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Akuma

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Kapitel 1 - Schattenspiele Der Tag begann friedlich. Ein kühler Wind wehte durch Kyoto, ungewöhnlich für einen frühen Sommertag. Der fünfzehnjährige Aki Hayashi verließ seine kleine Wohnung und streckte sich. "Das letzte Wochenende vor dem Schulabschluss...", dachte der junge Mann, als er zu einem kleinen Spaziergang aufbrach. Nächste Woche würde er seine Abschlusszeugnisse erhalten. Eigentlich hätte er ab dem nächsten Herbst eine Oberschule besuchen sollen, aber er war bei keiner angenommen worden, weshalb seine Zukunftspläne ungewiss blieben. "Was mache ich bloß mit meiner Zukunft...", fragte er sich. Aki war ein anständiger und fleißiger Junge, doch der Tod seiner Eltern während der Prüfungsphase hatte ihn oft vom Unterricht ferngehalten, wodurch er die Chance verpasst hatte, an einer Oberschule angenommen zu werden. Das bedeutete vermutlich ein Jahr voller Langeweile, in dem er Tests nachholen und sich erneut an Oberschulen bewerben musste.Doch darüber wollte Aki jetzt nicht nachdenken. Schließlich lag ein Wochenende vor ihm, das er zur Entspannung nutzen wollte. Als er durch die lebhaften Straßen Kyotos schlenderte, hielt er kurz an einem Supermarkt an, um ein paar Snacks zu kaufen. Beim Betreten des 7-Eleven fiel ihm ein Mann mit Kapuze auf, der wirre Worte vor sich hin murmelte. „Der tut mir leid...", dachte Aki, als er an dem Mann vorbeiging und sich zur Getränkeabteilung bewegte. Ein paar Minuten später stand er schon an der Kasse. Er legte die Reisbällchen und den Pokka Lemon Tea auf das Förderband. Vor ihm stand der seltsame Mann von vorhin. Der Kassierer scannte die Artikel des Mannes, der dabei leise und beängstigend grinste und lachte. Das veranlasste den Mitarbeiter, seinen Finger auf den Notrufknopf zu legen, für den Fall, dass etwas passieren sollte.Als der letzte Artikel gescannt war, zog der vermummte Mann plötzlich ein Messer und hielt es an die Kehle des Mitarbeiters. „Geld her, sofort." Mit einer seltsamen, psychopathischen Ruhe und einem breiten Grinsen fuchtelte der Räuber mit seinem Messer herum, während der Angestellte zitternd die Kasse öffnete. Aki erstarrte. Sein Herz raste, und er konnte kaum glauben, was er gerade sah. „Das... das ist nur ein Traum!" Für einen Moment dachte er, sein Leben würde bald enden, bis er das Telefon in der Hand des Kassierers bemerkte. Offenbar hatte dieser bereits den Notruf gewählt, der immer noch am anderen Ende der Leitung war. „Verstehe..."Wie aus der Pistole geschossen rief Aki: „Hey! Lassen Sie das!" Es war, als hätte sich sein Mund von selbst bewegt. Der Mann drehte sich um und fixierte Aki mit einem irren Blick. „Willst dich wohl als Held aufspielen, Junge...", zischte er und kam auf Aki zu. In diesem Moment wusste Aki, dass er handeln musste. Hastig nahm er eine Glasflasche vom Regal hinter sich und hielt sie schützend vor sich. „Bleiben Sie weg!", rief er, doch seine Stimme zitterte vor Angst. Der Angreifer lachte nur höhnisch. „Du bist ja ein richtiger kleiner Held," sagte er spöttisch und kam näher. „Du als normaler Mensch weißt natürlich nicht, was die Macht dieser Waffen ist. Ich bin einer der wenigen Auserwählten, die solche Teile benutzen können, also knie nieder vor einem der Auserwählten, die eine neue Welt erschaffen werden!" Daraufhin fuchtelte der Dieb mit dem Messer umher, und die Glasflasche in Akis Händen zersplitterte einfach, als wäre sie aus Papier. Dies musste die Macht des seltsamen Messers sein.Sofort rannte Aki los, der Psychopath dicht auf den Fersen. In seinem Blickfeld entdeckte er ein Regal voller Konserven. Er schnappte sich eine Dose und warf sie mit voller Kraft auf das Regal hinter dem Angreifer. Dieser wandte sich abrupt dem Geräusch zu. Während der Mann abgelenkt war, schlich Aki leise zum hinteren Teil des Regals, wo die Getränke standen. Als der Räuber sich wieder umdrehte, war Aki bereits verschwunden. „Da hat wohl jemand Glück. Scheiß drauf, jetzt gibt's Geld." Mit diesen Worten wandte er sich wieder dem Kassierer zu, der begann, Geld in die Tasche des Räubers zu stopfen. Schnell huschte Aki mit einer Flasche Öl unter dem Arm zum Eingangsbereich. Er griff sich einen Schirm aus dem Ständer und näherte sich vorsichtig wieder der Kasse. Während der Angreifer den Kassierer weiterhin bedrohte, schüttete Aki das Öl auf den Boden vor sich.„Hey, hier bin ich!", rief Aki, als sich der Räuber wieder umdrehte. Dieser rannte sofort auf ihn zu. „Du entkommst mir nicht, Heldchen!" In seinem Eifer übersah er das Öl auf dem Boden und rutschte aus. Zwar konnte er sich noch fangen und aufrecht bleiben, doch Aki nutzte den Moment. Mit aller Kraft rammte er den Schirm in den Bauch des Angreifers, der daraufhin sein Messer fallen ließ. Das Messer zerfiel sofort zu Staub. „Du... Bastard!", schrie der Kriminelle und versuchte, sich aufzurichten. Doch plötzlich ertönten Sirenen von den Straßen außerhalb des Supermarktes. „Verdammt!" Der Mann blickte panisch um sich und rannte aus dem Laden. Sowohl die Sicherheitskräfte durch den Alarmknopf als auch die Polizei durch den Notruf trafen gleichzeitig ein. Aki sank zitternd auf die Knie. Der Kassierer eilte zu ihm. „Hey, geht's dir gut?", fragte er besorgt. „Ja, denke schon...", antwortete Aki langsam und nickte.Kurz darauf betraten die Polizisten den Laden und nahmen die Aussagen von Aki und dem Kassierer auf. Nachdem alles geklärt war, verließ Aki den Supermarkt und setzte seinen Spaziergang fort. Doch das Erlebnis ließ ihn nicht los. „Was hätte passieren können...?", fragte er sich immer wieder. Schließlich entschied er sich, nach Hause zu gehen und sich auszuruhen.Am Abend saß Aki in seinem Zimmer und dachte über den Vorfall nach. Er konnte das Gesicht des Mannes und das Gefühl der Angst nicht vergessen. Vor allem das grinsende Gesicht verfolgte ihn. „Das ist das erste Mal, dass ich dankbar bin, gemobbt worden zu sein..." Durch das ständige Mobbing hatte Aki gelernt, sich zu verteidigen und seine Umgebung zu nutzen, um sich im Notfall zu behaupten. Plötzlich klingelte sein Handy. Es war eine Nachricht von seinem besten Freund. „Yo, geht's dir gut? Hab gehört, was passiert ist." Aki seufzte erleichtert. „Mittlerweile geht's mir besser. Danke der Nachfrage :)" Er war froh, so gute Freunde zu haben. Bald würde die nächste Schulwoche beginnen, und er war zuversichtlich, dass er den Vorfall bald vergessen könnte.Doch dieser Vorfall sollte nicht ohne Folgen bleiben. Der Mann aus dem Supermarkt behielt Aki in Erinnerung. Und er war nicht der Einzige, der auf diesen Fall aufmerksam wurde. Ein anderer Mann las einen Artikel über den Vorfall auf einer bekannten Nachrichten-Website. „Sein Körper hat von selbst reagiert, hm? Ich sollte mir den Jungen einmal genauer ansehen." Bald sollte sich Akis Leben komplett verändern.Die letzte Schulwoche war wie im Flug vergangen. Nach einer relativ ereignislosen Woche verließen Aki und sein bester Freund Hiroto das Schulgebäude, die Abschlusszeugnisse in der Hand. „Geil, Mann, ich hab' nur zwei Sechsen!", sagte Hiroto begeistert. Aki wunderte sich, dass Hiroto so positiv darüber sprach, da es nur sieben Fächer gab und eine Sechs die schlechteste Note war, die man bekommen konnte. Aber in Hirotos Kopf gab es nur Frauen und Alkohol. Für das Lernen war da wenig Platz, weshalb selbst dieses miserable Zeugnis für ihn eine Meisterleistung war. „Und, wie sieht's bei dir aus?", fragte Hiroto. Aki hielt sein Zeugnis vor den Blicken der anderen verborgen und antwortete: „Naja, in einem Fach wurde ich nicht beurteilt, und sonst bin ich durchschnittlich." Hiroto senkte den Kopf. „Ach ja, da war ja was. Sorry für die Frage. Tut mir echt leid für dich. Ich wünsch' dir viel Glück bei der Suche nach 'ner anderen Schule."Aki kratzte sich verlegen am Hinterkopf. „Naja, ich bin erst am Anfang meiner Suche. Das kann also noch etwas dauern." Plötzlich fiel ihm etwas auf. Ein Mann rannte auf sie zu. Bevor Aki reagieren konnte, schubste der Typ ihn zur Seite, packte Hiroto und rannte mit ihm davon. Als Aki aufstand und den Entführer verfolgte, erkannte er das Gesicht des Mannes. Vor allem das breite Grinsen kam ihm verdächtig bekannt vor. Es war niemand anderes als der Mann aus dem Supermarkt.Der Mann zückte das seltsame Messer erneut wie aus dem Nichts und hielt es Hiroto an den Hals. „Wenn du nicht willst, dass dein Freund hier stirbt, kommst du besser mit." Schockiert und an das Trauma des Vorfalls vor einer Woche erinnert, folgte Aki dem Verbrecher. Sie gingen durch die Stadt, bis sie bei einem riesigen Hochhaus ankamen - Akis Wohnhaus. Die Tür zum Treppenhaus kickte der Mann einfach auf, als wäre sie nur angelehnt. „Rauf da," befahl er leise. Gemeinsam stiegen sie bis ganz nach oben. Diesmal konnte sich Aki jedoch nicht rühren. Er gehorchte jedem Befehl des Mannes, ohne sich zu wehren. So sehr er es auch wollte, er konnte einfach nicht kämpfen wie im Supermarkt. Warum hatte er es damals geschafft, aber jetzt nicht?Bald erreichten sie das Dach des Wohngebäudes. Es war mindestens zehn Stockwerke hoch. Ein Sturz aus dieser Höhe wäre tödlich. „W-Was willst du...?", fragte Aki mit einer schrecklichen Vorahnung. Der Entführer antwortete mit einem breiten Grinsen: „Spring." Aki konnte kaum atmen. Er keuchte unkontrolliert und konnte kaum glauben, was er gerade gehört hatte. Der Verbrecher wiederholte sich: „SPRING, VERDAMMT!" Seine Geduld schien am Ende zu sein. Zitternd machte Aki ein paar Schritte nach vorne, bevor er zusammenbrach und auf die Knie fiel. Vor lauter Angst blieb er wie gelähmt und konnte kaum klar denken. Eine Panikattacke überwältigte ihn.„Du hast es wohl so gewollt...", sagte der Verbrecher und griff nach Hiroto. „AKI!!", schrie Hiroto, bevor der Mann ihm das Messer in die Kehle rammte und ihn vom Dach des Hochhauses stieß. Der Psychopath lachte hysterisch, als er den verängstigten Aki sah, der sich die Hände an den Kopf hielt. Plötzlich hörte Aki Stimmen in seinem Kopf. „Teufel...", flüsterte eine Stimme. Die Stimme wurde lauter. „Teufel!" Als Aki noch immer nichts tat, schrie die Stimme förmlich. „TEUFEL!" Das Geschrei wiederholte sich, jedes Mal lauter und schneller.
,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!" ,,TEUFEL!"
Irgendwann rief Aki verzweifelt: „NEEEIIIIIN! STOOOOOPP!" Eine dunkle Macht bildete einen schwarzen Kreis um ihn herum, der wie dunkles Feuer aussah. Der Kreis zog sich in Akis Hand und verschmolz mit ihr, bis nichts mehr davon übrig war. Doch es endete nicht dort. Aus seiner Hand schoss schwarze Energie, die die Form eines riesigen, verrosteten Schwertes annahm. Schockiert ließ der Angreifer sein Messer fallen. „Du... Du hast auch so ein Teil?!" Aki blickte auf und sah den Mörder direkt an. Sein Gesichtsausdruck war finster. Ohne ein Wort zu sagen, näherte er sich langsam dem Mann. Mit einem einzigen Schlag beendete Aki das Leben des Psychopathen. Das Schwert verschwand daraufhin, und Aki fiel auf die Knie. Gerade als es zu regnen begann, blickte er gen Himmel. Der Regen verbarg die Tränen, die ihm über das Gesicht liefen. „Ruhe in Frieden, Hiroto."Kurz darauf ertönte eine Stimme vom kleinen, überdachten Bereich des Dachs. „Tut mir leid für deinen Verlust. Ich bin wohl zu spät." Aki drehte sich um und sah einen großen Mann, etwa 1,80 m groß, mit langen, zusammengebundenen türkisfarbenen Haaren. Das linke Auge des Mannes war von einer schwarzen Augenklappe verdeckt, und er trug einen schwarzen Mantel, der Aki sofort das Wort „edgy" in den Kopf schießen ließ. Trotz seines Aussehens, das auf etwa dreißig Jahre schließen ließ, strahlte der Mann eine Aura aus, die von vielen Erlebnissen und Geschichten erzählte.Langsam und vorsichtig näherte sich Aki dem Mann und stellte sich ebenfalls unter den überdachten Bereich, jedoch mit viel Sicherheitsabstand. „Ist schon gut, ich will dir nichts tun," sagte der Mann, was Akis Vertrauen zu ihm etwas stärkte. So kam Aki etwas näher und betrachtete den Fremden genauer. „Ich weiß nicht so recht, womit ich beginnen soll. Du hast bestimmt viele Fragen, aber ich habe sicherlich die Antworten darauf. Lass uns kurz hineingehen."Nachdem Aki sich in seiner Wohnung kurz abgeduscht und die Kleidung gewechselt hatte, betrat er das Wohnzimmer, wo der Mann bereits saß und auf ihn wartete. „Gut, ich denke, ich sollte mich zuerst einmal vorstellen. Mein Name ist Yamato. Yamato Orochi. Du kannst mich gerne duzen. Ich bin ein Mitglied von Kenkai." Als die beiden sich die Hände schüttelten, begann Yamato mit den Erklärungen. „Also... dieses Schwert, das du erschaffen hast, nennt man ein Modul. Es sind Waffen, die aus den tiefsten Abgründen der Seelen von Menschen entstehen. Jede Person hat ein eigenes, einzigartiges Modul. Normale Menschen können sie nicht aktivieren oder benutzen, doch einige wenige können ihre Module bei schockierenden oder traumatischen Ereignissen plötzlich aktivieren. Zu diesen Leuten zählen du und dieser Psychopath. Einige Menschen mit schlechten Absichten lernen, wie sie ihre Module einsetzen können und nutzen sie für böse Zwecke. Hier kommt Kenkai ins Spiel."Yamato hielt kurz inne, bevor er mit seinen Erklärungen fortfuhr. „Kenkai ist eine Organisation, die dafür verantwortlich ist, Missionen mithilfe von Modulen zu lösen und böse Modulträger auszuschalten. Es ist wichtig zu wissen, dass Kenkai aus einer großen Haupteinheit und fünf Sondereinheiten besteht. In der Haupteinheit befinden sich die stärksten Kämpfer, die für jede Art von Einsatz geeignet sind. Die Sondereinheiten bestehen aus Kämpfern, die spezielle Rollen im Kampf erfüllen. Eine Sondereinheit ist jedoch anders, aber dazu kommen wir gleich." Aki unterbrach Yamato mit einer Frage. „Welche Sondereinheiten gibt es denn in Kenkai?" Diese Frage wurde schnell beantwortet. „Also... Da hätten wir Aegis, die sich eher auf Verteidigung und Support konzentrieren. Dann gibt es die Wraiths, das sind quasi Assassinen. Die Seers sind Geheimnislüfter, die feindliche Lager und Orte auskundschaften und Schwachstellen suchen. Und schließlich haben wir noch Vanguard, die an vorderster Front kämpfen."Aki war verwirrt. Das waren schließlich nur vier Einheiten. Doch Yamato fuhr fort. „Die fünfte Einheit sind die Sentinels. Das ist eine besondere Einheit, da sie dafür zuständig ist, besonders talentierte Kämpfer für die Haupteinheit auszubilden. Diese Einheit wird von mir höchstpersönlich angeführt." Etwas an dieser Einheit faszinierte Aki. „Sentinels...", murmelte er leise. Yamato beendete seinen Monolog. „Nun kommen wir zu dem Grund, warum ich hier bin. Ein Sentinel-Kandidat kann nur durch die Empfehlung eines Mitglieds von Kenkai überhaupt zur Prüfung antreten. Von den hundert Leuten, die antreten, schaffen es normalerweise nur etwa fünf Kandidaten, da diese Prüfung alles andere als einfach ist. Doch ich sehe in dir die Qualität und das Talent, es wirklich schaffen zu können." Aki blickte zu Yamato. Er ahnte bereits, worauf der Mann hinauswollte. Yamato lächelte und beantwortete die unausgesprochene Frage. „Ja, ich, Yamato Orochi, empfehle dich, Aki Hayashi, zur Teilnahme an der Aufnahmeprüfung für die Sentinels."In Akis Augen breitete sich ein heller Glanz aus, als Yamato fragte, ob Aki teilnehmen wolle. Er lächelte breit. „Ja, das will ich!" Endlich hatte er etwas gefunden, was er statt der Oberschule tun konnte. Doch noch viel glücklicher machte ihn die Erkenntnis, dass er eine Bestimmung hatte. Er war nicht länger der durchschnittliche Aki; er hatte ein Talent, das ihn besonders machte. Diese Erkenntnis hob seine Stimmung enorm. „So, ich will dir nicht zu viel Zeit rauben. Ich habe selbst noch einiges zu erledigen," sagte Yamato, als er in Richtung der Eingangstür zu Akis Wohnung ging. Bevor er ging, drehte er sich noch einmal um. „Ach, und freu dich nicht zu früh. Du hast das Härteste noch vor dir. Ich werde dich am ersten September um zehn Uhr abholen. Also dann, mach's gut, Aki." Mit diesen Worten verließ Yamato die Wohnung und schloss die Tür hinter sich. Aki ging schnell hinterher, um abzuschließen, und konnte seine Freude kaum verbergen. Er ließ sich auf sein Bett fallen und hob eine Hand in die Luft. Diese Ferien sollten seine letzten unbeschwerten sein, also würde er sie bis zum letzten Tag genießen. 
,,Hast du das gehört, Hiroto? Ich habe eine Bestimmung!"
  
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----- CHAPTER BREAK -----

Kapitel 2 - Prüfungsbeginn

So verging die Zeit. Die zwei Monate Sommerferien verflogen für Aki – viel zu schnell. Bevor er es sich versah, war der erste September angebrochen. Der Wecker klingelte und riss den jungen Mann aus dem Tiefschlaf, sodass er aus dem Bett fiel. Müde und verschlafen murmelte er: „Was ist? Ich will schlafen, zurück zu meinem Kampf gegen den Sensenmann... WAH!" Schlagartig riss der Langschläfer die Augen wieder auf. In diesem Moment hämmerte es in seinem Kopf, dass er nicht verschlafen durfte. Entschlossen stand er auf, klopfte sich zweimal auf die Wange und begann seine Morgenroutine mit einem motivierten Gesichtsausdruck. Heute sollte sich sein Leben für immer verändern. Als Aki mit seinen morgendlichen Tätigkeiten wie Duschen und Frühstücken fertig war, wollte er zur Tür gehen und draußen auf Yamato warten. Davor zog er sich jedoch eine Jacke an, da beim Wetterbericht im Radio Regen für den heutigen Tag angekündigt wurde. Jedoch klingelte die Türklingel genau in dem Moment, in dem Aki gehen wollte. So öffnete er die Tür. Vor dem Jungen stand bereits der mysteriöse Samurai. ,,Guten Morgen.", begrüßte Yamato ihn mit einem Lächeln, Aki entgegnete mit einem einfachen ,,Hi" und erwiderte das Lächeln. Daraufhin drehte Yamato sich um und deutete ,,Komm mit", wodurch Aki ihm folgte. Gemeinsam gingen sie aus dem Wohngebäude heraus in eine kleine Seitengasse. ,,Gut, hier kann uns niemand sehen.", sagte Yamato erleichtert. Aki war schockiert. ,,Äh-Ähm ... W-Was hast du vor?!" Der Mann lächelte wieder. ,,Wirst du jetzt selbst sehen." Daraufhin zückte er ein seltsames Gerät. Es war eine Fernbedienung mit einem Knopf. ,,Weißt du, das Hauptquartier von Kenkai ist weder in Kyoto, noch generell in Japan. Es befindet sich nämlich in einer anderen Dimension, von der nur Modulträger, die Einwohner der Dimension und die Regierung wissen. Dort findet auch die Aufnahmeprüfung statt." So drückte Yamato den Knopf auf der Fernbedienung, wodurch aus der Fernbedienung ein violetter Strahl auf die Hauswand vor ihnen geschossen wurde. Daraufhin tat sich ein großes Portal direkt vor ihnen auf. ,,Ich werde leider nicht mit dir kommen, der Prüfer ist jemand anderes. Bist du bereit, Aki?" Der Junge nickte und betrat das Portal. Es war, als würde er eine völlig normale Tür betreten. Es gab weder einen spannenden Bildverlauf, noch einen Tunnel in die andere Dimension. Die Kenkai-Dimension zu betreten fühlte sich so natürlich an wie das Betreten eines Hauses. Als Aki in der anderen Dimension ankam, war er schockiert. Schockiert davon, wie sehr diese Dimension seiner Heimat ähnelte. Er befand sich inmitten einer normalen Lichtung eines normalen Waldes. Der Junge stand gemeinsam mit vielen anderen jungen Menschen vor einer riesigen Mauer mit einem großen Tor in dessen Mitte. Kurz nachdem Aki in der anderen Dimension angekommen war, ertönte eine Stimme: ,,Teilnehmer 63 ist soeben eingetroffen." Nun gab es kein Zurück mehr. Aki war offiziell ein Teilnehmer der Sentinel-Aufnahmeprüfung. Einige Zeit war seit Akis Ankunft in der anderen Dimension vergangen. Der Junge hatte noch nicht wirklich realisiert, dass er nun in einer komplett anderen Dimension war, da alles so natürlich wirkte. Vor allem der Dimensionswechsel war kurz und angenehm. Jedoch hatte Aki bereits aus seiner eigenen Seele ein Schwert erschaffen, also gab es nicht mehr viel, was ihn noch überraschen konnte. Da es noch etwas dauern konnte, bis alle Teilnehmer da waren, hatte es sich der Junge auf der Wiese gemütlich gemacht. Er lehnte sich gegen einen Baum und verarbeitete erste einmal alle neuen Informationen. Mittlerweile hatte er sich Kopfhörer aufgesetzt, da die Durchsage, die ertönte, wenn ein neuer Teilnehmer die Dimension betrat, mittlerweile nervtötend war. Beim nächsten Teilnehmer ertönte die Durchsage: ,,Teilnehmer 100 ist soeben eingetroffen." Aki stand auf und streckte sich. Das Eintreffen der Teilnehmer verging relativ schnell. Nummer hundert streckte seine Arme zur Seite aus. Es war ein muskulöser, junger Mann von beeindruckender Statur. Er trug seine kurzen, schwarzen Haare nach oben, was ihn wie ein halbstarker Ganove wirken ließ. Seine Haut war sonnengebräunt vom vielen Training im Freien und auf der rechten Wange hatte der Mann eine Narbe von früheren Kämpfen. Alles in allem wirkte er bedrohlich und einschüchternd. So begann er zu reden: ,,Ihr müsst wohl die anderen Teilnehmer sein! Ihr tut mir ja fast schon leid, so schwach wie ihr ausseht. Dann lass ich euch mal wissen, dass ihr alle gegen mich voll ablosen werdet, denn ich, Tatsuo Goda, bin hier die Nummer eins!" So ging der Rabauke nach vorne. Jedoch stolperte er über eine Wurzel und fiel mitten in eine Schlammgrube. Viele andere Teilnehmer kicherten und lachten Tatsuo aus, während er sich peinlich berührt aufrichtete. ,,Äh, hahaha... Ich... Ich geh mich kurz abwaschen!", sagte er voller Scham, während er einem Schild folgte, auf dem ein Toiletten-Symbol abgebildet war. ,,Was war das denn für ein Affe?", dachte sich Aki, während er sich wieder zurücklehnte und sich entspannte. Kurze Zeit später kam Tatsuo wieder zurück. Er bemerkte, wie jeder ihn anstarrte. So ging er langsam zur Seite und lehnte sich ebenfalls an einen Baum. Leise murmelte er: ,,Meine Fresse, mein Ansehen ist nun weg..." Kurz darauf tat sich ein weiteres Portal auf. Daraus trat ein weiterer junger Mann, um die zwanzig. Er hatte etwa schulerlange, grüne Haare, die er hinter seinem Kopf zu einem Dutt zusammengebunden hatte. Trotz des Dutts hingen ihm trotzdem Haare nach vorne. Diese trug er in einem Mittelscheitel. Außerdem trug er eine stylische Lederjacke, die sehr gut zu seinen natürlich grünen Haaren passte. Aus dem Mund des jungen Mannes hing ein einziger spitzer Zahn hervor, der sein Aussehen etwas frech wirken ließ. Der junge Mann lächelte und trat in die Mitte der Lichtung hervor. Tatsuo begann plötzlich, in Richtung des jungen Erwachsenen zu sprinten. Dabei rief er: ,,Ich bin doch schon Nummer hundert. Das bedeutet, du bist ein Eindringling! Ein Verräter, der versucht, uns umzubringen!" Der Mann dachte, es müsse so sein, da im letzten Horrorfilm, den er gesehen hatte, ähnliches passiert war. So holte Tatsuo zum Schlag aus, bereit, ein Held zu werden. Doch der Grünschopf lächelte nur. Er fing Tatsuos Faust mit seiner flachen Hand ab. Daraufhin sprang er hinter den muskelbepackten Ganoven und verdrehte ihm die Hand, bis er vor Schmerzen winselte. Danach sagte er mit demselben Lächeln: ,,Ich bin euer Prüfer." Tatsuo merkte man daraufhin seinen Schock offen an. ,,Ähhh, alsooo, tut mir... ES TUT MIR LEIIIID!" Der Prüfer ignorierte Tatsuo und fuhr fort: ,,Mein Name lautet Viktor Dimitrov, ihr könnt mich aber gerne auch einfach nur Vik nennen. Ich bin euer Prüfer für die nächsten fünf Prüfungen, die vor euch liegen. Erst einmal zur Prüfung selbst: Die Sentinel-Aufnahmeprüfung ist einer der härtesten Tests, die es gibt. Jährlich bestehen nur etwa fünf Teilnehmer. Das liegt daran, dass die Sentinels später Kämpfer in der Haupteinheit werden. Nach dem Jahr bei der Sondereinheit müssen die anderen Kämpfer zuerst eine ähnlich schwierige Prüfung beschreiten, die jedoch extrem schwierig ist, da in den Sondereinheiten nur spezifische Bereiche beigebracht werden. Die Sentinels werden jedoch als universelle Kämpfer ausgebildet, die in jedem Szenario kämpfen können. Aus diesem Grund ist die Aufnahmeprüfung der Sentinels so schwierig. In die Sondereinheiten werden Kämpfer eingeladen, die bei der Sentinel-Prüfung überzeugende Ergebnisse geleistet haben und ein hohes Potenzial gezeigt haben, aber nicht bestanden haben. Jedoch werden die Kämpfer erst nächstes Jahr in der Sondereinheit antreten. Alle anderen Modulträger, die keine Empfehlung für die Sentinel-Prüfung erhalten haben, werden den Militäreinheiten beitreten. Schließlich ist Kenkai nicht die einzige Organisation unserer Art. Falls ihr diese Prüfung verliert, werdet ihr also entweder zu einer anderen Sondereinheit kommen oder dem nächstgelegenen Militärstützpunkt zugeteilt." Nach einer kurzen Pause fuhr Viktor fort. ,,Jetzt kommen wir zur Prüfung selbst. Sie besteht aus fünf individuellen Tests. Bei jedem dieser Tests werden weitere Teilnehmer aussortiert. Diejenigen, die am Ende übrig bleiben, werden bei den Sentinels aufgenommen. Der erste Test ist der körperliche Fitnesstest. Bitte folgt mir." Daraufhin klatschte Viktor zweimal hintereinander und das große Tor öffnete sich. Viktor ging hindurch und alle anderen folgten ihm. Als er gerade durch das Tor schritt, dachte Aki: ,,Körperliche Fitness... Nicht gerade meins." Doch es gab kein Zurück mehr. So stellten sich alle hundert Teilnehmer an der Startlinie auf. Viktor beendete seine Erklärung: ,,Ihr müsst nun so schnell wie möglich alle Hindernisse überwinden. Am Ende des Parcours befindet sich ein Tor. Dieses Tor wird sich bei fünfzig Teilnehmern, die den Parcours schaffen, schließen, also seid schnell. Dieser Test wird eure Ausdauer, Körperkraft und Intuition auf die Probe stellen. Also dann, viel Glück. Mit diesem Signal geht die erste Prüfung los!" Daraufhin hielt Viktor eine spezielle Pistole in die Luft und schoss daraus eine Platzpatrone. Mit diesem Signal begann die Prüfung. Alle Teilnehmer sprinteten in ihrer höchstmöglichen Geschwindigkeit los. Aki war weder extrem weit vorne, noch extrem weit hinten. Er war relativ in der Mitte. Doch um diese Prüfung zu bestehen, musste Aki noch schneller sein. Bald kam er beim ersten Hindernis an - Hürden in verschiedenen Höhen. Die erste Hürde war relativ normal. Man konnte über sie drüber springen oder unter ihr durchrutschen. Aki entschied sich für das Springen, was er problemlos schaffte. Die nächsten paar Hürden waren auch kein Problem. Die, bei der sich die meisten Probleme zeigten, war Hürde Nummer sechs, wenn man sie überhaupt noch als Hürde bezeichnen konnte. Sie war etwa drei Meter groß und solide, was sie eher zu einer Wand machte. Mit viel Geschicklichkeit packte Aki die Spitze der gewaltigen Hürde, doch ihm fehlte die Kraft, sich hochzuziehen. So hing der Junge da, ohne eine Chance, weiterzukommen. Als der Sentinel-Anwärter dachte, es sei vorbei, ertönte unter ihm eine Stimme. ,,Hey du da, brauchst du Hilfe?" Als Aki sich umdrehte, sah er einen jungen Mann, etwa 1,70 Meter groß, mit mittellangen, schwarzen Haaren und roten Augen, die ihn an ein Reptil erinnerten. Auf seinem Mund saß ein entschlossenes Grinsen. Bevor Aki etwas tun konnte, packte der Junge seinen Fuß und drückte ihn nach oben, wodurch Aki die Hürde überwinden konnte. Kurz darauf sprang der seltsame Helfer in einem Satz auf die Hürde und landete kurz in der Hocke auf ihr. Er sagte: ,,Ich bin übrigens Ryuu. Wenn du was brauchst, kannst du dich immer bei mir melden!" Bevor Aki sich bedanken konnte, war Ryuu bereits über alle Berge. Doch dem Jungen blieb nicht viel Zeit, darüber nachzudenken. Schließlich musste er selbst weiterkommen. So rannte er zum nächsten Hindernis, das nicht weit weg war. Doch Akis Magen drehte sich um, als er es sah. Das zweite Hindernis war ein tiefer gelegener, mit Treppen vom Hürdenbereich abgetrennter Bereich, dessen Boden aus Schlamm bestand. Etwa fünfzig Zentimeter darüber war ein großes Netz gespannt, wodurch die Teilnehmer durch den Schlamm robben mussten. Viele Leute blieben stehen und gaben freiwillig auf, da sie sich vor dem Schlamm ekelten. So stand Aki vor diesem zweiten Hindernis. Der Junge wusste, dass es eine Lösung geben musste, bei der er nicht dreckig wurde. Doch welche? So ging der Junge in die Hocke und inspizierte den Schlamm. Als er ihn mit einem Finger berührte, fiel Aki ein, dass der Schlimm noch feucht war. Das bedeutete, es musste irgendwo eine Anlage zur Bewässerung geben. Dadurch fielen dem Jungen Wassersprenkler auf jeder Seite des Raumes ein - auch auf der, von der er gerade kam. So fiel ihm ein Teilnehmer neben ihm auf, der den Sprenkler nachdenklich anstarrte. Scheinbar hatten sie dieselbe Idee. So nickten sie sich zu und kickten gleichzeitig auf den Sprenkler, wodurch er aufbrach und ein großer Schwall aus Wasser herausfloss. Aki zog seine Jacke aus und sie warfen sich auf Akis Jacke, um sie als eine Art Floß zu nutzen. Dabei schrien sie beide vor Spaß und Freude, dass sie es geschafft hatten. Yamato und Viktor, die gerade zusahen, waren beide überrascht und beeindruckt von den Leistungen der Beiden. Als sie das Schlammfeld überquert hatten, richtete sich der andere Junge auf und streckte sich. ,,Das... Das war ja großartig!", sagte er mit einem Strahlen im Blick, ,,Ich bin Shiroi, freut mich echt!" Daraufhin gaben sie sich die Hand. Aki stellte sich auch vor: ,,Ich bin Aki, viel Glück dir noch!" Während Shiroi weiter rannte, schrie er: ,,DANKE, DIR AUCH!" So war Shiroi so schnell weg, wie er gekommen war. So durchschritt Aki viele weitere Hindernisse. Er musste ein großes Netz erklimmen, über einen langen Balken balancieren, durch Reifen laufen, ohne zu stolpern, sich horizontal an einer Kletterwand entlanghangeln und durch einen großen Wassergraben schwimmen. Wenn es auch viel seiner Kraft und bei fast jedem Hindernis mehrere Anläufe kostete, konnte Aki letztendlich jede Hürde überwinden. So kam er beim letzten Hindernis vor der Zielgeraden an - ein großer Röhrentunnel. So kroch Aki durch den Tunnel. Dabei dachte er sich nur: ,,Wollen die jetzt die ganzen Klaustrophobiker loswerden oder was? Vielleicht sollten dadurch Rettungssituationen simuliert werden, die auf engem Raum stattfinden..." Als der Junge das Ende des langen Tunnels erreicht hatte, befand er sich letztendlich auf der Zielgeraden - ein etwa hundert Meter langer Sprint, bei dem das Zieltor jederzeit deutlich sichtbar war. Der Junge bemerkte dabei auch, dass die Strecke immer schmaler wurde, je näher sie ans Ziel kamen. Am Ende war sie nur noch so lang wie das Tor selbst, was circa einem Meter entsprach. Über dem Tor war ein großes, elektrisch betriebenes Schild, auf dem "32" stand. Vor Aki waren auf der Zielgeraden etwa dreißig Menschen, wodurch der Junge es bei seinem jetzigen Tempo nicht schaffen würde. So ging Aki noch einmal kurz in sich. Er atmete langsam ein und aus. Nach dieser kurzen Entspannungsphase öffnete der Junge die Augen, bereit, ein letztes Mal alles zu geben. Aki rannte los, sein Blick entschlossen. Er war so schnell wie noch nie zuvor und schaffte es sogar, ein paar Leute zu überholen, die ihn zuvor wegen seiner vielen Anläufe bei den Hindernissen verspotteten. Der Junge war zuversichtlich und wusste, dass er es schaffen konnte. Das Schild zeigte bereits "39". Er hatte nicht mehr so viel Zeit. Ein Stück vor ihm sah er einen alten Bekannten - Tatsuo. Dieser lachte. Er prahlte, dass er es schaffen würde. Doch er wurde von einem Jungen mit blonden Haaren überholt, der ein breites Lächeln im Gesicht hatte, was ihn direkt wieder still werden ließ. Dass er überholt wurde, war jedoch kein Wunder. Schließlich überholte der Blondschopf jeden Prüfling, der gerade anwesend war. Der Junge war schließlich mit Abstand der Schnellste von allen. Ein paar Minuten später kam Aki beim letzten Sprint an. Die Strecke war nur noch einen Meter breit und über der Tür stand ,41'. Nichts konnte Aki mehr davon abhalten, zu gewinnen - dachte er. Vor ihm lief ein Mädchen, etwa in seinem Alter. Sie hatte schulterlange, schwarze Haare und eine Brille. Das Mädchen wirkte nicht sonderlich extrovertiert, eher schüchtern. Als Aki kurz davor war, das Tor zu erreichen, beobachtete er, wie zwei junge Männer an ihm vorbeirannten und das Mädchen von der Plattform herunterstießen. Der Junge konnte das nicht mit ansehen. Er handelte direkt und konnte das Mädchen noch am Arm packen. ,,Hey, geht's dir gut?", fragte er sie, woraufhin das Mädchen nickte. Aki konnte sie noch hochziehen und im letzten Moment noch helfen. Doch dann zeigte das Mädchen panisch zum Tor und rief: ,,Schau!" Auf dem Schild stand eine große "50". Das Tor war gerade dabei, sich zu schließen. Zuerst wollten sie beide einsehen, dass sie nicht bestanden hatten, doch dann bemerkten sie, wie drei andere Teilnehmer noch durch das sich schließende Tor rannten und sich die Zahl auf ,53' erhöhte. So sprinteten sie noch ein letztes Mal. Sie sprangen ab und konnten genau im letzten Moment durch das Tor springen, bevor es sich schloss. Nach ein paar Sekunden des Keuchens und der Erschöpfung gaben sie sich ein High Five. ,,Gut gemacht, ich bin Aki!", sagte Aki mit einem Lächeln. Das Mädchen antwortete: ,,Und ich bin Ryoko.". Bevor sie sich jedoch weiterhin vorstellen konnte, wurden die Beiden von Viktor unterbrochen: ,,Ihr alle habt euch gut geschlagen! Ich habe bei diesem Test viele kreative Lösungen und ausgeschöpfte Möglichkeiten gesehen. Ihr habt alle meinen Respekt dafür, dass ihr den Test bestanden habt - Naja, fast!" Doch kurz darauf wurde sein Blick etwas sadistisch und er führte den Satz fort: ,,Schließlich sind wir hier fünf Leute zu viel." Viktor sah Aki und Ryoko direkt an, sodass sie sich angesprochen fühlten. Daraufhin fuhr der Mann fort: ,,Aber weil ich ja nicht so bin, lass ich euch fünf nicht durchfallen, schließlich habt ihr es durch das Tor geschafft. Stattdessen kriegt ihr alle noch eine weitere, klitzekleine Aufgabe, die entscheidet, welche fünf Leute es nicht schaffen." Daraufhin klatschte der Prüfer wieder, wodurch aus dem Boden in der Mitte des Raumes eine große Punching Bag, wie man sie aus Jahrmärkten und Einkaufszentren kannte, schoss. ,,Wir werden durch einen Schlag darauf ermitteln, welche von euch die fünf schwächsten Leute sind, und werden den Rest zur nächsten Prüfung schreiten lassen. Stellt euch bitte der Reihe nach an." So begannen die einzelnen Teilnehmer, die Punching Bag zu schlagen. Kurz darauf wurde auf dem Bildschirm der Punching Bag der Name der Person, sowie wie viele Punkte von hundert sie erreicht hat, angezeigt. Als die Person wegging, war eine Ansicht der derzeit fünf schwächsten Teilnehmer zu sehen. Aki bekam mit, welche Punktzahlen die anderen Prüflinge erzielten. Viele waren mit ihren Punkten in den Siebzigern, wogegen einige auch um die fünfzig herum waren. Der Durchschnitt war jedoch zwischen sechzig und siebzig. Irgendwann war auch Aki dran. Er sammelte seine Kraft und schlug den Punching Bag mit all der Körperkraft, die der Junge hatte. Er erzielte unglaublich durchschnittliche sechzig Punkte. Direkt nach ihm war Ryoko dran. Sie konnte sogar 77 Punkte rausholen. ,,Yes!", rief das Mädchen glücklich, als sie zu Aki ging. Ein paar durchschnittliche Teilnehmer später war ein junger Mann mit schulterlangen, braunen Haaren und einer eckigen Brille dran. Er klappte das Buch zu, das er gerade las, und schlug den Punching Bag. Bei ihm kamen jedoch nur 49 Punkte heraus. Derzeit war er der fünftschlechteste Teilnehmer. Zu seinem Bedauern war hinter ihm Tatsuo. Dieser sagte: ,,Hahaha! Was ein Loser, findet ihr nicht?", bevor er jedoch stolperte und den Punching Bag mit seinem Kopf traf. Dadurch erhielt Tatsuo 48 Punkte, was noch schlechter war, als das Ergebnis des Brillenträgers. Dieser sagte ruhig: ,,Scheint, als seist du noch schlechter als ich, fünftschlechtester Teilnehmer." Tatsuo versank wieder vor Peinlichkeit im Erdboden. Etwas weiter hinten in der Reihe ertönte ein lautes Lachen. Es kam von Ryuu. Dieser deutete, er solle kommen, woraufhin der Brillenträger zu Ryuu ging. Daraufhin rief dieser: ,,Du hast's ihm aber gezeigt! Du bist cool, dich mag ich! Wie heißt du?" Daraufhin antwortete der intelligent wirkende Junge: ,,Seiji." Ryuu gab Seiji noch einen Handschlag, bevor er selbst dran war. Dabei hatte er fast die Punching Bag zerfetzt und erzielte glorreiche 98 Punkte, mit Abstand die höchste Platzierung. Der letzte Teilnehmer hatte nur 46 Punkte erreicht, was ihn zum neuen fünftschlechtesten Teilnehmer machte. Tatsuo dachte, er sei im Himmel und der Letzte konnte seinen Augen nicht trauen. Viktor klatschte. ,,Herzlichen Glückwunsch an alle, die bestanden haben. Und an die anderen: Ihr habt im Hindernislauf gute Leistungen erzielt. Versucht es gerne nächstes Jahr wieder!" Der neue Fünftschlechteste rief: ,,Ey, das is' doch unfair!" Es war derjenige, der Ryoko beim Hindernislauf hinuntergestoßen hatte. Viktor antwortete: ,,Das ist es nicht. Und jetzt geht bitte bei der Hintertür hier hinaus. Gleich werde ich euch wieder zurück in die andere Dimension führen. Daraufhin holte der Fünftschlechteste aus. Er wollte augenscheinlich Viktor dafür schlagen, dass er verloren hatte. Doch der Junge wurde von einem anderen Teilnehmer unterbrochen. ,,Hey, das bringt nichts." Es war der zweitschlechteste Teilnehmer, der ihn beruhigen wollte. Als der Fünftschlechteste auf den Zweitschlechtesten losgehen wollte, wurde er von den anderen drei Schlechtesten unterbrochen. Sie alle sahen ihre Niederlage ein und schleppten ihn hinaus. Viktor fuhr währenddessen fort: ,,Naja, das wäre mal erledigt. Ich bringe euch in die Unterkunft, in der ihr während der Prüfung nächtigen werdet. Sie besitzt die Qualität eines Fünf-Sterne-Hotels. Folgt mir bitte!" Als sie in Richtung der Unterkunft gingen, war die Freude der bestandenen ersten Prüfung sicher. Doch es sollten noch vier weitere folgen. Auch wenn es noch dauerte, sollte sich bald zeigen, wer diese äußerst schwierige Prüfung letzten Endes schaffen sollte.

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----- CHAPTER BREAK -----

Kapitel 3 - Sage Said Survive (Teil 1)

Aki und die anderen Teilnehmer waren in ihrer Unterkunft angekommen. Bei der nächsten Prüfung sollte erneut Stärke und Fähigkeit gefragt sein, weshalb Ruhe nun mehr als nötig war. Die Unterkunft war wie ein großes Hotel. Jeder Teilnehmer hatte sein eigenes Zimmer und es gab einen großen Gemeinschaftsbereich, bei dem die Teilnehmer miteinander interagieren konnten. Das Zimmer einer Anderen zu betreten, war verboten, was Aki egal war, da es dafür sowieso den Gemeinschaftsbereich gab. Die nächste Prüfung sollte um zwölf Uhr beginnen - eine Stunde nach dem Essen. Der Junge blickte kurz auf die Uhr, um festzustellen, dass es bereits fast elf Uhr war. ,,Oh, schon Mittagszeit?", fragte er sich verwundert. So machte sich der hungrige Modulträger auf den Weg zum Gemeinschaftsbereich. Dort angekommen, nahm er zwischen Ryoko und Ryuu am Essenstisch Platz. Ryoko winkte ihm zu, ohne etwas zu sagen. Es war faszinierend, Ryuu im Vergleich zu sehen. Dieser rief mit einem lauten Ton: ,,Hey, Aki! Du hast ja bei der Prüfung ne' Show eingelegt, hahaha!" Ruhig sagte Aki: ,,Aha...", bevor er sich wieder umdrehte. Auch wenn Ryoko nicht viel sprach, waren sie gute Freunde geworden. ,,Der eine redet zu laut, die andere zu leise..." So wandte der Junge sich wieder komplett selbst zu. Schließlich war er schon immer ein Einzelgänger. Kurz darauf betrat Viktor den Raum. Hinter ihm schoben drei Angestellte Speisewägen in den Saal, auf denen sich jede erdenkliche Art japanischer Gerichte befand. Beim Anblick dieser Speisen lief in dem Mund jedes Teilnehmers das Wasser zusammen. Der grünhaarige Prüfer meldete sich daraufhin zu Wort: ,,Das Essen hier ist alles für euch gedacht. In einer Stunde beginnt die nächste Prüfung, doch lasst uns für's Erste davon absehen und euren Erfolg beim ersten Test feiern!" Der gesamte Saal jubelte. Seit Beginn der Aufnahmeprüfung war die Stimmung kein einziges Mal so gut wie jetzt. Jeder schien extrem begeistert und motiviert zu sein - jeder außer Aki. Der Junge war misstrauisch gegenüber dem Mittagessen. ,,Was ist, wenn im Essen Gift ist? Schließlich sollten wir niemandem trauen." Nach diesem Gedanken bemerkte Aki, wie Seiji ihm etwas sagen wollte. Er schien Akis Misstrauen bereits bemerkt zu haben. Als sich der Junge Seiji zuwandte, sagte dieser: ,,Es hört sich eventuell komisch an, doch ich bin einer der wenigen, die ihr Modul schon kontrollieren können. Ich traf eine Person, die es mir zeigte und dann zu Kenkai führte. Was ich sagen wollte, war, dass dieses Essen nicht vergiftet ist. Die Fähigkeit meines Moduls ist es nämlich, jegliche Information zu bekommen, die ich will. Dadurch weiß ich, dass das Essen sicher ist. Zudem ist es eine gute Idee, jetzt etwas zu essen." Nach Seijis Rat bedankte sich Aki und blickte zum Speisewagen. Die meisten Kämpfer hatten sich schon ihr Essen geholt und waren schon zum Platz zurückgekehrt. So ergriff auch der Junge seinen Augenblick. Er nahm sich eine Portion Sushi und kehrte zu seinem Platz zurück. Dort sah Aki zu Ryoko hinüber, um zu sehen, dass nur ein paar Sakura-Mochi* auf ihrem Teller lagen. ,,Mochi? Hast du überhaupt genug mit ein paar Süßigkeiten?" Ryoko nickte und antwortete mit einem Lächeln: ,,Ja, ich habe noch nie wirklich viel gegessen. Außerdem mag ich Süßes, also ist alles gut." *Mochi: traditionelle Kügelchen, die für ihre weiche, elastische Konsistenz bekannt sind Erneut wurde ihre Konversation von Ryuu unterbrochen. Der Junge rief: ,,HAH, IST DAS GUT!", während er seine Ramen schlürfte. Er hatte die größte Portion von allen ausgewählt und schien es nicht zu bereuen. Einen Platz von Ryuu entfernt aß Seiji einen Teller Tempura*. Heute schienen die Leute beim Essen ordentlich zuzugreifen. Gegenüber von ihnen saßen Tatsuo und ein weiteres Mädchen. Tatsuo aß Natto**, während das Mädchen nur ein Onigiri*** aß. Als Aki zusah, wie Tatsuo sein Essen in sich reinschlang und in unter einer Minute aufaß, musste der Junge sich fast übergeben. Das lag nicht daran, dass er Natto nicht mochte. Ganz im Gegenteil, anfangs hasste er es, doch bald wurde es seine Lieblingsspeise. Das ekelhafte Gefühl kam dadurch, dass der Junge es hasste, wenn Menschen viel auf einmal aßen. Doch bevor er weiter darüber nachdenken konnte, wurde er Zeuge einer schwierigen Situation. *Tempura: frittierte Meeresfrüchte, Gemüse und andere Zutaten **Natto: fermentierte Sojabohnen, für seinen starken Geruch und seine klebrige Konsistenz bekannt ***Onigiri: Reisbällchen Dass sich Tatsuo und das Mädchen neben ihm kannten, war klar. Doch Tatsuo lachte plötzlich, schnappte sich ihr Reisbällchen, das sie nur zur Hälfte aufgegessen hatte, und steckte es sich als Ganzes in den Mund. Als der Mann alles heruntergeschluckt hatte, lachte er. ,,Danke für das Essen. Und nächste Prüfung wirst du schön für mich aufgeben, ist dir das klar? Hahaha!!" Was Aki gerade miterlebt hatte, fand er mehr als abstoßend. Dabei hatte das arme Mädchen doch sowieso nur so wenig gegessen und dann nahm Tatsuo ihr die Hälfte einfach weg. Als Aki das enttäuschte und traurige Gesicht des Mädchens sah, war ihm eins klar. Bei der nächsten Prüfung würde er Tatsuo eine Abreibung verlassen und von seinem hohen Thron stoßen. Bevor Aki mehr darüber nachdenken konnte, wurden sie von Viktor unterbrochen, der zurück war. ,,Hallo, Prüflinge! Ich hoffe, ihr konntet gut spachteln, während ich kurz weg war. Diejenigen, die noch nicht fertig sind, können selbstverständlich weiter essen, während ich hier rede. In einer halben Stunde beginnt die zweite Prüfung, also bitte ich euch, zuzuhören. Beim zweiten Test werden eure Überlebensfähigkeiten geprüft, da es sein könnte, dass es in Missionen zu Survival-Szenarien kommt. Da jedoch die vier Stunden, die ihr bekommt, nicht ausreichen, um eine richtige Überlebenssituation zu schaffen, werden Drohnen euch die ganze Zeit überwachen und wir werden euch mit Punkten bewerten. Das bedeutet, ihr bekommt Punkte für ziemlich alles, was eure Survival-Skills beweist." Als Viktor fertig war, sagte er: ,,Also dann, sehen wir uns in einer halben Stunde vor der Unterkunft.", und verließ den Raum. Aki entschloss sich, die restliche halbe Stunde in der Gemeinschaftszone zu verbringen, da es sich nicht lohnen würde, extra dafür noch einmal zu schlafen. So war die halbe Stunde vergangen. Aki saß die ganze Zeit auf einem Sofa in der Gemeinschaftszone und beschäftigte sich mit einem Manga. Der Junge stand um etwa 12:55 auf und verließ den Raum. Zu seiner Verwunderung standen schon alle anderen Teilnehmer vor der Unterkunft - sogar Tatsuo. Sie starrten allesamt erstaunt nach vorne. Als Aki auch endlich einen Blick darauf bekam, was so interessant war, musste er ebenfalls staunen. Drei große Helikopter, die locker alle fünfzig Mitglieder unterbringen konnten, standen direkt vor ihren Augen. Die Piloten waren ebenfalls anwesend. Einer der drei Männer begann zu reden: ,,Also, Yamato ist im Kontrollraum und hilft ebenfalls bei der Punkteverteilung. Wir vom Heli-Team werden euch zuerst ein paar Sicherheitsinstruktionen geben, wie ihr euch in meinem Helikopter zu verhalten habt und zeigen, wie ihr die Fallschirme benutzt. Danach werden wir das gesamte Gebiet abfliegen und ihr könnt herausspringen, wann ihr wollt. Dann beginnen wir jetzt mit dem Sicherheitszeug." So wurden die Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt, die jeweils in einem anderen Helikopter flogen. Zufälligerweise waren in Akis Team ebenfalls Ryoko, Tatsuo und das Mädchen von vorhin. Nach den Sicherheitsinstruktionen und der Einschulung in den Fallschirm, waren alle Teilnehmer bereit zum Start. So stiegen sie der Reihe nach ein, bereit, die zweite Prüfung zu absolvieren. Kurze Zeit später schlossen sich die Türen und der Hubschrauber hob ab. Das war offiziell der Start der zweiten Prüfung. Etwa zehn Minuten sind vergangen. Die drei Helikopter waren am Zielort angekommen - ein riesiges, eingezäuntes Waldgebiet. Der Helikopter flog einfach weiter, doch die Türen öffneten sich. Der Pilot begann, durch die Lautsprecher eine Durchsage zu machen. ,,Wir sind nun am Austragungsort der zweiten Prüfung angekommen. Ich werde jetzt die Gegend überfliegen, bis der Letzte von euch draußen ist. An eurem Schutzgürtel befindet sich ein Knopf. Sobald ihr ihn drückt, kommt jemand von uns und rettet euch. Ihr seid dann jedoch ausgeschieden. Bitte springt einer nach dem anderen hinaus." Kurz nachdem der Pilot fertig gesprochen hatte, rief Ryuu: ,,KOMM, SEIJI, LASS UNS SPRINGEN!" Der Gebildete antwortete: ,,Gute Idee." Daraufhin sprang der aufgedrehte Jugendliche aus dem Heli, gefolgt von der ruhigen Intelligenzbestie. Doch zu Akis Überraschung sprang noch ein Dritter hinaus. Es war ein weiterer blonder Junge. Doch im Gegensatz zu Seiji erinnerte dieser Aki an einen Blitz. Auf dem Namensschild, das auf seinem Schutzgurt befestigt war, stand groß der Name ,Mirio'. Nachdem Ryuu, Seiji und Mirio herausgesprungen waren, vergingen ein paar Minuten, bis der Nächste seinen Mut fasste und aus dem Helikopter sprang. Aki hatte vor, relativ spät hinauszuspringen und zuerst die Gegend nach dem besten Landeplatz auszukundschaften. Jedoch sah Aki Tatsuo, wie er dem Mädchen, das ständig bei ihm war, befahl, hinauszuspringen. Als sie sich durch Angst weigerte, schubste Tatsuo sie einfach aus dem Helikopter, bevor er ihr hinterher sprang. ,,Dieser Bastard... Den krieg ich noch!", dachte Aki, während er zusah, wie immer mehr Menschen hinaussprangen. Ryoko hatte eigentlich vor, mit Aki gemeinsam zu springen, doch die vielen Menschen drückten das Mädchen zu nah in Richtung Ausgang, sodass sie hinausgestoßen wurde. ,,RYOKO!", rief Aki, während er nach ihr sah, erleichtert darüber, das Mädchen mit aufgeschlagenem Fallschirm zu erblicken. ,,Ein Glück...", dachte der Junge, bevor er wieder anderen den Vortritt überließ. Anfangs sollte Aki auf sich alleine gestellt sein, auch wenn er so bald wie möglich versuchen würde, das Mädchen zu erreichen. Gemeinsam überlebte man schließlich besser als allein. Einige Minuten vergingen. Mittlerweile war der Junge der Einzige im Helikopter. Nachdem der nach ihm letzte Teilnehmer herausgesprungen war, sah der junge Mann seine Chance. So stellte er sich seelenruhig an die Tür des Flugapparates und sah die Gegend an, bis er einen Fluss erspähte. ,,Hier etwa ist Ryoko auch gesprungen..." Der große Fluss bot Fische, was dem Jungen ordentlich Punkte brachte. An einer Stelle neben dem Fluss war eine kleine Höhle, in der er seine provisorische Unterkunft einrichten konnte. Am Ufer direkt neben der Höhle war der Boden übersät mit Kieselsteinen, perfekt für ein Feuer. Dieser Ort war ohne Zweifel der Beste von allen. So sprang der Junge letztendlich auch aus dem Helikopter, bereit, die zweite Prüfung zu bestehen. Mitten in der Luft zog er geschickt am Auslöser, wodurch der Fallschirm aktiviert wurde. So landete der Junge vorsichtig und sicher vor der Höhle. ,,Gut, dann legen wir mal los." Das Erste, um das sich Aki kümmern wollte, war Feuer. So reihte er ein paar Steine in einer Kreisform am Steinfeld auf und legte allerlei trockenes Gras, Stöcke und weitere Zunder hinein. Zudem baute er eine kleine Halterung über dem Feuer, auf die Gegenstände und Lebensmittel gelegt werden konnten, um sie zu kochen. Danach wollte der Junge ein Gefühl bekommen, wie viel Zeit er noch hatte. So rammte er einen Holzstock in den Boden der Wiese neben dem Steinfeld. Daraufhin ging er kurz in den Wald und begutachtete einen Baum. Irgendwann fand er etwas Moos. ,,Genau danach habe ich gesucht..." Er sah sich etwas mehr um und bemerkte, dass all das Moos in eine Richtung wuchs. ,,Aha, hier ist also Norden..." Daraufhin neigte der geschickte Teilnehmer den Stab im Boden so, dass er nun in die Richtung zeigte, in die das Moos wuchs. Diese Richtung war im Norden. Der Junge wusste, dass es ziemlich genau 12:30 Uhr war, weshalb er diese Zeit markieren konnte. Nun war es kein schweres Spiel mehr. Er markierte noch alle anderen Zeiten und schon hatte er eine fertige Sonnenuhr. Die Prüfung endete um 16 Uhr, weshalb er noch 3,5 Stunden hatte. Auf dem digitalen Armband, das er am Anfang der ersten Prüfung bekam, war kurz eine Meldung zu sehen, die zeigte, wie viele Punkte der Junge bekam. [+1000 für Aki] Als der Junge sah, wie Vögel aus dem Wald herausflogen, kam ihm ein Gedanke. ,,Ach ja, Tatsuo ist auch in der Nähe abgesprungen. Ich sollte am besten Ryoko suchen und mich mit ihr verbünden." Das veranlasste den Jungen dazu, aufzustehen und den Fluss entlangzugehen. Schließlich war das Mädchen auch in der Nähe des Flusses gelandet. Die Wahrscheinlichkeit war hoch, dass sie versuchte, zu fischen, um an Punkte zu kommen. Bevor er losging, bemerkte der Junge ein paar Lianen, die von den Bäumen hingen. ,,Scheint, als sei diese Dimension doch nicht genauso wie meine Heimat..." Doch er bekam eine Idee. So sammelte er ein paar Lianen zusammen und band sie zu einem Netz, das er auf den Boden legte und mit Laub verdeckte. Daraufhin befestigte er die vier Ecken des Netzes so, dass sie jemanden oder etwas einfangen und hochziehen konnten, sodass es eine perfekte Falle ergab. Nachdem die Falle fertiggestellt war, machte sich der Junge wirklich auf den Weg zu Ryoko. [+800 für Aki] Das Mädchen hatte währenddessen ebenfalls einen guten Standort gefunden. Auch hatte sie eine Angel [+300 für Ryoko] und einen kleinen Korb [+100 für Ryoko] gebaut. Wie Aki vermutet hatte, wollte das Mädchen ihre Punkte durch das Fischen verdienen, was bisher noch nicht wirklich erfolgreich war. ,,Verdammt, warum beißt da nichts an... Da muss doch etwas fehlen...", dachte das Mädchen, während sie ihre Angelrute anstarrte. Plötzlich wurde sie von einer Stimme hinter ihr unterbrochen. ,,Wie stellst du dir das denn vor, so ganz ohne Köder?" Überrascht drehte sich Ryoko um. ,,Aki!" Hinter ihr stand der junge Mann, mit dem sie sich angefreundet hatte, an einem Baum lehnend. ,,Ich dachte schon, dass du fischen würdest, schließlich sind wir hier direkt an einem Fluss." Als das Mädchen dachte, Aki würde ihr beim Fischen helfen, nahm er die Angel und ging weg. ,,Ähm... Wohin gehst du?" Der Junge drehte sich um. ,,Gehen wir in das kleine Lager, das ich gebaut habe. Fische fangen ist in der Situation zwar nützlich, aber du bist darauf angewiesen, dass Fische auch anbeißen, weshalb es in einer Situation wie unserer, in der wir darauf angewiesen sind, viele Fische in kurzer Zeit zu fangen, eher unkonventionell ist." Als die junge Brillenträgerin aufstand und ihm folgte, stellte sie eine Frage: ,,Und was wollen wir stattdessen tun?" Aki antwortete mit einem leichten Lächeln: ,,Wir müssen in solchen Situationen eben kreativ sein." Die Empathin war etwas verwirrt und wusste nicht genau, was ihr Mitstreiter meinte, doch bald sollte es sich herausstellen. Etwa fünf Minuten später waren die Beiden bei Akis Lager angekommen. Ryoko war extrem verwirrt. Sie sah Akis vorbereitete Feuerstelle, die Sonnenuhr und das Fallennetz, das bisher noch kein Tier eingefangen hatte. ,,Hast das alles du alleine gemacht?", fragte sie erstaunt, als sie den jungen Überlebenskünstler ansah. Dieser antwortete etwas peinlich berührt: ,,Sagen wir mal, ich hab' etwas Erfahrung mit Survival." Diese Aussage machte das Mädchen neugierig. ,,Und wo hast du sie dir angeeignet? Warst du mal bei den Pfadfindern oder so?" Aki antwortete mit einer leicht bedrückten Mine: ,,Naja, ich hatte strenge Eltern, mit denen ich schon früh oft ohne viele Hilfsmittel campen gegangen war. Später haben sie mich als Strafe eine Woche lang in einem Wald ausgesetzt, falls ich etwas falsch gemacht habe, aber das ist ein anderes Thema. Lass uns lieber auf die Prüfung konzentrieren." Ryoko war ziemlich besorgt darüber, was der Junge gerade gesagt hatte, doch sie entschied sich dazu, nicht weiter darüber zu reden. Kurz darauf meldete sich der Junge wieder zu Wort: ,,Also, Ryoko, willst du ein Team bilden?", und streckte seine Hand aus, die Faust geballt. Das Mädchen nickte, lächelte und die Beiden ließen ihre Fäuste aneinander prallen, was einem High-Five ähnlich war. Kurz darauf merkten die Beiden, wie sich die Punktzahlen auf ihren Uhren zu verändern begannen. ,,W-Was ist das denn?!", fragte das Mädchen, doch Aki hatte bereits eine Vermutung. Im Überwachungsraum lächelte Viktor währenddessen. ,,Sie haben es also auch herausgefunden. Eigentlich hatte ich vor, Punktabzug für die Hilfe von anderen zu geben, doch Yamato hat mich umgestimmt, da es in einer Survival-Situation immer das Beste ist, mit anderen Leuten zu kooperieren." So beobachteten die Beiden, dass sie nun beide 2.200 Punkte hatten - genauso viel wie die Punkte von Beiden zusammengerechnet. Das musste von der Schließung des Teams kommen. So wussten sie beide, sie waren von den Punkten her im sicheren Bereich. Jedoch hatten sie weitaus nicht die meisten Punkte. Mitten im Wald hatten sich Ryuu, Seiji und Mirio schon von Anfang an zu einem Team zusammengetan. Alle eingenommenen Punkte wurden auf alle drei Punktekonten überwiesen. Das ermöglichte es ihnen, einen unfassbar hohen Punktestand zu erreichen. Durch ihr Teamwork waren sie unschlagbar. Seijis unfassbares Wissen gab ihnen alle nötigen Informationen, Tipps und Strategien. Ryuus körperliche Resistenz und Kraft ließ ihn die schwersten Baumstämme stemmen und Mirios Ausdauer und Geschwindigkeit war perfekt dazu geeignet, Gegenstände zu transportieren oder die Landschaft auszukundschaften. Mittlerweile hatten sie eine Shelter, eine Feuerstelle, eigene Speere und Äxte, ebenfalls eine Sonnenuhr, einen statischen Kompass und vieles mehr. Als Mirio ihnen einen selbst gefangenen Fisch brachte, erhöhte sich ihr Punktestand von 4.900 auf 5.000. Mit dieser Zahl war nun auch eine weitere Nachricht auf ihrem Armband zu sehen. ,,Herzlichen Glückwunsch, ihr habt soeben den Punktestand maximiert." Ryuu grinste breit. Er wusste direkt, was das bedeutet. ,,WIR HABEN BESTANDEN!", rief er, als er seine Arme um die Schultern der anderen beiden legte. Dieses Trio war das erste Team, das die Prüfung abgeschlossen und sich einen Platz im nächsten Test sichern konnte. Aki und Ryoko ruhten sich währenddessen aus. Das Mädchen fand ein paar angespülte Plastikflaschen, die sie am Ufer gefunden hatte. Das gab Aki eine gute Gelegenheit, seine Survival-Skills auf die Probe zu stellen. Vorhin hatte der Junge bereits ein paar seltsame Steine aus der Höhle mitgebracht. Nun sollten die beiden scheinbar wichtigen Materialien endlich zum Einsatz kommen. ,,Was sind das denn für Steine?", fragte das Mädchen. Aki antwortete: ,,Das ist ein Flint und ein Markasit. Diese beiden Steine sind gut, um Feuer zu machen." Daraufhin schlug der Junge den Flint auf den Markasit. Die Funken fielen in ein separates Stück Zunder. Als die trockenen Gräser zu brennen begannen, legte er sie schnell in die Feuerstelle und pustete so lange, bis es zu brennen begann [+500 für Aki und Ryoko]. ,,Wow, du hast ja ein Feuer gemacht!", rief das Mädchen erstaunt. Doch damit war es nicht vorbei. Der Junge füllte die Flaschen mit Wasser und stellte sie ans Feuer. ,,Dieses Wasser wird nun gekocht und bald sicher zu trinken sein." Die Beiden freuten sich, doch sie hatten noch einiges zu tun. Schließlich hatten sie nur noch etwa 1,5 Stunden, da sie relativ viele Pausen gemacht hatten. ,,Ich mach mich dann mal auf den Weg, um uns ein paar Ressourcen zu beschaffen." Mit diesen Worten ging Aki in den Wald. Jedoch war diese Tour eigentlich nicht für die Ressourcenbeschaffung, sondern, um einer Stimme zu folgen, die der Junge vorher gehört hatte. Diese Stimme kam ihm zu seinem Bedauern sehr bekannt vor. ,,Das hast du alles selbst gemacht?!" Tatsuo war erstaunt, wie das Mädchen aus den paar Ranken und Lianen ganze Kleidungsstücke gefertigt hatte. Das merkte man auch durch ihren Punktestand - 4.700 Punkte. ,,Jap, nur noch eins, dann habe ich die 5.000. Toll, nicht wahr?" Gerade war das Mädchen mit dem letzten Rock aus Lianen fertig geworden und wollte es auf den Stapel mit den restlichen Kleidungsstücken legen, um die Punkte des letzten Rocks zu registrieren. Doch Tatsuo tat etwas Unvorstellbares. Er riss dem Mädchen den Rock aus der Hand, legte ihn selbst zum Stapel und stellte sich schützend vor diesen. ,,Diese Kleidungsstücke sind meine!", rief er, während er zusah, wie die Punkte von ihr auf sich selbst übertragen wurden. Daraufhin bekam auch er die Meldung mit den maximalen Punkten. ,,Dieses Schwein...", redete Viktor sich selbst ein, während er das mit ansah, doch er konnte nichts dagegen tun. Stehlen war schließlich auch in einer echten Survival-Situation eine Möglichkeit - wenn auch keine Gute. Doch bevor Tatsuo weiteres sagen konnte, ertönte hinter ihm eine Stimme. ,,Hey, Arschloch, leg dich lieber mit jemandem in deiner Größe an!" Hinter Tatsuo stand Aki. ,,Ich habe dich seit dem Mittagessen im Blick und die Art, wie du mit ihr umgehst, gefällt mir überhaupt nicht. Du willst beweisen, was für ein starker, krasser Kerl bist? Dann beweis es jetzt." Aki ging in eine klare Kampfhaltung. Tatsuo hatte ein schadenfrohes Grinsen auf den Lippen und erwiderte Akis Kampfhaltung. ,,Du willst ne' Abreibung? Die kannst du haben. Jetzt hab' ich ja nichts mehr zu verlieren!"

Hey! Danke, dass du das dritte Kapitel von Akuma gelesen hast! :D

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----- CHAPTER BREAK -----

Kapitel 4 - Sage Said Survive (Teil 2)

Die zweite Hauptprüfung war bereits voll im Gange. Die ersten paar Teilnehmer hatten bereits bestanden, während andere noch damit beschäftigt waren, Überlebenspunkte zu sammeln. Aki hatte Tatsuo, der Miho all ihre Punkte gestohlen hatte, konfrontiert. Ein Kampf zwischen den Beiden drohte jeden Moment zu entfachen. ,,Naa, was ist denn? Komm doch! Du tust doch so, als wärst du der Krasseste. Also komm und schlag mich!" Tatsuo verspottete Aki und wollte ihn dazu verleiten, den ersten Schlag zu landen. Dieser blieb defensiv und antwortete: ,,Den ersten Schlag überlass ich dir." Tatsuo begann, im Stand hin- und herzuspringen. ,,Das lass ich mir nicht zweimal sagen!" Daraufhin sprang der junge Mann direkt auf Aki zu. Mit einem gewaltigen rechten Haken traf er den Jungen in seiner Deckung. Daraufhin folgten weitere normale Jabs und Crosses, sowie Haken und Uppercuts. Durch geschickte Bewegungen und eine gute Verteidigung konnte Aki jeden Schlag blocken. Jedoch kam der junge Verteidiger in seiner jetzigen Lage kaum zum Angriff. Das hing auch damit zusammen, dass er eine mentale Blockade hatte. ,,Nein, ewiges Blocken bringt mir nichts! Ich... Ich muss angreifen!" Beim nächsten Haken von Tatsuo wich der Junge ruckartig zurück, sodass der Schlag ins Leere ging. Durch die heftige Wucht des Schlags verlor Tatsuo kurz den Halt. Diesen Moment nutzte Aki, um einen kraftvollen Haken direkt in Tatsuos Gesicht zu landen. Dieser schrie kurz auf, wich zurück und nahm wieder Kampfhaltung an. Doch als Tatsuo wieder auf den Beinen war, folgte direkt der nächste Schlag von Aki. ,,Ich darf jetzt nicht wegrennen oder nur blocken, ich muss mich wehren!" So begann Aki, einen Schlag und Tritt nach dem anderen zu landen, was Tatsuo dazu zwang, in Akis vorherige Situation zu tauchen. Doch es gab eine Sache, die Aki nicht wusste - Tatsuo war viel unberechenbarer, als Aki dachte. ,,Du hast also auch was drauf..." Plötzlich löste Tatsuo die Verteidigung auf. ,,Da wird es doch gleich viel mehr Spaß machen..." Im nächsten Moment duckte Tatsuo unter Akis Haken hinweg und stürmte vorwärts. ,,... dich niederzuprügeln." Tatsuo stieß gegen Akis Bauch und legte seine Arme um ihn. Daraufhin schlang der Mann sein Bein um Akis Bein und zog es weg. Dadurch verlor der Junge den Halt und fiel auf den Boden. Tatsuo setzte sich auf seinen Bauch und begann, den Jungen immer wieder und wieder mit kraftvollen Schlägen ins Gesicht zu treffen. Ein paar Momente später stellte Tatsuo wie aus dem Nichts die Frage: ,,Du kannst ja besser kämpfen, als ich dachte! Wo hastn du das gelernt?" Aki antwortete: ,,Ich wurde gemobbt und habe mich gewehrt." Der Halbstarke lachte daraufhin laut. ,,Is' ja witzig! Ich hab' auch durch Mobbing Erfahrung gesammelt, aber etwas anders als du! Ahahahahah!" Diese Aussage machte den Jungen extrem wütend. ,,Du Bastard..." Als Tatsuo zum letzten Schlag ansetzte, wurde er plötzlich von etwas getroffen. Es war das Mädchen, das ihn mit einem großen Ast direkt auf dem Kopf getroffen hatte - so fest, dass er in der Hälfte durchbrach. So ließ Tatsuo von Aki ab, stand auf und wandte sich dem Mädchen zu. ,,Du dreckige Punkteschlampe..." Durch Akis Bereitschaft zum Kampf hatte sie auch etwas Mut gefasst. So rief sie: ,,Die Punkteschlampe heißt Miho, falls du es vergessen hast!" Miho stand in einer verteidigenden Position und hielt den Rest des Astes vor sich. ,,Jetzt willst du also auch kämpfen?", fragte Tatsuo spöttisch, während er das Mädchen ansah. Scheinbar hatte sie im Gegensatz zu den beiden Jungs keinerlei Kampferfahrung. Als Tatsuo auf Miho losgehen wollte, wurde er von einem kräftigen Tritt von hinten unterbrochen. ,,Ich... bin... auch noch da!" Obwohl er blutverschmiert war, tat er dasselbe wie Tatsuo gerade. Er rammte den Mann gebückt und packte ihn, als würde er ihn umarmen. Doch im Gegensatz zum Unruhestifter brachte Aki ihn nicht direkt zum Boden. Er rammte und drückte ihn mit aller Kraft immer weiter nach vorne. Nach einigen Metern konnte Tatsuo sich losreißen. ;,Du Bastard!" Instinktiv begann Aki, zu seinem Lager zu rennen, doch Tatsuo war ihm dicht auf den Fersen. Kurz vor dem Lager kamen sie beim Ort der Netzfalle an. Aki kam auf eine Idee. So blieb er ruckartig stehen, wodurch Tatsuo nicht schnell genug bremsen konnte und etwas weiter rannte - doch nicht weit genug, um ins Netz zu kommen. Dafür hatte Aki jedoch auch einen Plan. Erneut packte er den Mann, doch diesmal wollte er ihm auch die Beine wegziehen. So schlug er sein Bein gegen die Kniekehle des Rabauken - doch es funktionierte nicht. Aki war einfach zu schwach dafür und Tatsuos Stand zu stark. ,,Was hastn du vor?" Mit einer Bewegung kickte Tatsuo den Jungen einfach zu Boden. ,,Hahaha, versuchst du das gerade ernsthaft? Du hast wohl vergessen, dass ich hier der Krasseste bin! Ahahahahaha!" Während der Mann lachte und seine Deckung vernachlässigte, stürmten plötzlich Miho und Ryoko aus dem Gebüsch. Mit vereinter Kraft stießen sie Tatsuo um, sodass er direkt in die Falle fiel. So wurde sie ausgelöst und das Netz wurde hochgezogen. So wurde Tatsuo im robusten Lianennetz gefangen. Der Halbstarke rief: ,,Hey! Lass mich da raus! Ich will nicht noch ne' Stunde da festhängen!", doch Aki ignorierte ihn und beobachtete, wie sein Punktestand auf 3.500 stieg. Als er sich umdrehte, sah Aki Ryoko, die ihm zuwinkte. Er nickte Miho zu und sie setzten sich neben das schüchterne Mädchen. ,,Herzlichen Glückwunsch zum gewonnenen Kampf, Aki!" Doch der Junge sah nicht gerade glücklich darüber aus. ,,Ich habe nicht gewonnen. Er kann nur nicht kämpfen, weil wir ihn in eine Falle gelockt haben. Außerdem war es ein 3-gegen-1, also nicht gerade fair." Sofort kehrte eine pessimistische, negative Stimmung ein. Um sie aufzulockern, tätigte Miho eine Aussage, die nichts mit dem Kampf zu tun hatte: ,,Ach ja, wir haben uns doch überhaupt nicht vorgestellt. Ich bin Miho, freut mich, euch kennenzulernen!" Ryoko war schockiert. Leise und voller Vorwürfe gegen sich selbst antwortete das schüchterne Mädchen: ,,Tut mir leid, es war unhöflich, sich nicht vorzustellen... Ich bin Ryoko!" Das andere Mädchen lächelte Ryoko zu. ,,Du musst dir doch keine Vorwürfe machen. Ist schon okay!" Nach dieser Aussage war das Strahlen in Ryokos Blick wieder zurück. Kurz darauf wandte sich Miho Aki zu. Dieser wusste sofort, was das Mädchen von ihm wollte und sagte direkt: ,,Ich bin Aki, freut mich auch sehr." In seinem Blick war etwas Reue und er konnte Miho nicht wirklich in die Augen blicken. Das Mädchen wusste direkt, was los war. ,,Auch du musst dir keine Vorwürfe machen. Du hast doch dein Bestes gegeben und es geschafft, mich zu beschützen. Außerdem ist es doch überhaupt nicht schlimm, dass du Tatsuo nicht fair und ehrlich besiegt hast. Schließlich sind wir doch alle Kameraden, die im selben Team kämpfen!" Diese Aussage machte Aki glücklich. Jedoch bemerkte er dadurch, wie unberechenbar dieses Mädchen sein konnte. Schließlich wusste sie direkt, was Akis Sorgen und Probleme waren, obwohl er es nicht einmal gesagt hatte. Doch Zweifel an ihrer Loyalität hatte der Junge nicht, schließlich war eine Art Wärme in allem, was Miho von sich gab und tat. In diesem Moment fiel Aki auf, dass alles an ihr toll war: ihre langen, schwarzen Haare, die in einem Pony geschnitten waren, ihre glänzenden, blauen Augen, ihre weiche, glatte Haut. Alles an ihr wirkte so toll, so perfekt. Es war, als wäre ein Engel vom Himmel herab direkt zur Sentinel-Aufnahmeprüfung geflogen. ,,D-Danke!" Aki lief rot an. Er hatte sich offensichtlich in das Mädchen verliebt, auch wenn sie für ihn derzeit definitiv unerreichbar war. ,,A-Also lasst uns erst mal weitermachen! Wir haben ja noch 1.500 Punkte zu holen!" Nach dieser Aussage machten sie sich direkt wieder an die Arbeit. Miho fertigte weitere Kleidungsstücke aus Ranken, während Ryoko mithilfe von Akis Wissen das Shelter erweiterte - schließlich war sie die stärkere von beiden. Die Zeit verging und das Team hatte nur noch eine halbe Stunde, um so viele Punkte wie möglich zu holen. Mittlerweile fehlten dem Team nur noch 500 Punkte. Sie waren an der Zielgeraden. Doch kurz bevor sie die Prüfung beenden konnten, passierte etwas Unvorhergesehenes. Es raschelte in einem Baum über ihnen. ,,Ist das ein Tier oder so?" Miho wich direkt zurück, während Aki nachsehen wollte. Doch bevor sie irgendetwas ansehen konnten, brach ein Ast und das vermeintliche Tier fiel hinunter. Es war kein Tier, sondern ein Menschenmädchen. Sie war ohne Zweifel eine weitere Teilnehmerin. Der Baum war einige Meter hoch, doch das Mädchen fiel so herab, dass sie so wenig Schaden wie möglich davontrug. Ohne darüber nachzudenken, dass sie die Prüfung vielleicht nicht bestehen konnten, rannte Miho direkt zum Mädchen, um zu sehen, ob es ihr gut ging, dicht gefolgt von Aki und Ryoko. ,,Hey, geht es dir gut? Alles okay bei dir?", fragte das engelsgleiche Mädchen. Die junge Dame, die vom Baum heruntergefallen war, konnte sich selbstständig aufrichten. ,,Ist schon nicht schlimm. Ich wollte nur ein paar Früchte für mein Team holen und bin dann gestürzt. Kein großes Thema." In dem Moment fiel Ryoko eine große Schnittwunde auf dem Bein des Mädchens auf. ,,Nein, du musst verarztet werden.", sagte sie, während sie der Verletzten aufhalf und sie auf ihrer Schulter stützte. ,,Das Wasser aus diesem Bach ist sauber. Dort können wir deine Wunde reinigen." Sofort antwortete die Hilfsbedürftige: ,,Aber diese Wasserflaschen am Feuer..." So hatte sie erkannt, dass Aki das Wasser durch Kochen säubern wollte. Dieser antwortete: ,,Ist für die Punkte. Sieh selbst, das Wasser ist komplett klar, es hat keine chemischen oder unangenehmen Gerüche und viele Fische schwimmen darin. Außerdem fließt dieses Wasser relativ schnell, was auch darauf hindeutet, dass es sauber ist." Nach Akis Argumentation gab das Mädchen endlich nach und ging mithilfe von Ryoko an den Fluss. ,,Ich bin übrigens Maki. Sobald ich verarztet bin, muss ich zurück zu meiner Teampartnerin Aimi." Nachdem sich das Trio vorgestellt hatte, säuberten sie Makis Wunde mit dem klaren, sauberen Wasser aus dem Bach. Nachdem die Wunde gereinigt wurde, holte Aki recht große Blätter aus dem Wald. Er wusch sie am Bach ab und übte Druck auf die Wunde aus, um die Blutung zu stoppen und den Kratzer abzudecken. Als das erledigt war, holte Ryoko weitere Blätter und tat dasselbe, während Aki sein Blatt weiterhin auf die Wunde drückte. Daraufhin wickelte Miho eine Schicht Lianan um die Blätter, um sie festzuhalten. ,,Ich denke, das reicht.", stellte Aki fest, ,,Sobald die Prüfung zu Ende ist, melde dich bitte bei Viktor. Ich habe in der Unterkunft ein Krankenzimmer gesehen. Dort können sie sich bestimmt besser um dich kümmern." Maki nickte und lächelte leicht. Mittlerweile konnte das Mädchen wieder normal gehen. So ging sie am Baum vorbei, von dem sie heruntergefallen war, und winkte dem Trio freundlich zu. Daraufhin verabschiedete sie sich und verschwand im Wald so schnell, wie sie aufgetaucht war. In diesem Moment schaute Aki auf die Uhr und war schockiert. Sie hatten nur noch 15 Minuten. So machten sich alle an die Arbeit, in den letzten paar Minuten fertig zu werden. Alle arbeiteten auf Hochtour, doch es schien nicht genug zu sein. Fünf Minuten später hatten sie erst 4.650 Punkte. Nach weiteren fünf Minuten der Anstrengung waren es 4.750. ,,Verdammt!", rief Aki, ,,Miho, beeil dich bitte! Nur noch ein Kleidungsstück und wir haben alle Punkte!" Das Mädchen nickte und arbeitete konzentriert weiter. Nur noch eine Minute verblieb. Miho strengte sich voll an und gab alles. Es fehlte nur ein kleines Stück. Sie konnte es in der vorgegebenen Zeit noch schaffen! Doch da passierte es - Das Mädchen machte einen falschen Handgriff und die Liane brach auseinander. Sie wollte direkt nach einer neuen greifen, doch da machten ihre Armbänder ein Geräusch. Es war ein lautes Piepen. Im Moment des Piepens erschien auf dem Display der Armbänder eine Nachricht. ,,Die zweite Prüfung, das Überlebenstraining, ist nun zu Ende. Erreichte Punkte: 4.750. Alle bestandenen Teilnehmer werden nun zurück zur Unterkunft gebracht." Bevor Miho fragen konnte, was mit ‚bringen' gemeint war, wurde ihr schwarz vor den Augen. Sie hatten die zweite Prüfung nicht bestanden. Einige Momente später öffnete Aki die Augen. Er lag irgendwo auf dem Boden. Als er die Augen öffnete, sah er den blauen, klaren Himmel. ,,Wo... bin ich...?" Über ihn bückte sich eine Person. ,,Oh... Den kenn ich doch. Das ist doch..." Bevor Aki weiter tagträumen konnte, rief der Junge: ,,Er hat bestanden! Unser Aki hat bestanden!" Es war Ryuu, einer der Gewinner. Viele weitere Teilnehmer begannen zu jubeln, während Aki sich aufrichtete. Etwa dreißig andere Teilnehmer standen auf dem Platz vor der Unterkunft, darunter Ryoko, Miho, Ryuu, Seiji, Mirio, Maki, Shiroi und Tatsuo. ,,Tatsuo ist hier... Das heißt, wir haben bestanden?" Viktor stellte sich hinter Aki und legte eine Hand auf seine Schulter. ,,Glaubst du ehrlich, ich würde euch durchfallen lassen, weil ihr jemanden rettet? Leute zu retten ist doch die Hauptaufgabe der Sentinels. Außerdem habt ihr da auch genug Survival Skills gezeigt, dass es mehr als genug Gründe gibt, um euch bestehen zu lassen. Ihr drei seid somit in der nächsten Runde!" Nachdem sie diese Prüfung bestanden, hatten sie den Rest des Tages frei. Am nächsten Tag um zehn Uhr sollte die dritte Prüfung beginnen. Für den restlichen Tag lief alles gut. Aki konnte sich sehr viel entspannen und sich weiter mit Ryoko, Miho und Ryuu anfreunden. Selbst beim Abendessen saßen sie in einer ähnlichen Konstellation wie beim Mittagessen. Diesmal gab es jedoch nichts so Extravagantes wie zu Mittag, was jedoch nicht hieß, dass es trotzdem sehr gut war. Schließlich war es gegrillter Fisch mit Wildkräutern. Die Fische kamen sogar aus dem Gebiet, in dem die Überlebensprüfung stattfand. Als alle mit dem Essen fertig waren und gehen wollten, wurden sie von Viktor aufgehalten. ,,Hey, hey, hey! Es gibt noch etwas zu sagen! Also... Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll, aber es gibt doch nur vier Prüfungen statt fünf." Direkt hörte man die Teilnehmer alle gleichzeitig rufen: ,,WIE BITTE?!" Doch Viktor erklärte die genaueren Umstände: ,,Das liegt daran, dass die fünfte Prüfung eine Art passive Prüfung ist, die ihr bereits bei den ersten paar Prüfungen durchlaufen habt. Ihr alle habt während der Survival-Prüfung Teams gebildet und Bereitschaft gezeigt, zusammenzuarbeiten. Das ist eine essentielle Eigenschaft, die ein Sentinel haben muss. Die nächsten beiden Prüfungen sind nur alleine lösbar, weshalb die Verlierer der fünften Prüfung am Ende der zweiten Prüfung ausgeschieden sind. Also herzlichen Glückwunsch, ihr habt das Meiste hinter euch!" Als das Jubeln und die Freude zu ihrem Ende kam, ging Aki auf sein Zimmer. Er zog sich zurück und schaute sich die neue Folge seines Lieblingsanimes ,,My Elk Friend Elkotan". Es ging um ein Mädchen, das halb Mensch, halb Elch war. Als im Anime das Elchmädchen ihr Geweih abnahm, um daraus einen Apfel herauszunehmen, den sie davor darin verstaute, musste Aki schmunzeln. ,,Was ein Meisterwerk..." Kurz darauf klopfte es an seiner Zimmertür. So pausierte der Junge den Anime und öffnete die Tür, um Ryuu zu erblicken. ,,Hey, Aki! Oder soll ich lieber Akinator sagen? So wie du die Prüfung zerstört hast, bist du echt krass drauf, hahaha!" Nach einer kurzen Pause kam Ryuu zum Punkt: ,,Um zu feiern, dass wir schon die meisten Prüfungen geschafft haben, würde ich gerne zum Onsen* bei der Unterkunft mit euch gehen. Wollte fragen, ob du Bock hast." Der Junge sagte ruhig: ,,Von mir aus.", bevor Ryuu grinste und vor Freude in die Luft sprang. ,,Wird lustig mit dir! Wir sehen uns dann um 19:30 beim Onsen!" Daraufhin ging Ryuu weiter zum Nächsten, woraufhin Aki sich wieder dem Anime widmete. Es war gerade 18:30, also hatte er noch eine Stunde Zeit. *Onsen: Heiße Quelle, die oft als Badeeinrichtung benutzt wird Etwas über einer Stunde später stand der Junge vor dem Durchgang zwischen Unterkunft und Onsen. Er trug sein Handtuch unter dem Arm. Badebekleidung nahm er jedoch nicht mit, da das Tragen von Solcher in einem Onsen als unangemessen galt. Plötzlich hörte er hinter sich eine Stimme: ,,Hey, Aki! Ich wusste gar nicht, dass du auch hier sein würdest!" Der Junge wusste direkt, wem die Stimme gehörte. Als er sich umdrehte, erblickte er das Mädchen, in das er sich verliebt hatte, Miho. ,,MIHO?! WAS MACHST DU DENN HIER?!" Der Junge lief rot an. Das Mädchen antwortete: ,,Ryuu hat uns alle eingeladen. Er meinte etwas wie ,Is doch egal, das Bad ist eh getrennt! Dann feiert ihr auf eurer Seite, während wir auf unserer Seite Party machen!'. Wobei man in einem Onsen eigentlich nicht laut sein sollte. Außerdem sollte ich fragen, was du hier machst. Schließlich bist du doch überhaupt nicht der Typ für sowas." Bevor Miho weiterreden konnte, rannte Aki los in Richtung der Umkleidekabine. ,,MUSS LOS!" Es war ihm sichtlich unangenehm, mit seinem Schwarm zu reden, und das auch noch direkt vor einem Onsen. Schnell zog sich der Junge um und ging in den Baderaum. Dort legte er sein Handtuch direkt neben die heiße Quelle und ging sofort ins Wasser. Das alles war ihm sichtlich unangenehm, weshalb er alles schnell beenden wollte. Erst im Wasser konzentrierte sich der Junge auf etwas anderes, als seinen Körper mit irgendetwas zu bedecken. Überall war Dampf in der Luft und das Wasser ging ihm bis zum Hals, weshalb man zum Glück nichts sehen konnte. Außer Aki war schon jeder im Wasser. Jeder, außer Ryuu. Dieser war gerade im Raum angekommen, mit dem Handtuch um die Hüfte gebunden. ,,Oh, ich bin der Letzte? Aber freut mich, dass ihr alle da seid!" Mirio merkte an: ,,Hey, Ryuu. Trainierst du viel? So einen Körper hätte ich auch gerne." Ryuus Körper war extrem muskulös und definiert. Es wirkte so, als würde er Tag und Nacht trainieren. ,,Nee, ich hab' einfach ne' gute Genetik, hahaha!" Kurz darauf ging auch er ins Wasser. Tatsuo machte große Augen. ,,Wie kannst du so muskulös sein, obwohl du nicht trainierst?! Ich trainiere jeden Tag und bei mir sieht man die Muskeln nicht mal!" Tatsächlich sah Tatsuo so aus, als wäre er weniger trainiert als Ryuu, obwohl er definitiv mehr Muskelkraft hatte. Seiji hingegen war so dünn wie ein Zahnstocher. Mirio war eigentlich normal trainiert, doch er setzte sehr viel auf Cardio, Ausdauer und Geschwindigkeit. Der einzige durchschnittliche Mensch, der nicht trainierte, schien Aki zu sein. Während die anderen Jungs herumalberten, fiel Mirio etwas auf. ,,Hey, Jungs! Seht euch das mal an!" In der Trennwand zwischen Jungs und Mädchen war ein Loch gewesen. Tatsuo und ein weiterer junger Mann standen auf und rannten direkt dorthin. ,,Geilo!" Doch diese Aktion sollte sich als ihr Fehler herausstellen. Als Mirio hindurch schaute, sah er nichts als eine braune Fläche. Plötzlich entfernte sich die Fläche. Es stellte sich heraus, dass diese Fläche das Auge von einem der Mädchen war. Mit einem genervten Gesichtsausdruck sah sie Mirio an. ,,Ist das euer Ernst?" Sie hatte langes, dunkelblaues Haar und sah extrem ernst aus. ,,Ich, Aimi Yamanae, werde euch bei Prüfer Viktor melden, ihr Perverslinge!" Daraufhin steckte das Mädchen etwas, das wie ein Korken aussah, in das Loch, sodass man nicht mehr hindurch schauen konnte. Sie ging wieder ins Wasser und entspannte sich. ,,Ach, was einen Abschaum man überall sieht..." Außerhalb des Wassers saß Maki, die aufgrund ihrer Verletzung nicht hinein konnte. ,,Die drei Spanner heißen Mirio, Hachiro und Tatsuo, für den Fall, dass du sie wirklich melden willst." Aimi schmunzelte. ,,Das hast du dir wirklich gemerkt?" Maki grinste nun auch leicht. ,,Klar, ich hab' mir die Namen aller Teilnehmer gemerkt." Das ernste Mädchen musste kurz lachen. ,,Das ist der Grund, warum du meine beste Freundin bist!" Sowohl die Jungs, als auch die Mädchen hatten an diesem Abend viel Spaß. Die meisten von ihnen würden sie schließlich ab dem nächsten Tag nie wieder sehen. Diesen Moment wollten sie noch in seiner Gänze ausschöpfen. So ging ein weiterer Tag zu Ende.

Hey! Danke, dass du das vierte Kapitel von Akuma gelesen hast! Damit ist die Suvival-Prüfung offiziell beendet! :D
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