hörte ein lautes Lachen. Es war überall. Es dauerte nur einen Wimpernschlag und das Badezimmer befand sich in dem ursprünglichen Zustand, Deans Hand war geheilt und diverse Körperflüssigkeiten waren verschwunden.„Das werde ich nicht zulassen“, grinste Michael aus dem Spiegel und ließ die weißen Zähne blitzen, „du könntest dich nicht einmal umbringen, wenn du es wollen würdest. Du kannst gar nichts machen; nur zusehen. Du bist nur ein kleiner, schwacher, nichtsnutziger Mensch. Und außerdem schwächt mich das, wenn du hier alles kurz und klein schlägst. Also lass das verdammt noch mal sein!“ Dean dachte an die Zeit, wo Sam von Gadreel besessen war und wünschte, dass es genauso wäre. Denn sein jüngerer Bruder hatte keine Erinnerung an diese Zeit.Aber er wusste, dass es Michael Spaß machte, ihn zu quälen. Dean ging in die Küche und machte sich Kaffee … viel Kaffee. Er wollte nicht einschlafen, wollte sich nicht erinnern. Aber diese Ruhe und Stille machte es nicht einfach. Dean schloss die Augen und versuchte an etwas Schönes zu denken. Viel gab es ohnehin nicht. Er dachte an seine Mutter, an Sam ... an Cas.„Cas ... ich weiß nicht, ob du mich hören kannst ...“Wieder dieses fiese Lachen.„Ach komm schon. Halt deine Klappe, Dean. Dich hört keiner, außer mir. Und schon gar nicht dein Schmuseengel!” Tag 8Durch ein lautes Hämmern an der Türe wurde Sam geweckt. Er sah auf die Uhr und bemerkte, dass es bereits Nachmittag war. Mit einem tiefen Stöhnen fuhr er sich mit der Hand über das Gesicht und durch die Haare und stand mühevoll von der Couch auf.Ein fragender Blick in Cas‘ Richtung, denn alle wichtigen Personen waren hier im Bunker. Erneut ertönte das laute Klopfen. Sam entsicherte seine Waffe und während sich die anderen sammelten, stieg er die lange Wendeltreppe hinauf und öffnete die Tür.Dort sah er einen Teenager, den er nicht kannte. Aber dieser schien Sam zu kennen.„Sam? Du hast mir vor ein paar Jahren gesagt, ich soll kommen, wenn etwas nicht stimmt.“Während die schwere Türe wieder verschlossen und die Waffe einsteckt wurde, überlegte der Jäger, woher er diesen Jungen kennen sollte. Klar, irgendein Fall – aber welcher?Als der braunhaarige Teenager einen Blick nach unten warf und einige Menschen mit Pistolen auf ihn zeigten, wurde ihm ein wenig bange zumute. Ängstlich sah er Sam an, der den anderen versicherte, dass alles in Ordnung war. „Jesse Turner.“Auch wenn Sam noch einen Augenblick überlegen musste, wusste Cas sehr wohl mit wem er es zu tun hatte. Mit einem Stirnrunzeln kam der Engel näher und beäugte ihn von allen Seiten.„Jesse? Wie der Antichrist-Jesse?“, fragte Sam und im Nu waren alle Pistolen wieder auf ihn gerichtet.„Ja ... nein. Deswegen bin ich hier”, stammelte Jesse, setzte sich und atmete tief durch.Der Junge war in Jacks Alter – jedenfalls sah Jack danach aus und neugierig kam er näher.„Es ist weg. Meine Power. Es ist nichts mehr da.” Cas antwortete nur mit einem Schulterzucken und erklärte, dass er so lange Macht hatte, solange es Luzifer gab. Und da dieser nun tot war ...Jesse erzählte, seine Macht nie unüberlegt eingesetzt und ein normales Leben in Australien geführt zu haben.Diese Macht loszuwerden, darüber freute er sich – sich keine Sorgen mehr machen zu müssen; ein normaler Mann zu werden und mit dem ganzen übernatürlichen Kram nichts mehr zu tun haben zu müssen.„Ist aber auch nicht das Schlimmste, dass Luzifer tot ist, oder?“, schmunzelte Jesse, nachdem er die ganze Geschichte erfahren hatte.„Wie man es nimmt“, mischte Jack sich ein, „er hat meine Gnade.“„Und du bist ...?“„Jack. Luzifers Sohn“, erwiderte der junge Mann und reichte Jesse die Hand.„…?“„Er ist ein Nephilim. Halb Mensch und halb Engel”, erklärte Castiel und Jesse nickte.„Ich bin halb Mensch und halb Dämon.“„Schön. Hätten wir das mit der Familiengeschichte dann geklärt?“, murrte Bobby sarkastisch. „Du bist so ruhig. Was ist los?“Sam setzte sich neben seine Mutter und legte den Arm um ihre Schulter.„Wir haben hier einen Nephilim und den Antichristen … ohne Power. Der Schlüssel dazu ist Luzifer. Was wäre, wenn ...“„Du willst nicht ernsthaft damit andeuten, Luzifer wiederzubeleben, damit die beiden Jungs ihre Macht wieder bekommen? Ich weiß nicht einmal, ob das ginge.“„Aber sie könnten Michael töten.“„Und Dean ...“„Ja, wenn es keine andere Möglichkeit gibt ... auch Dean.”
----- CHAPTER BREAK -----
„Jesse Turner. Ist es Zufall oder Schicksal, dass du hier bist?“Kopfschüttelnd und mit einem leichten Schmunzeln auf den Lippen sah Sam auf den schlafenden Körper auf der Couch.„Er hat mich in eine Spielzeugfigur verwandelt“, murrte Castiel.„Er war ein Kind und du wolltest ihn töten. Er hatte Angst.“Gut. Der Punkt ging an Sam, trotzdem mochte Cas diesen Jungen nicht.„Trotzdem. Er kann uns auch nicht helfen, also kann er auch wieder gehen, so wie er gesagt hat.“Gezwungen werden konnte natürlich keiner und es fehlte noch immer der Plan. Immer wieder wurde versucht, Rowena über das Handy zu erreichen und siehe da, beim gefühlt hundertsten Mal hatte Sam Glück. Ohne viel erklären zu müssen, sagte die rothaarige Hexe zu und Sam war erleichtert, denn hätte er den Grund genannt, sie hätte mit Sicherheit sofort aufgelegt.Es dauerte zwei weitere Tage bis zu ihrer Ankunft. In ihrer Tasche befanden sich all das was man eben als Hexe so brauchen könnte.Die elegante Dame stich sich ihr schwarzes, langes Samtkleid zurecht und klopfte erwartungsvoll. Freundlich wie immer wurden alle mit einem Lächeln begrüßt. Natürlich auch der hübsche Engel. Jedoch blieb ihr das Lächeln im Halse stecken, als ihr erklärt wurde, worum es ging.…„Ihr wollt was? Ihr seid doch verrückt!“Mit einem spöttischen Schnauben wollte sie auf der Stelle wieder umdrehen.„Bitte Rowena. Wir wissen, dass du die dunkelsten Zauberbücher besitzt. Wir brauchen dich!“Der junge Jäger appelierte an ihre Macht und Stärke, schmeichelte ihr und nach vielen Überredungskünsten knickte Rowena ein, setzte sich an den Tisch und blickte in die Runde.Als ihr Blick bei Charlie hängen blieb, nickte sie. Die Erinnerung, es mit ihrer Hilfe geschafft zu haben, das Buch der Verdammten lesen zu können kam wieder. Natürlich war klar, dass es sich um AU-Charlie handelte. Jedoch appellierte das an ihr Gewissen, war sie doch mitschuld an ihrem Tod.Dann schweiften ihre Gedanken zu Luzifer. Diese Bande hatte wirklich vor, den ärgsten Feind der ganzen Welt wieder zurückzuholen und sie sollte der Drahtzieher sein. Es war nicht die Frage, ob sie das konnte sondern eher, ob sie das wollen würde.Schließlich hatte sie ihn einige Male ausgetrickst und wusste, dass der Teufel nachtragend war.Rowena rang wirklich mit sich selber und es kostete einiges an Überredungskunst.„Er liegt hinten in einer der Zellen, gefesselt und voll mit Zaubersprüchen.“ „Sam, ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.“Der Jäger war überzeugt davon, dass es keine gute Idee war, aber er nickte Cas zu und antwortete:„Wir brauchen nur seine Kraft. Dann kann er für immer und ewig schlafen.“Nach Jahren der Angst und Pein; nach dem Psychoterror, den Luzifer mit ihm veranstaltet hatte. Nachdem all das überstanden und Dean ihn getötet hatte, wollte Sam ihn jetzt wieder am Leben haben. Ja, das war bestimmt keine gute Idee.Aber als Jack, Cas und er vor dem toten Körper standen, gab es kein Zurück mehr.Rowena stand seufzend an der Tür und mit zögerlichen Schritten, so als könnte Luzifer jeden Moment aufwachen, ging sie in die Mitte des Raumes, wo alles vorbereitet wurde.„Stellt euch in einem Kreis auf. Rund um diesen Mistkerl da.“Bobby, Mary, Rowena und Charlie hielten sich an den Händen. Cas, Sam und Jack knieten am Boden und legten ihre Hände auf Luzifers Brust.„Im Buch steht, es sollten die Personen sein, die eine Verbindung mit ihm hatten, aber wir sind alles was wir haben …“Dreimal wurde der Zauberspruch wiederholt. Einmal war es sogar Cas, da er als Engel eine stärkere Macht hatte … aber nichts tat sich. Nicht einmal ein Wackeln seines Zehes. Nichts.„Ich sage es ja nur ungern, aber ohne diesen verfluchten Mistkerl sind wir verloren“, murmelte Bobby. „Sagt mal, vielleicht irre ich mich ja, aber … was ist mit Jesse?“, erwiderte Charlie und ließ sich der Länge nach auf die Couch fallen, „habt ihr nicht gesagt, er hatte auch eine Verbindung zu ihm, oder von ihm ... oder, keine Ahnung.“„Wer ist Jesse?“Rowana hatte noch nie von ihm gehört und wollte mehr wissen.„Der Antichrist.“„Oh …“, lachte die Rothaarige nervös, „… also das wird ja immer besser.“„Nein, seine Macht ist mit Luzifer gestorben. Er ist nur noch ein normaler Teenager. So wie ich“, murmelte Jack kleinlaut und holte sich ein Glas Wasser. Nicht wünschte er sich mehr als seine Macht wieder zu haben, damit die lästigen Übel wie schlafen, essen, trinken und auf Toilette zu gehen wieder verschwanden.„Und was hat er dann noch für eine Bedeutung?“„Mann Cas, was hast du gegen ihn?! Ein Versuch ist es wert.“ Sam wählte die Nummer und eine Stunde später war Jesse bei den anderen im Bunker.„Sieht ja nicht sehr spektakulär aus“, bemerkte der Junge und stieß leicht mit seinem Fuss an Luzifers.Um ehrlich zu sein, fühlte er sich nicht wohl dabei, als alle wieder in ihre Positionen zurückgekehrt waren und seine Hand ebenfalls auf Luzifer’s Brust lag.Ein Knall war plötzlich zu hören – es war die Schüssel am Boden, die zerprang. Mit einem röchelnden Geräusch fuhr er hoch und sah sich um. Orientierungslos tappte Luzifer in der Dunkelheit umher und brüllte.„Hallo, ist hier jemand? Wo verdammt noch mal bin ich hier?!“Aus der Ferne war ein Lichtstreifen zu sehen, auf den er zustolperte und plötzlich einem Wesen gegenüber stand. Mit einem spöttischen Grinsen musterte Luzifer es von Kopf bis Fuß.„Siehst gut aus. Wo bin ich hier gelandet?“„Da wo alle Engel landen“, erwiderte sein Ebenbild.„Ach egal. Ich muss zurück.“„Hier kommt niemand zurück. Du solltest schlafen, wie alle anderen auch.“Luzifer schüttelte den Kopf, legte eine Hand auf die Schulter des anderen und lachte, bevor er ernst wurde.„Hörst du es nicht? Ich werde gerufen. Bring mich zurück. Sofort!“Der Teufel konzentrierte sich, versuchte verschiedenste Sachen, aber nichts funktionierte.„Du hast hier keine Macht und jetzt sei leise!“„Sonst was?“Das erstbeste Lied, das ihm in den Sinn kam, sang er … lautstark und falsch.„Ahhh …!“Kreischend schloss das Wesen die Augen und im nächsten Moment zuckte ein Blitzschlag durch Luzifers Körper und dann wusste er nichts mehr … In den kleinen, dunklen, kalten Raum konzentrierten sich alle und wiederholten Rowenas Worte.Castiel legte seine Hände auf die der anderen drei und schickte einen Energiestoß durch ihre Körper, der sich auch auf Luzifers Körper übertrug.Der Mann am Boden wurde heftig geschüttelt und Sekunden später waren alle in grelles Licht gehüllt. Alle außer Castiel legten reflexartig die Hand vor die Augen und gingen ein paar Schritte zurück. Der Zauberspruch hatte seine Wirkung nicht verfehlt.Ein kräftiges Donnergrollen erschütterte den Raum und bevor Luzifer etwas sagen oder machen konnte, hatte Cas seine Kehle angeritzt und Jacks Kopf hinuntergebeugt, der aus purem Instikt seinen Mund leicht öffnete, damit die Gnade wieder dorthin zurück konnte, für wo sie bestimmt war.Und nicht nur das, denn nun besaß Jack zudem auch Luzifers Gnade und auch Jesse hatte seine Macht wieder.All das spielte sich in wenigen Sekunden ab und erst als Luzifer wieder zurücksank und seine Augen für immer geschlossen hatte, atmeten alle das erste Mal durch. „Wow“, keuchte Rowena und sank zu Boden, denn ihr war unglaublich schwindelig.Aber als Sam ihr aufhelfen wollte, winkte sie mit den Worten ab, nur ein paar Minuten Ruhe zu benötigen.„Jetzt haben wir nicht nur ein, sondern drei Power-Wesen“, lachte Bobby und die anderen stimmten ein. Es tat gut, wieder einmal befreit lachen zu können.Sam legte seine Hände auf Castiels Schultern und betrachtete mit einem Kopfschütteln die tiefe Falte auf seiner Stirn, das sich die beiden Teenager blendend verstanden.„Es ist gar nicht so übel, wenn Jack einen Freund in seinem Alter ... oder zumindest in seiner Größe hat“, lächelte der Jäger verschmitzt.Tja. Was blieb Cas anderes übrig als das zu akzeptieren.Für diesen Tag hatten die acht alles gegeben und sich eine Pause verdient. Immer wieder stach Castiel mit seinem Engelsschwert auf den älteren Jäger ein, der sich wimmernd und keuchend auf dem Boden krümmte.Blutspritzer an den Wänden, Cas‘ von Wahnsinn gezeichnetes Gesicht vor ihm – wie in der Zeit, als er von Leviathanen besessen war und immer wieder Michaels schreckliche, laute, spöttische Lachen, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, ihn zu brechen.Es dauerte nur einige Augenblicke. Als der dunkelblonde Jäger seine Augen wieder öffnete, war alles so wie es vorher war.Am Boden kauernd, robbte er sich in eine Ecke. Der Angstschweiß lief in Strömen über seinen Körper und mit er starrte er auf seine zitternden Hände.„Bitte Michael. Hör auf!“, schluchzte er und hätte niemals von sich selbst gedacht, zu betteln. Aber er konnte nicht mehr; das war schlimmer als seine Zeit in der Hölle.Er schlug die Hände vor sein Gesicht, zog die Knie nahe an seinem Körper und betete, dass dieser Albtraum bald ein Ende hatte.Seit Tagen, vielleicht auch Wochen oder gefühlt waren es auch Jahre … immer wieder dasselbe. Der Sinn für die Zeit war verloren, der Sinn für die Realität verschwommen; Dean hatte Halluzinationen durch den Schlafentzug und wollte einfach nur noch sterben. Er war nur noch ein Stück Fleisch, das sich mehr und mehr aufzulösen schien. „Wir fangen doch erst an!“Kaum die Augen wieder geöffnet, starrte er das Gesicht von diesem miesen Erzengel im Spiegel. Ein breites, höllisches Grinsen wie das vom Clown Pennywise.Dean konnte nicht mehr zählen, wie oft die Menschen, die er liebte, ihn gefoltert und dann getötet hatten oder wie oft die Menschen die er nicht retten konnte ihm die Schuld gegeben hatten. Anfangs hatte er rebelliert, geschrien und versucht wieder die Kontrolle zu übernehmen.Immer wieder war er aufgestanden, um erneut niedergedrückt zu werden. Dean hatte sich vorgenommen, es irgendwie durchzustehen, aber er hatte keine Kraft mehr.„Warum tötest du mich nicht einfach?“Aber nur ein erneutes sarkastisches Lachen, bevor Michael wieder verschwand.
----- CHAPTER BREAK -----
Die letzten Stunden verbrachten Rowena, Sam, Cas und Jack damit, erneut in den Zauberbüchern zu blättern.„Ich denke ich habe was gefunden …“Mit einem fragenden Blick reichte der junge Nephilim der Hexe das Buch und nachdem die Zeilen kurz überflogen worden waren, folgte ein Nicken.Sofort wurden die Zutaten für die Mischung besorgt.„Wir brauchen noch die Essenz eines Engels.“„Natürlich. Wieviel?“Ohne zu zögern stand er auf und neigte den Kopf, da Rowena nicht sofort antwortete.„Alles.“
Alles …
Was das bedeutete, war allen klar. Aber Castiel war bereit, dieses Dasein für seinen Jäger aufzugeben und als Mensch weiterzuleben. Er existierte schon so lange und bei dem Gedanken, dass all die Menschen, die er so gerne hatte, irgendwann sterben würde und er mit diesem Schmerz weiterleben musste, fiel ihm diese Entscheidung auch nicht schwer.Entschlossen nickte der Engel und reichte Sam sein Schwert.„Cas! Bist du dir wirklich sicher?“, fragte Jack mit einem Stirnrunzeln.Der schwarzhaarige Engel nickte und seufzte. Wenn das Dean retten konnte … natürlich.Er würde alles für seinen Jäger tun. Plötzlich stöhnte Rowena, griff sich an den Kopf und sank zu Boden. Sofort waren alle bei ihr. All diese Zaubersprüche hatten enorme Kraft abverlangt, aber selbstverständlich wollte sie das durchziehen. Nicht weil ihr Dean so sehr am Herzen lag, aber als eine der mächtigsten Hexen war es nur eine Frage der Zeit, bis Michael nach ihrem Leben trachtete.Und natürlich war es auch eine Frage ihres Egos.…„Du weißt Bescheid?“Mit diesen Worten drückte sie dem Engel zwei kleine Fläschchen mit einer violetten Substanz in die Hand, die Cas mit einem Nicken sorgfältig in seiner Manteltasche verstaute.Es handelte sich um einen Schutzzauber und wenn ... ja wenn alles so wie geplant verlief, dann würde das die beiden davor beschützen, mit Michael zu sterben. Aber es dauerte einen halben Tag, bis der Zauber seine Wirkung zeigte.„Warum geht das nicht schneller?“„Hoffen wir, dass ein halber Tag ausreicht. Du weißt nicht, was dich erwartet.“Der junge Jäger seufzte und hoffte, dass alles glatt gehen würde und er nicht alle beide verlor. Mit den Worten, Vertrauen zu haben, legte er Cas seine Armbanduhr um und umarmte ihn noch einmal. „Zod ee reh doh noh koh ah beh rah ma geh nah zod peh sah geh.“Es war alles vorbereitet und gemeinsam mit Cas, der seinen letzten Tropfen Gnade, der ihn noch etwas Engelskraft gab, fest mit seinen Händen umklammert hielt, machte sich Rowena daran, den Erzengel zu beschwören. Mit einem kräftigen Windstoß tauchte dieser auch kurze Zeit später auf.„Was wollt ihr von mir?! Ich war gerade dabei Ohio in Schutt und Asche zu legen.“Mit einem schallenden Lachen beobachtete er Sam, der ein Feuerzeug zückte.Zwar war er in die Falle gegangen, machte sich aber keine Sorgen wieder heil herauszukommen.„Ich bin der stärkste Erzengel und dieses kleine Feuer kann mich weder töten noch festhalten.“„Das muss es auch nicht, aber es macht dich einige Minuten schwach und bewegungsunfähig. Mehr Zeit brauchen wir nicht“, erwiderte Sam mit fester Stimme, die mehr gespielt als real war. Niemand wusste, wie diese Sache ausgehen würde. Niemand wusste, wer überlebt oder sterben würde.Von Kopf bis Fuß war Cas tropfnass, denn wenn es nicht unbedingt sein musste, wollte er nicht in Flammen aufgehen. Seine Gnade fest umklammert atmete er noch einmal durch. Er war schon einmal ein Mensch gewesen, aber das hier … das war endgültig – es gab kein Zurück mehr. Alles war geplant und musste schnell gehen.Entschlossenheit in seinem Blick, stellte sich Cas neben Sam, der in diesem Moment das Feuerzeug auf den Boden fallen ließ. In Windeseile breitete sich der Feuerkreis aus heiligem Öl aus und Michaels Lachen wurde immer abfälliger.„Warte ab, was auf dich zukommt, dann wird dir das Lachen vergehen“, murmelte der Jäger. Rowena erhob die Hände und begann mit dem Zauber; Cas warf das kleine Glas mit der blauen Flüssigkeit gegen Michaels Brust, nahm einen kleinen Anlauf und in dem Moment, als Jacks Augen rot leuchteten und sich das dunkle Zimmer in ein grelles Licht hüllte, sprang Cas.Nach einigen Augenblicken war der Spuk vorbei und es sah aus, als wäre nichts passiert. Michael stand noch immer im Kreis, der aber inzwischen erloschen war und warf Sam einen irritierten Blick zu, bevor nur noch ein Flügelschlag zu hören war.„Es hat geklappt“, seufzte der Jäger und sank auf die Knie. Cas war weg. Nun hieß es warten. „Castiel!“Als der Ex-Engel durch die Gänge des Bunkers schlich, zuckte er zusammen, als Michaels ärgerliche Stimme laut und deutlich zu hören war. Natürlich hatte er Angst. Aber das Wichtigste war, Deans Zimmer zu finden und so setzte er entschlossen seine Suche fort.Was dann aber zu sehen war, als die Türe geöffnet wurde, brach sein kleines Herz.Schluchzend und in einer Ecke zusammengekauert saß der ältere Jäger, den Kopf zwischen den Knien vergraben.„Dean“, murmelte Cas leise, aber der Angesprochene reagierte nicht.Vorsichtig kam er näher. Als Dean den Kopf hob und das Entsetzen in diesen grünen Augen zu sehen war, erschrak der Casl.„Bleib weg. Komm mir nicht zu nahe!“In seiner zitternden Hand hielt er ein Messer, mit dem wie wild umhergefuchtelt wurde.„Du bist nur eine Halluzination. Du wirst mich nicht schon wieder töten.“Immer wieder wiederholte er diese Worte, während sein Körper unruhig hin und herschaukelte.Dieser starre, ausdruckslose Blick ließ das Blut in Cas‘ Adern gefrieren.
Verdammt Michael! Was hast du ihm angetan?
Natürlich war klar, dass es nicht einfach werden würde, aber so etwas hatte der schwarzhaarige Mann nicht erwartet.„Ganz ruhig Dean, ich bin es. Ich bin bei dir“, flüsterte er und wollte ihm das Messer aus der Hand nehmen, aber nach einer schnellen, unüberlegten Bewegung tropfte das Blut aus Cas‘ Oberschenkel.Dieses verwirrte Kichern machte ihm Angst und so setzte er sich auf das Bett und sah Dean eine Weile nur an.…Wie wild huschten die grünen Augen hin und her; konnten sich auf nichts fokussieren.„Du bist nicht real“, murmelte Dean wie ein Mantra. Es war so, als würde er seinen besten Freund nicht einmal wahrnehmen.„Dean …“Aber solange der Jäger das Messer in der Hand hatte, bereit jederzeit zuzustechen, wagte Cas nicht, näher zu kommen. Fieberhaft überlegte er, wie er Dean erreichen konnte. Die beiden Brüder hatten ein Safewort. Dean hatte es Crowley damals gesagt, als er in Sam war, der von Gadreel besessen war.Mit einem Seufzen schlossen sich seine blauen Augen. Beim besten Willen fiel es ihm nicht ein. Ihn so zu sehen war schrecklicher als alles, was er in seinem Leben durchgemacht hatte. Dean bedeutete ihm alles und das sagte er ihm auch, jedoch der Jäger reagierte nicht.Plötzlich schaltete sich der Fernseher ein.„Ich weiß nicht, wie du es geschafft hast, aber das ist auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass ihr beide sterben werdet. Dean ist nur noch ein Schatten. Er erkennt dich nicht und entweder wird er dich töten oder ich mache das. Aber noch nicht jetzt, denn es macht zu viel Spaß, euch zuzusehen.“ Erschrocken, aber im gleichen Moment auch unglaublich wütend Michael zu sehen, nahm er das erstbeste was er erwischen konnte und warf es gegen den Fernseher.Der Bildschirm zerbrach in tausend Splitter. Das gleiche wurde mit dem Spiegel gemacht, da er auch dort gleich darauf mit schallendem Gelächter auftauchte und auch das Fenster musste daran glauben, in dem sich seine Reflexion spiegelte.Nur wie durch einen Nebel nahm Dean das Geschehen wahr und wunderte sich, warum sein Engel nicht angriff und ihn zu töten versuchte. Sein Herz raste und unglaubliche Kopfschmerzen vernebelten seine Sinne. Die Augen waren schwer und drohten jeden Moment sich zu schließen, aber er musste wach bleiben. Er musste einfach.Dean versuchte zu begreifen, was diese Gestalt, die mittlerweile auf dem Boden vor ihm kauerte, von ihm wollte, aber die Worte verschwammen.Als Cas auf die Uhr sah, war er etwas verzweifelt, da bereits vier Stunden vergangen waren, ohne dass eine Gegenreaktion kam.Immer wieder nickte Dean für einige Sekunden ein, um erschrocken wieder hochzufahren und jedes Mal zuckte Cas zusammen. Irgendwann gelang es ihm, seinem Freund das Messer abzunehmen. Er hielt es in seiner Hand, aber als er die Angst in den grünen, weit aufgerissenen, tränengetränkten Augen sah, warf er es so weit wie möglich weg.„Ich bin nicht hier, um dich zu verletzen. Dean, ich will dich retten“, flüsterte der schwarzhaarige Mann und rutschte ein Stück näher.Wie ein verängstigtes Tier fing Dean zu wimmern an, suchte nach einem Ausweg, saß aber buchstäblich mit dem Rücken zur Wand.…Es dauerte zwei weitere Stunden, in denen Cas alles versuchte, seinen Freund davon zu überzeugen, dass er nicht nur real war, sondern ihm auch wirklich helfen wollte. Immer ein kleines Stück weiter, mit viel Einfühlungsvermögen, bis es endlich möglich war, eine Hand auf die des Jägers zu legen, ohne dass dieser in Panik wild um sich schlug.Ununterbrochen redete Castiel auf ihn ein, erzählte von den gemeinsamen Abenteuern, von seiner Familie und von den Menschen, die sich um ihn sorgten. Die blutigen und grausamen Dinge wurden ausgelassen, was nicht so einfach war und es war die siebte Stunde, als es in Deans Kopf endlich klickte.„Cas?“ Der Ex-Engel schloss seine Augen mit einem erleichternden Seufzen.„Ich bin hier, Dean.“Tränen liefen über das Gesicht des dunkelblonden Mannes und verzweifelt klammerte er sich an seinen Engel.Eine weitere Stunde war vergangen, ehe das Schluchzen aufgehört und Dean sich so weit gefasst hatte, nach dem Plan zu fragen.„Er kann uns hören, Cas.“„Ich weiß.“Castiel griff in seine Manteltasche und holte Papier und Stift heraus. In stummer Kommunikation und die Gedanken ausgeschaltet, gingen die beiden ihr Vorhaben Schritt für Schritt durch und am Ende nickte Dean glücklich und befreit.Und auch wenn es das Ende für beide bedeutete, so war er erleichtert, nicht allein zu sein.Die Sache, dass er kein Engel mehr war, verschwieg Cas jedoch, um keine Diskussion zu starten. Nur zu gut konnte er sich die Reaktion vorstellen; Dean hätte sich Vorwürfe gemacht, sich schlecht gefühlt.Aber es war Castiels Entscheidung gewesen und er hätte es immer wieder gemacht – weil er alles für Dean tun würde. Als Dean in die meerblauen Augen sah, gab es keinen Zweifel, dass die beiden es schaffen würden – gemeinsam. Sein Gesicht so nahe bei seinem eigenen zu sehen, den warmen Atem auf seiner Haut zu und die Hitze in seinem eigenen Körper zu spüren ...Dean hatte plötzlich das Bedürfnis diese perfekten, leicht geöffneten, weichen Lippen zu küssen. Aber die Frage war, wie sein Engel darauf reagieren würde. Würde er den Kuss erwidern?„Ich würde mir meine Eingeweide aus dem Leib kotzen“, mischte sich plötzlich eine Stimme ein, die beide Männer zusammenzucken ließ.Das war für Dean Grund genug und auch wenn Castiel ihn wegstoßen würde, hätte er es wenigstens deshalb gemacht, um Michael zu trotzen. Noch einmal tief durchgeatmet und seinen ganzen Mut zusammengenommen, überbrückte er das letzte Stück und legte sanft seine Lippen auf die des anderen.Vor Schreck versteifte Cas sich vollkommen, aber die beiden wurden sofort wieder auseinandergerissen, als der Boden unter ihnen zu beben begann, das Licht flackerte und mit einem lauten Knall explodierte und das Bild an der Wand herunterfiel und in tausend Scherben zersprang.So schnell wie es begonnen hatte, hatte dieses quake auch wieder aufgehört. Als Dean schüchtern seinen Kopf hob und Cas lächeln sah, wurde ihm erneut warm ums Herz. Seinen Engel mit den leicht geröteten Wangen lächeln zu sehen, war ein Bild, das sich tief in Deans Gedächtnis einbrannte. Noch nie hatte er etwas Schöneres gesehen. Als Cas von oben bis unten angeschaut wurde und in den Gedanken auch nackt war, war Dean bereits einen Schritt weiter und fragte sich wie Sex mit seinem Engel sein würde.…Dabei wurde aber auch die Tatsache vergessen, dass Michael alles mitanhören konnte. Für den Krieger Gottes waren diese Dinge fremd. Er hatte noch nie das Bedürfnis nach körperlicher Nähe verspürt und die Zuneigung anderer nahm er sich durch Folter und Manipulation.Nicht nur das. Es widerte ihn an. Es machte ihn wütend und er konnte es nicht leiden, Menschen glücklich zu sehen. Und ein Mensch und ein Engel? Das war ohnehin die größte Sünde überhaupt.
Moment ...
Michael erinnerte sich plötzlich an die Szene, als er im Feuerkreis stand.„Dieser Mistkerl ist gar kein Engel mehr!“, murmelte er zu sich selbst.Egal. Dennoch konnte und wollte er das nicht durchgehen lassen. Dieser verfluchte Mann im Trenchcoat hatte es geschafft, Dean wieder Hoffnung zu geben, die er so mühevoll zu zerstören versucht hatte. Dafür musste er bezahlen.Da Cas im Zimmer alles kaputt gemacht hatte was spiegelte und er die beiden nicht sehen konnte, blieb ihm nichts anderes übrig, als ihnen persönlich einen Besuch abzustatten. Er war noch nicht so lange auf der Erde, um sich mit menschlichen Dingen beschäftigen zu können und außerdem interessierte ihn das alles auch nicht. Aber, dass es Menschen schwerfiel, sich nackt zu zeigen, dass es etwas mit dieser sogenannten Würde anstellte, war nicht schwer herauszubekommen.Und deshalb hatte er vor, noch einen Schritt weiterzugehen. Er würde Castiel diese Würde nehmen.…Mit einem lauten Knall flog die Türe aus den Angeln und zersplitterte in unzählige Teile. Zu Tode erschrocken starrten der Jäger und der Ex-Engel auf die eindrucksvolle und stattliche Gestalt, die in einem grellen Licht die imposanten Flügel ausgebreitet hatte. Funken sprühten und beide Männer mussten ihre Augen schützen, bevor nur noch die Person zu sehen war, die mit einem zornigen Blick auf beide zukam. „Du möchtest also wissen, wie das ist?“Mit einem festen Griff zerfetzte er Castiels Trenchcoat mitsamt seinem Anzug.Starr vor Schock und unfähig sich zu bewegen, starrte Cas in die dunklen, beinahe schwarzen Augen des Erzengels.„Nein!“, schrie Dean und wollte zur Hilfe eilen, bevor er unsanft mit nur einer Handbewegung gegen die Wand geschleudert wurde und schmerzhaft auf dem Boden aufschlug.Nach dieser Schrecksekunde stand er erneut auf, nur um einen kräftigen Schlag in die Magengegend zu bekommen, der ihm kurz die Luft zum Atmen nahm. Unfähig sich zu bewegen, musste der junge Mann hilflos zusehen, was sich vor seinen Augen abspielte. Cas wusste nicht, wie ihm geschah, als seine Hose heruntergerissen wurde und er brutal vornüber über den Tisch geworfen wurde. Alles ging so schnell. Dean weinte, bettelte Michael an, aufzuhören und trotz der Schmerzen schaffte er es wieder aufzustehen.„Lass ihn in Ruhe du Mistkerl!"Als Antwort bekam er nur ein spöttisches Lachen und saß einen Moment später gefesselt und geknebelt auf einem Stuhl und musste entsetzt mitansehen, wie Michael sich an seinem Engel vergriff.Nach und nach erlangte Cas seine Überlebensinstinkte zurück und schlug schreiend und jammernd um sich, als ihm bewusst wurde, was Michael vorhatte, als er seinen Reißverschluss öffnete. Mit brutalem Griff hielt er Castiels Hände hinter dem Rücken zusammen. Es törnte ihn an, den dunkelhaarigen Mann so hilflos zu sehen. Seine Schreie machten ihn geil und er wurde hart.Mit rasendem Herzschlag und zitterndem Körper spürte Cas, wie seine Beine gewaltsam auseinandergedrückt wurden und er gnadenlos an Ort und Stelle gehalten wurde.Wie durch einen Nebel war zu hören, dass sein qualvolles Geheul Michael nur noch mehr erregte. Einen Moment war es still als Cas das Atmen einstellte und spürte, wie etwas unbarmherzig eindrang. Jedoch im nächsten Moment kreischte und schrie der schwarzhaarige Mann, als ihn ein so intensiver Schmerz einhüllte, den er noch nie in seiner Existenz gespürt hatte.Es war ein stechendes und brennendes Gefühl, als Michael immer wieder grob zustieß. Angst kam hinzu; die Angst entzwei gerissen zu werden. Wie wild versuchte Castiel um sich zu schlagen und diesem Martyrium zu entkommen, aber ihn festzuhalten war ein Leichtes für Michael. Es dauerte nur einige Minuten, aber Dean kam es vor wie Stunden. Sein Herz zersprang und auch wenn er noch so sehr versuchte, die Augen zu schließen, er hatte das Gefühl, der Erzengel wollte, dass er zusah.Es tat so weh, seinen Freund zu sehen, dessen Körper wie eine Puppe erbarmungslos hin und hergezerrt wurde und markerschütternden Schreie zu hören. Tränen der Verzweiflung strömten über Deans Gesicht und er hatte das Gefühl an dem Geruch von Schweiß, Blut und Sperma zu ersticken.Einst war Cas ein Soldat Gottes, hatte viele Schlachten geschlagen und den Winchesters nach seinem Fall aus dem Himmel bei ihren persönlichen Fällen geholfen. In seinem Leben hatte er viel erlebt. Er war besessen gewesen, etliche Male gestorben, war immer wieder aufgestanden und hatte seinen Trenchcoat glattgestrichen, um weiterzumachen.Auch damals in der Zeit als Mensch, hatte er sich nicht unterkriegen lassen. Aber jetzt? Er hatte das Gefühl, dass jegliches Leben aus ihm herausgezogen wurde. Es war erniedrigend und unwürdig. Nach und nach verstummten die Schreie, bis nur noch ein Wimmern zu hören war.Cas hatte aufgegeben; es war nichts mehr übrig von seinem Kampfgeist. Es war zwecklos.Michael spürte das und so machte keinen Spaß mehr. Da er ohnehin fertig war, ließ er ab und ging ohne ein weiteres Wort. Er hatte bekommen, was er wollte. Er hatte ihn gebrochen; er hatte beide gebrochen. Mit ihm waren auch der Knebel und die Fesseln verschwunden, aber als Dean auf die Knie fiel, konnte er sich weder bewegen noch etwas sagen. Das Erlebte saß zu tief.Leblos, wie ein Sack Kartoffeln sank Cas zu Boden. Seine Kleidung war zwar wieder an Ort und Stelle, nicht zeugte von der brutalen Art, wie Michael ihn entkleidet hatte, aber er fühlte sich nackt, hilflos und beschämt – einer Ohnmacht nahe.Es waren nur ein paar Minuten gewesen und Cas konnte und wollte sich nicht vorstellen, was sein Jäger in den letzten Tagen durchmachen musste. Keiner der beiden sagte ein Wort. Keiner der beiden bewegte sich.Cas‘ Augen waren ausdruckslos und starrten starr auf die Wand. Sein Körper schmerzte zwar nicht mehr, was bestimmt Michael gemacht hatte, aber die Erinnerung an das eben erlebte trieb ihm die Tränen in die Augen. Leise schluchzend robbte Dean sich zu seinem Engel, wollte ihn in die Arme nehmen, wollte ihm sagen, dass bald alles vorbei war. Aber Castiel zuckte er erschrocken zurück, als Dean seine zitternde Hand nahm.„Cas, ich bin es. Es ist vorbei“, flüsterte der Jäger und legte sich neben ihn auf den Boden, nahm erneut die zitternden Hände; versuchte ihn mit leisen Worten zu beruhigen.Es verging eine weitere Stunde.…Beide saßen am Boden und Dean hielt Castiel in seinen Armen, streichelte ab und zu durch seine Haare, genoss die Nähe, Wärme und das Vertrauen. Den Gedanken an Sex hatte er ganz, ganz hinten im Kopf vergraben.„Es wird Zeit“, flüsterte er und drückte einen Kuss auf die Stirn seines Freundes. Cas hob den Kopf, sah ihm fest in die Augen und nickte.Nachdem beide ihre Medizin getrunken hatten, zertrümmerte Dean den Tisch. Jeder der beiden schnappte sich ein Holzbein und machte sich an die Arbeit.
----- CHAPTER BREAK -----
„Es wird Zeit.“Sam sah auf die Uhr und dann zu Rowena. Jeder betete, dass der Plan funktionieren würde.Die Verwüstung die Michael in den vergangenen Stunden bereits auf der Erde angerichtet hatte, war verheerend und niemand wollte sich vorstellen, wie es weitergehen würde, würde ihn niemand stoppen.„Dabei sollte es Michael sein, der uns im Kampf gegen die höllischen Mächte, gegen die Herrscher der Finsternis und gegen die Geister des Bösen in den Lüften mit seinem Licht, seinen Flügeln und seinem Schwert beschützen sollte“, nuschelte Sam mit einem spöttischen Schnauben.„Hast du das aus der Bibel?“, fragte Rowena abfällig. Der junge Jäger nickte.„Vergiss die Bibel. Nach allem was ich bisher erfahren habe steht dort ohnehin nicht viel Wahres drinnen“, meinte Bobby sarkastisch, trank einen großen Schluck aus seinem Flachmann und atmete noch einmal tief durch, bevor er sich mit den anderen im Kreis aufstellte und an den Händen hielt.„Der Tag nach dem Vollmond. Die Sonne geht auf. Wir haben nur diesen einen Versuch. Jungs, seid ihr bereit?“Rowena trat vom Fenster zurück und sah in die Runde.Jack nickte entschlossen. Natürlich wollte er Dean und Cas befreien, aber viel größer war seine Wut auf Michael und der junge Nephelin lechzte danach, ihn zu vernichten.Jesses Nicken kam eher zögerlich. Er hatte noch nicht viel mit dem ganzen übersinnlichen Kram zu tun gehabt, hatte sich bemüht, diese Seite zu unterdrücken und war froh, als diese Bürde von ihm genommen wurde. Nun war sie wieder da und er hatte Angst, was er damit anrichten konnte. Auf der anderen Seite war er froh, diese Menschen kennengelernt zu haben, die ihm versprochen hatten, dabei zu helfen, es zu verstehen und nicht auf die Seite des Bösen gezogen zu werden. „Also gut. Ihr müsst euch alle konzentrieren und mir all eure Kraft geben. Ich muss mich darauf verlassen können, ansonsten wird mich das hier töten. So einen mächtigen Zauber habe ich bisher noch niemals gesprochen.“Die rothaarige Hexe hatte Angst; Angst, wie noch niemals zuvor.Auf dem kleinen, schwarzen Altartisch inmitten einer Sigille, umgeben von henochischen Symbolen stand wieder eine Schüssel, gefüllt mit verschiedensten Zutaten. Kerzen wurden entzündet und mit einem aufmunternden Nicken nahm Jack ihre Hand und gemeinsam wurden die Zeilen gesprochen, die Michael herbeiriefen. Mit einem feurigen Blick zündete Jack den Inhalt der Schüssel an und alle Blicke waren in die Mitte des Raumes gerichtet. „Was wollt ihr jetzt schon wieder?!“Mit einem gewaltigen Donnerkrachen, das den ganzen Bunker erschütterte, blickte der Erzengel einen nach den anderen missmutig an.„Ich will mit Dean sprechen“, sagte Sam mit fester Stimme und entzündete den Kreis mit dem heiligen Öl, aber der Engel schüttelte nur lächelnd den Kopf.„Ihr habt euch ja mächtig ins Zeug gelegt.“Mit einem anerkennenden Zwinkern bemerkte er, dass er nicht nur inmitten des heiligen Feuers, sondern auch noch in einer Engelsfalle und obendrein inmitten einer Sigille stand. Mit einem Wink seiner Finger hatte er allerdings alles deaktiviert.„Aber soll ich euch etwas sagen? Das alle funktioniert bei mir nicht. Ihr wisst wohl noch immer nicht, dass ich der Erstgeborene und somit der stärkste aller Engel bin. Nichts was ihr tun, kann mir etwas anhaben.“Nach einer Schrecksekunde fing Sam zu schreien an; flehte Dean und Cas verzweifelt an, die Kontrolle zu übernehmen und zu antworten. Er wusste, dass das keinen Zweck hatte, aber das war auch nicht der Plan, sondern sollte diesen Mistkerl nur ablenken – und zwar so lange, bis die beiden mit der Arbeit angefangen hatten.Seine einzige Sorge war, dass es zu lange dauerte, denn es passierte nichts, außer dass er dem spöttischen Lachen und dem Hohn des Erzengels ausgeliefert war. „Wenn es nicht eine verdammt ernste und beschissenen Situation wäre, könnte es glatt Spaß machen“, kicherte Dean und zuckte kurz zusammen, als ihm die gesamte Kücheneinrichtung entgegenflog.Cas nickte und sah zufrieden in die Flammen, die beinahe die Hälfte der Bücherei erfasst hatten. Atemlos und erschöpft sahen sie sich um. Die beiden hatten ganze Arbeit geleistet. Mit einem letzten Schlag zersprang die Deckenlampe und Dean sank auf die Knie. Alles war demoliert, alles brannte. Die beiden saßen nebeneinander und hofften, heil rauszukommen.„Für den Fall Cas. Für den Fall, dass wir das nicht überleben, muss ich dir etwas sagen …“Tränen sammelten sich in Deans Augen, denn es wäre ein verflucht schlechter Scherz des Schicksals, wenn ...„Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Du bist mein bester Freund, wir haben so viel miteinander erlebt. Die Sache mit den Gefühlen ... ich … ich war noch nie gut in so etwas, aber ich will, dass du eines weißt ...“Er atmete tief durch und nahm Cas‘ Hände in seine, aber sein Hals war wie zugeschnürt. Er brachte kein Wort heraus, währen die Hitze und die Flammen immer näherkamen. Seine Augen flehten seinen Freund an, ihm abzunehmen, was er auf dem Herzen hatte. Dean wünschte sich nichts mehr als mehr Zeit mit seinem Engel zu verbringen … jetzt, wo er wusste was er fühlte.Tränen liefen ihm über die Wangen, als er seine Lippen auf die von Cas legte. Ein leises Schluchzen löste sich aus seinen Lungen, als er tief in die wunderschönen blauen Augen sah und diese Worte hörte, nach denen sein Herz sich verzehrte.„Ich liebe dich, Dean. Schon immer. Und ich bin froh, jetzt bei dir zu sein.“Nichts war mehr wichtig. Auch wenn das hier sein Ende sein sollte, so war er der glücklichste Mensch der Welt. Im nächsten Moment tat sich der Boden unter ihren Füßen auf, der Schrank fiel um und begrub Dean unter sich und mit einem lauten Aufschrei packte er Castiels Hand fester.„Es ist Zeit Dean, wir müssen gehen!“„Ich kann mich nicht bewegen.“Cas versuchte alles, aber er konnte den schweren Schrank nicht von Deans Bein bewegen. Er holte sich eine Stange zu Hilfe, verfluchte leise, nicht stärker zu sein.Ein Wirbelsturm kam auf und zog ihn in die Tiefe.„Du musst gehen, Cas!“, schrie Dean aber der schwarzhaarige Mann umklammerte mit seiner Hand fest die Hand des anderen und schüttelte den Kopf. Mit letzter Kraft konnte er sich aus dem Sog befreien.„Ich hab dich schon einmal losgelassen. Nie wieder, Dean. Nie wieder. Hörst du?“Die Verzweiflung und die Anstrengung kosteten seine letzten Reserven, aber mit vereinten Kräften und bevor der Riss sich wieder schloss, hatten sie es geschafft – gemeinsam. Michael ging es seit einigen Augenblicken gar nicht gut. Er keuchte und röchelte und zuckte von einer Seite zur anderen. Er wollte nachsehen, was seine beiden Untermieter angestellt hatten, aber gleichzeitig musste er auch die Kontrolle behalten. Er fühlte sich so schwach, konnte sich nicht selbst heilen.„Was ... macht ihr?“, flüsterte er, die Kehle wie zugeschnürt.Wie durch einen Schleier sah er, wie die rothaarige Hexe langsam eine Essenz, die er als Engel nur zu gut kannte, in die Schale tropfen ließ, die mit einem lauten Knall Feuer fing; wie sie ihre Hände über diesen violetten Nebel bewegte und einen Exorzismus sprach.Die Augen seines Neffen, begannen rot zu leuchten und er nahm die Hand dieses anderen Jungen, dessen Augen ... ach, scheiß auf seine leuchtenden Augen! Verflucht, wer war dieser Bengel?Aber Michael hatte auch keine Zeit darüber nachzudenken, da er sich der Tatsache bewusst wurde, dass er über dem Boden schwebte und keinerlei Macht über seinen Körper hatte.Die Worte, die gemeinsam gesprochen wurden wurden und immer lauter und lauter wurden und dann konnte Michael nur noch schreien. Rowenas Stimme zitterte, aus ihrer Nase tropfte Blut und ihre Augen flatterten.Aus reinem Reflex wollte Mary zu ihr, aber Sam reagierte geistesgegenwärtig, denn die Verbindung durfte auf keinen Fall unterbrochen werden. „...audio nos!“Mit diesen letzten Worten und mit letzter Kraft schleuderte die Hexe mit einer Handbewegung und den Kräften der beiden magischen Jungs den Inhalt der Schale gegen Michaels Körper und fiel dann in Ohnmacht.Die einzigen, die sich dieses laute Schauspiel ansehen konnten, waren Jack und Jesse, denn den anderen hätte es womöglich die Augen aus den Köpfen gebrannt.Dann herrschte Stille in dem stockdunklen Raum. „Hat es funktioniert?“Jack entzündete die Fackeln, die im Raum standen und dort, wo bis vor kurzem noch Michael gestanden hatte, kauerten zwei Gestalten.„Vorsicht! Ich denke, ich habe mir das Bein gebrochen“, zischte Dean, als sein Bruder ihn stürmisch umarmte und wandte sich an seinen Freund, „kannst du mal, bitte. Das tut verflucht weh.“„Nein, Dean … das kann ich nicht“, erwiderte Cas mit einem Seufzen und winkte Jack zu sich, der sich sofort der Sache annahm.„Was meinst du damit, du kannst das nicht?“„Ich bin kein Engel mehr. Ich bin jetzt ein Mensch“, antwortete er kleinlaut und Dean wurde wütend.„Wen muss ich töten? Welcher verdammte Mistkerl hat dir das angetan!?“„Er hat es für dich getan“, mischte sich Mary mit einem Lächeln ein und umarmte die beiden.Froh darüber, denn Castiel war schon immer so jemand wie ihr eigener Sohn gewesen, drückte sie einen Kuss auf seine Schläfe.„Ich ... ich weiß nicht, was ich sagen soll.“Cas wusste, dass jetzt genau das eingetroffen war was er befürchtet hatte und versuchte ihm diese Schuldgefühle auszureden. „Team Free Will 2.0 ist um einige Mitglieder reicher geworden. Und ich bin stolz auf euch alle. Das war unglaublich.“Als Sam und alle anderen am Tisch saßen, erhob er sein Glas, hielt es hoch und nickte allen dankbar zu.„Jetzt wird erstmal eine kurze Pause von Monster, Dämonen und Engeln gemacht. Wir haben einiges nachzuholen“, nuschelte Dean und warf Cas einen verstohlenen Blick zu.
